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vom 16.05.2017, aktuelle Version,

Bene (Unternehmen)

Bene Büromöbel GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1790
Sitz Waidhofen an der Ybbs
Leitung Jörg Schuschnig (CFO), Michael Fried (COO)
Mitarbeiter 920 (Juli 2015)[1]
Umsatz 158,9 Mio. EUR (2014/15)[2]
Branche Möbelhersteller
Website www.bene.com

Bene ist ein Möbelhersteller mit Sitz in Waidhofen an der Ybbs in Österreich.

Geschichte

1790 wurde das Unternehmen von Michael Bene in Waidhofen an der Ybbs als kleine Tischlerei gegründet und blieb auch bis in die 1940er Jahre eine Tischlerei. Die 1929 von Karl Bene in Wien gegründete Unternehmenssparte stellte Büroartikel, beispielsweise hölzerne Briefablagen her.

Die Möbelsparte in Waidhofen an der Ybbs wurde 1951 unter dem damaligen Inhaber Gottfried Bene auf die industrielle Fertigung von Büromöbel umgestellt. Bereits 1973 wurde eine Produktionsstätte mit 15.000 m² geplant, die Inbetriebnahme erfolgte im Mai 1975. Seit den 1980er Jahren verfolgt Bene eine internationale Expansionsstrategie: 1980 wurden als Beginn dieser Strategie die Geschäftsstellen London und Moskau eröffnet. 1988 übersiedelte das Unternehmen vom damaligen Produktionsstandort Zell in Waidhofen an der Ybbs in die heutige, vom Architekten Laurids Ortner entworfene Unternehmenszentrale.

In den Jahren 1995 bis 1998 konzentrierte sich Bene auf die Erweiterung des Vertriebsnetzes nach Osteuropa und gründete Filialen in Slowenien, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Polen.

1998 erschloss die Bene Gruppe den deutschen Markt und integrierte die deutsche Handelsgruppe Objektform. Von 2000 bis 2003 erfolgte der Aufbau des Vertriebsnetzes in Westeuropa, Bene eröffnete Filialen in Benelux und Frankreich. Zeitgleich wurde das Waidhofener Werk um 9.000 m² auf 40.000 m² erweitert, es folgte der Ausbau der Fabrik zu einer der modernsten Produktionsstätten in Europa. Das Gesamtinvestitionsvolumen lag bei rund 22 Mio. EUR.

2002 wurde die Büroartikelsparte an einen amerikanischen Investor verkauft. 2003 gründete Bene das Joint Venture Bene Nowy Styl S.A. in Polen. Mit der Eröffnung einer Filiale in Dubai ist das Unternehmen im Mittleren Osten vertreten. 2004 erfolgte durch die Kooperation mit dem japanischen Büromöbelproduzenten KOKUYO CO., LTD der Schritt nach Asien. Im gleichen Jahr wurde das Vertriebsnetz außerdem um die Länder Kroatien und Serbien erweitert.

Im August 2004 erfolgte der Einstieg eines Finanzkonsortiums unter der Führung der Unternehmens Invest AG (UIAG). Im Jahr 2006 unterzog sich Bene einem Zertifizierungsprozess nach ISO 9001 und 14001. Im selben Jahr wurde Bene in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Mit dem Initial Public Offering an der Wiener Börse erfolgte der Ausstieg des Finanzkonsortiums UIAG. Bene setzte auf starke Expansion und erweiterte das Bene Vertriebsnetz um die Länder Bulgarien, Ukraine, Spanien, Irland und Kuwait. Im November desselben Jahres kam es zur Übernahme der deutschen TILL-Gruppe, einem Büromöbelfachhändler und bisherigen Vertriebspartner von Bene. Im April 2007 übernahm Bene seinen langjährigen Fachhandelspartner in Belgien.

Die Bene Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2011/12 einen Umsatz von 193,9 Millionen Euro, das EBITDA lag bei 1,7 Millionen Euro. Mit 82 Vertriebsstellen in 32 Ländern war das Unternehmen international präsent.[3] Die Exportquote lag bei 72 %.

Von 1. August 2009 bis 31. Juli 2010 setzte die Bene AG ein Arbeitszeitmodell ein, das für alle Angestellten in Österreich eine auf 80 % reduzierte Arbeitsleistung bei einer entsprechenden Gehaltsreduzierung beinhaltete. Das Modell war Bestandteil des umfassenden Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungsprogramms und führte im zweiten Halbjahr 2009/10 zu einer weiteren deutlichen Entlastung der Personalkosten.[4]

Am 17. April 2013 präsentierte BENE die vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2012/13 mit einem Gruppenumsatz in Höhe von EUR 213,6 Mio. und einen Jahresfehlbetrag von EUR -28,7 Mio. Die Bene AG wird laut Mitteilung die vom Unternehmensreorganisationsgesetz verlangten Kriterien verfehlen und somit eine Sanierung einleiten.[5] Der Anlegervertreter Wilhelm Rasinger kritisierte in diesem Zusammenhang die Eigentümerfamilie des Unternehmens, deren Einfluss im Unternehmen er für zu stark hält. Der Börsengang sei für das Unternehmen zu gewagt gewesen.[6]

Am 27. März 2015 wurde bekannt, dass der Investor und Sanierer Erhard Grossnigg (grosso holding) und die Bartenstein Holding per Juni 2015 den Großteil (90 %) der Firma Bene übernehmen sollen. Die Mitarbeiterzahlen gingen daraufhin von 1.050 auf 920 zurück.[1] Von den Investoren kommt frisches Kapital, die Banken lassen Schulden nach, die Produktion in Waidhofen soll erhalten bleiben.[7] Am 8. Juni 2015 stand bei einer außerordentlichen Aktionärsversammlung ein Kapitalschnitt von 22,4 Mio. Euro zur Abstimmung.[8] Die Hauptversammlung der Bene AG stimmte allen Tagesordnungspunkten mit großer Stimmenmehrheit zu, Martin Bartenstein wurde in den Aufsichtsrat gewählt.[9] Am 11. Dezember 2015 erfolgte ein Ausschluss von Minderheitsaktionären, woraufhin Bene nicht mehr an der Wiener Börse notierte.[1]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Möbelhersteller Bene nicht mehr an der Börse abgerufen am 11. Dezember 2015
  2. Mitteilung vom 23. Juli 2015
  3. Standorte
  4. EANS-Adhoc: BENE AG
  5. Mitteilung vom 17. Apr. 2013
  6. Der Standard: ringt um Zugeständnisse der Banken, vom 17. April 2013
  7. http://noe.orf.at/news/stories/2702234/ Möbelhersteller Bene wird verkauft, ORF.at 27. März 2015
  8. http://orf.at/#/stories/2279030/ 22,4 Mio. Euro schwerer Kapitalschnitt bei Bene geplant, ORF.at, Mai 2015. Abgerufen 17. Mai 2015.
  9. derStandard.at - Bene wechselt nach 225 Jahren den Eigentümer. Artikel vom 8. Juni 2015, abgerufen am 8. Juni 2015.
  10. www.staatswappen.at abgerufen am 6. Februar 2013