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vom 01.04.2018, aktuelle Version,

Behind the Screen

Filmdaten
Deutscher Titel Behind the Screen – Das Leben meines Computers
Originaltitel Behind the Screen
Produktionsland Österreich, Deutschland, Ghana, Tschechische Republik
Originalsprache Deutsch, Englisch, Twi, Tschechisch, Slowakisch
Erscheinungsjahr 2010/2011
Länge 60 Minuten
Altersfreigabe FSK 0
Stab
Regie Stefan Baumgartner
Drehbuch Stefan Baumgartner, Simon Fraissler
Produktion Sandra Heberling
Kamera Simon Fraissler

Behind the Screen – Das Leben meines Computers ist ein österreichischer Dokumentarfilm der Filmemacher Stefan Baumgartner, Simon Fraissler und Sandra Heberling aus dem Jahr 2011 und thematisiert den Produktlebenszyklus von Computern.[1] Der Film wurde 2012 unter anderem mit dem Goldenen Delphin der Cannes Corporate Media & TV Awards ausgezeichnet.[2]

Inhalt

Sieben Computer werden weltweit pro Sekunde produziert. Behind the Screen wirft einen Blick hinter die Fassade der Elektronikindustrie. Startpunkt ist der Regenwald Ghanas. Dort stehen junge Goldschürfer bis zu den Knien im Schlamm. In der tropischen Hitze rackern sie sich mit Schaufel und Spitzhacke ab. Das Gold hat sich für sie zu einem Fluch entwickelt, denn längst reißen sich große Minenkonzerne das kostbare Land unter den Nagel und Flüsse sind durch das beim Goldabbau verwendete Quecksilber und Zyanid vergiftet. Das gewonnene Gold findet seinen Weg in Leiterplatinen von Computern. Seit Jahren fallen die Elektronikpreise. In Tschechien setzen Arbeiter die Computer zusammen, der globale Konkurrenzkampf im Sektor wird auf ihrem Rücken ausgetragen.

In einer dunklen Gasse in Pardubitz erzählt Janko: Zwölf Stunden am Tag, sechs Tage die Woche schuftet er am Fließband, für einen Hungerlohn von zwei bis drei Euro pro Stunde. Manche werden ohnmächtig, brechen zusammen. Die Lebensdauer der produzierten Computer sinkt, und täglich überschwemmen neue Modelle den Markt. Die Spur der ausrangierten PCs führt wieder nach Ghana. Am Elektroschrottplatz von Agbogbloshie steigen dunkle Rauchschwaden auf. Eine apokalyptische Szenerie – wie direkt aus einem Endzeitfilm. Meterhoch türmen sich Computerbildschirme, Drucker und Tastaturen. Jeden Monat landen 500 Containerladungen Elektroschrott aus den Industrieländern in Ghana. Offiziell als Secondhand-Ware deklariert sind 90 % schon bei der Ankunft Müll. Kinder reißen Rechner mit bloßen Händen auseinander, zertrümmern Bildschirme. Die Flammen lodern grell auf, wenn sie die Plastikummantelungen verbrennen. Die giftigen Dämpfe schlagen ihnen direkt ins Gesicht. Der Verkauf der Metallreste bringt einen mageren Verdienst. Das toxische Erbe des Informationszeitalters fordert seine Opfer.[3]

Gliederung

Der Film ist in vier Kapitel gegliedert:

  1. Rohstoffabbau Gold (Ghana)
  2. Fertigung von Computern in Fabriken (Tschechische Republik)
  3. Computernutzung
  4. Verschrottung auf Elektronikmüllhalden (Ghana)

Personen (Auswahl)

Im Film kommen vorwiegend Arbeiter zu Wort, die an direkt an der Wertschöpfungskette des Computers beteiligt sind. Daneben zeigen Experten Zusammenhänge dieser dezentralisierten Industrie auf.

  • Emanuel Kwofie – Galamsey-Arbeiter/illegaler Goldschürfer nahe Tarkwa, Ghana
  • Kwaku Anyam – Dorfältester einer Goldgräber-Gemeinde
  • Christian Zeller – Professor der Wirtschaftsgeographie, Universität Salzburg
  • Nikolas Bkoe – Goldschmied in Tarkwa, Ghana
  • Mike Anane – Umweltaktivist in Westafrika
  • Wolfgang Müller – Gewerkschafter IG Metall
  • Tomas Formanek – Betriebsrat von Foxconn
  • Janko – ehemaliger Fließbandarbeiter bei Foxconn
  • Miroslav Janovsky – Chefredakteur bei Sedmicka, Kunta Hora, Tschechische Republik
  • Josef Hebr – entlassener Gewerkschaftern bei Foxconn
  • Leonhard Plank – Wirtschaftswissenschafter
  • Jurij Diez – Schauspieler
  • Tony Nana-Asamte Adjei – Besitzer eines 2nd-Hand-Computerladens in Accra, Ghana
  • Abduhl Rashid Isaahak – Elektroschrottarbeiter in Accra, Ghana

Produktion und Auswertung

Behind the Screen wurde von der österreichischen Filmproduktionsfirma Fuzion Collective mit finanzieller Unterstützung folgender Förderer produziert: Kulturland Salzburg, Kulturland Oberösterreich, Wien Kultur und Graz Kultur. Die österreichische Kinopremiere fand am 12. August 2011 in Salzburg[1] statt, die TV-Premiere am 27. September 2013 auf 3Sat.[4] Der Film wird von Sixpack Film verliehen und steht auf der österreichischen VoD-Plattform Flimmit als Stream bereit.

Preise und Auszeichnungen

  • 2012: Goldener Delphin – Cannes Corporate Media & TV Awards[5]
  • 2013: Documentary Gold Award – Deauville Green Awards[6]
  • 2012: Fokus Preis NachhaltigkeitSehsüchte, International Students Film Festival[7]
  • 2012: Student Prize Winner – International Movie Trailer Festival[8]
  • 2012: 2. Platz in der Kategorie Dokumentarfilm - Siciliambiente Dokumentarfilmfestival[9]

Einzelnachweise

  1. 1 2 Offizielle Filmwebseite, zuletzt abgerufen am 26. Dezember 2013.
  2. Webseite der Cannes Corporate Media & TV Awards, zuletzt abgerufen am 26. Dezember 2013.
  3. Filmbeschreibung Flimmit, zuletzt abgerufen am 26. Dezember 2013.
  4. Programmankündigung 3Sat, zuletzt abgerufen am 26. Dezember 2013.
  5. Webseite Cannes Corporate Media & TV Awards, zuletzt abgerufen am 26. Dezember 2013.
  6. Webseite Deauville Green Awards (Memento des Originals vom 27. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deauvillegreenawards.com, zuletzt abgerufen am 25. Dezember 2013
  7. Webseite Sehsüchte International Students Film Festival (Memento des Originals vom 27. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/2012.sehsuechte.de, zuletzt abgerufen am 26. Dezember 2013.
  8. Webseite International Movie Trailer Festival, zuletzt abgerufen am 26. Dezember 2013.
  9. Webseite Siciliambiente, zuletzt abgerufen am 26. Dezember 2013.