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vom 10.08.2016, aktuelle Version,

Böhmische Commercialbahnen

Das Streckennetz der Böhmischen Commercialbahnen

Die k.k. privilegierten Böhmischen Commercialbahnen (BCB) waren eine private Eisenbahngesellschaft in Österreich, deren Strecken im heutigen Tschechien lagen.

Geschichte

Die fünf räumlich getrennten Strecken der BCB mit einer Gesamtlänge von 203 km wurden mit Hilfe von Privatkapital der Baufirma J. Muzika erbaut, die auch bis Juni 1882 den Betrieb führte. Im Anschluss führte die Staats-Eisenbahn-Gesellschaft (StEG) den Betrieb bis 1885. Von 1885 an besorgten die BCB den Betrieb in Eigenregie.

Am 1. Juli 1885 kam die Lokalbahn Nusle–Modřan im Rahmen eines Streckentausches an die Österreichische Lokaleisenbahngesellschaft (ÖLEG). Die BCB bekam dafür die bei Jičín gelegene Lokalbahn Smidar–Hochwessely, die bislang der ÖLEG gehörte.

Ab 15. Oktober 1909 führte die kkStB den Betrieb, ab 1. Jänner 1910 kamen die BCB in den Besitz des österreichischen Staates. 1923 wurden die Strecken in das Netz der Tschechoslowakischen Staatsbahnen ČSD eingegliedert.

Strecken

Lokomotiven

Lokomotiven der Böhmischen Commercialbahnen
Reihe BCB Anzahl Hersteller Baujahre Achsformel kkStB-Nr ČSD-Nr.
IIH JIČIN 1 Hagans 1880 B n2t 383.01
IIS LIBAŇ,… 5 Wr. Neustadt 1881 B n2t 85.05", 11–14
IIIKa VŠESTAR,… 2 Krauss/München 1881 C n2t 193.01–02
IIIKb SADOVA,… 5 Krauss/München 1881 C n2t 96.08–12 (ČSD 300.503)
IIIKc TAXIS,… 2 Krauss/Linz 1882 C n2t 93.18"–19"
IIIS KŘINEC,… 6 Wr. Neustadt 1881–1882 C n2t 397.02–07 ČSD 310.201–204

Literatur

  • Bernhard Neuner: Bibliographie der österreichischen Eisenbahnen von den Anfängen bis 1918. Band 2. Walter Drews Verlag, Wien 2002, ISBN 3-901949-00-3.
  • Johann Stockklausner: Dampfbetrieb in Alt-Österreich. Verlag Slezak, Wien 1979, ISBN 3-900134-41-3.