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vom 09.05.2018, aktuelle Version,

Bahnstrecke Počerady–Vrskmaň

Počerady–Vrskmaň[1]
Kursbuchstrecke: 13a (1960)
Streckenlänge: 17,575 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
von Plzeň (vorm. EPPK)
0,000 Počerady früher Potscherad
nach Obrnice (–Duchcov) (vorm. EPPK)
3,900 Polerady u Mostu früher Polerad
6,000 Koporeč früher Kopertsch
7,900 Havraň früher Hawran
11,422 Malé Březno früher Kleinpriesen (b Brüx)
13,649 Strupčice früher Trupschitz
15,820 Okořín früher Uckern
von Ústí nad Labem (vorm. ATE)
17,575 Vrskmaň früher Wurzmes
nach Chomutov (vorm. ATE)

Die Bahnstrecke Počerady–Vrskmaň war eine Nebenbahn in Tschechien, die ursprünglich durch die Lokalbahn Potscherad–Wurzmes (tschech: Místní dráha Počeradec–Vrskmany) als staatlich garantierte Lokalbahn erbaut wurde. Sie verlief in Nordböhmen von Počerady (Potscherad) nach Vrskmaň (Wurzmes).

Geschichte

Am 2. November 1881 wurde den Herren Marcus Stein und Adolf Löw „das Recht zum Baue und Betriebe einer als normalspurige Localbahn auszuführenden Locomotiveisenbahn von der Station Potscherad der Eisenbahn Pilsen–Priesen(–Komotau) über Habran, Kleinpriesen und Trubschitz nach Wurzmes zum Anschlusse an die Aussig-Teplitzer Eisenbahn erteilt. Teil der Konzession war die Verpflichtung, den Bau der Strecke sofort zu beginnen und „binnen einem Jahre“ fertigzustellen. Die Konzession war für eine Dauer von 90 Jahren ausgestellt.[2] Das Aktienkapital der Gesellschaft betrug insgesamt 900.000 Gulden. Ausgegeben wurden 4.500 Stück Stammaktien zu je 200 Gulden.[3] Am 1. März 1887 wurde die Strecke eröffnet. Den Betrieb führten die k.k. Staatsbahnen (kkStB) auf Rechnung der Lokalbahn Potscherad–Wurzmes aus. Nach dem Ersten Weltkrieg traten an Stelle der kkStB die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD).

Am 30. Mai 1923 wurde die Lokalbahn Potscherad–Wurzmes per Gesetz vom tschechoslowakischen Staat erworben. Fortan gehörte die Strecke zum Netz der ČSD.[4]

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Dresden. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun als KBS 167p Potscherad–Wurzmes enthalten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Strecke wieder zur ČSD.[5]

Im Jahr 1960 musste der durchgehende Zugverkehr wegen der Ausweitung der Braunkohle-Tagebaue důl Jan Šverma und důl Vršany eingestellt werden. Im letzten Fahrplan von 1959/60 waren noch sechs Personenzugpaare verzeichnet, die sämtlich als Motorzug verkehrten.[6] Die Teilstrecke Vrskmaň–Havraň wurde dann noch als Anschlussbahn für die Braunkohlegruben weiter genutzt. Dieser Restbetrieb wurde 1984 im Zusammenhang mit der Neutrassierung der Bahnstrecke Ústí nad Labem–Chomutov zwischen Třebušice und Chomutov („Ervěnický koridor“) endgültig aufgeben.

Heute ist der größte Teil der Strecke stillgelegt und abgebaut. Einzig der vier Kilometer lange Abschnitt Počerady–Polerady besteht noch als Anschlussbahn.

Literatur

  • Miroslav Jelen: Zrušené železniční tratě v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, Dokořán 2009, ISBN 978-80-7363-129-1; S.47–49

Einzelnachweise

  1. Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky 2006-2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. Reichsgesetz für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder vom 16. Februar 1897
  3. geerkens.at@1@2Vorlage:Toter Link/www.geerkens.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)   Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Zákon o výkupu místní dráhy Počeradec-Vrskmany (Gesetz zum Kauf der Lokalbahn Potscherad–Wurzmes) vom 14. Juni 1921@1@2Vorlage:Toter Link/www.senat.cz (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)   Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Fahrplan 1944
  6. Winterfahrplan 1959/60 der ČSD