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vom 31.05.2018, aktuelle Version,

Bahnstrecke Tršnice–Luby u Chebu

Tršnice–Luby u Chebu[1][2]
Strecke der Bahnstrecke Tršnice–Luby u Chebu
Kursbuchstrecke (SŽDC): 146
Streckenlänge: 20,807 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
von Cheb (vorm. BEB)
von Františkovy Lázně (vorm. BEB)
0,000 Tršnice früher Tirschnitz 430 m
nach Chomutov (vorm. BEB)
2,154 Třebeň früher Trebendorf 450 m
4,080 Nový Drahov früher Soos 440 m
5,819 Vonšov früher Fonsau 450 m
7,357 Skalná früher Wildstein 455 m
Sázek
vlečka LB Minerals
11,898 Velký Luh früher Fleissen-Grossloh 485 m
Plesná
16,380 Nový Kostel früher Neukirchen-Brenndorf 490 m
18,536 Dolní Luby früher Unter Schönbach 515 m
20,807 Luby u Chebu früher Schönbach 540 m

Die Bahnstrecke Tršnice–Luby u Chebu ist eine Nebenbahn („regionální dráha“)[3] in Tschechien, die ursprünglich durch die Lokalbahn Tirschnitz–Wildstein–Schönbach (tschech: Místní dráha Tršnice–Vildštein–Schönbach) als staatlich garantierte Lokalbahn erbaut wurde. Sie verläuft in Westböhmen von Tršnice (Tirschnitz) über Skalná (Wildstein) nach Luby (Schönbach).

Geschichte

Am 16. Oktober 1898 wurde „dem Heinrich Edlen von Mattoni, kaiserl. Rath- und Gutsbesitzer im Vereine mit dem Bezirksobmanne Johann Seidl in Wildstein, dem Bürgermeister Karl Habermann in Schönbach und dem k. und k. Kämmerer Engelhardt Grafen Wolkenstein-Trostburg die erbetene Concession zum Baue und Betriebe einer als normalspurige Localbahn auszuführenden Locomotiveisenbahn von der Station Tirschnitz der Linie Komotau–Eger der ausschließl. priv. Buschtěhrader Eisenbahn über Wildstein nach Schönbach“ erteilt. Teil der Konzession war die Verpflichtung, den Bau der Strecke sofort zu beginnen und binnen einem und einem halben Jahre fertigzustellen.[4] Das Aktienkapital der AG Lokalbahn Tirschnitz–Wildstein–Schönbach betrug 760.400 Kronen in 3221 Stammaktien zu je 200 Kronen und 581 Prioritätsaktien zu je 200 Kronen.[5]

Die Strecke wurde am 30. Juni 1900 eröffnet. Den Betrieb führten die k.k. Staatsbahnen (kkStB) für Rechnung der Eigentümer. Im Jahr 1912 wies der Fahrplan der Lokalbahn vier Personenzugpaare 2. und 3. Klasse aus. Sie benötigten für die 25 Kilometer lange Strecke in beiden Richtungen 65 Minuten. [6] Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Betriebsführung an die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD) über. Am 1. Januar 1925 wurde die Lokalbahn Tirschnitz–Wildstein–Schönbach per Gesetz verstaatlicht und die Strecke wurde ins Netz der ČSD integriert[7].

Ende der 1920er Jahre kam es zu einer signifikanten Verdichtung des Fahrplanes als auch zu einer deutlichen Fahrzeitverkürzung auf bis zu 45 Minuten. Zumeist kamen nun moderne Motorzüge zum Einsatz. Der Winterfahrplan von 1937/38 verzeichnete insgesamt neun Zugpaare in der Relation Cheb–Schönbach u Chebu.[8]

Bahnhof Luby u Chebu (2012)
Verladeanlage Vonšov, 2013

Nach der Angliederung des Sudetengebietes an das Deutsche Reich im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Regensburg. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun als KBS 422f Eger–Tirschnitz–Schönbach enthalten.[9] Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Strecke wieder vollständig zu den ČSD.

Am 1. Januar 1993 ging die Strecke im Zuge der Auflösung der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC).

Industrie

Haltestelle Soos und Bahnhof Nový Drahov

In der Region wird Kaolin gefördert. Die Gruben und Reste der 600-mm-Grubenbahn sind heute bei Nový Drahov und Vonšov, wo auch eine Umladestelle bestand, zu sehen.[10][11]

Die im Jahr 1900 eröffnete schmalspurige Werkbahn Kateřina beginnt an der früher Soos genannten Station in der zu Skalná gehörigen Siedlung Hajek am Naturreservat Soos. Heute trägt die Station Soos den Namen des zu Třebeň (Trebendorf) gehörigen Nachbarorts Nový Drahov (Rohr).

Fahrzeugeinsatz

ČD-Baureihe 844 (2017)

Der Fahrplan 2007 verzeichnete zehn Reisezugpaare an Werktagen, an den Wochenenden waren es fünf.[12] Eingesetzt wurden die Triebwagen der Baureihe 810.

Im Fahrplan 2012 verkehrten neun Reisezugpaare an Werktagen, an den Wochenenden waren es fünf. Eingesetzt wurden Triebwagen der Baureihe 814. Güterverkehr fand kaum noch statt.

Seit Herbst 2013 kommen planmäßig Triebwagen der Baureihe 844 „Regioshark“ zum Einsatz.

  Commons: Railway line 146 (Czech Republic)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1; S. 15
  2. Artarias Eisenbahnkarte von Österreich-Ungarn und den Balkanstaaten, mit Stationsverzeichnis; Artaria & Co., Wien 1913
  3. Beschluss der tschechischen Regierung vom 20. Dezember 1995
  4. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder vom 27. Oktober 1897
  5. Beschreibung auf www.geerkens.at@1@2Vorlage:Toter Link/www.geerkens.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)   Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Fahrplan 1912 der kkStB – gültig ab 1. Mai 1912
  7. Gesetzestext auf www.parliament.cz
  8. Winterfahrplan 1937/38 der ČSD – gültig ab 3. Oktober 1937
  9. Deutsches Kursbuch Jahresfahrplan 1944/45 – gültig vom 7. Juli 1944 an bis auf weiteres
  10. Kaolin LB Minerals, Werk Skalná (Memento des Originals vom 23. März 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lb-minerals.cz
  11. Koordinaten der Gruben
  12. Fahrplan 2007 der ČD