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vom 01.12.2017, aktuelle Version,

Bernd Fasching

Bernd Fasching vor einem Werk aus 12 Tage 12 Nächte
Porträt von Bernd Fasching

Bernd Fasching (* 18. Juli 1955 in Wien) ist ein österreichischer Maler und Bildhauer. Er lebt und arbeitet in Wien sowie in Istrien/Kroatien.

Werk

Im Jahr 2000 wurde mit dem Projekt Westwerk erstmals der Wiener Stephansdom für die Ausstellung eines zeitgenössischen Künstlers geöffnet. Seine Skulpturen, Malerei und Formationen verbanden sich mit der Architektur des Doms zu einer Auseinandersetzung über Kontinuität und Brüche in der Geschichte.

Ein immer wiederkehrendes zentrales Element in Faschings Wirken ist die Schöpfung seiner Kunstwerke inmitten seines Publikums. Unter dem Titel 12 Tage 12 Nächte lebte und arbeitete Fasching zwischen 1987 und 2006 bereits siebenmal ebendiese Zeitspanne für jedermann beobachtbar und jederzeit gesprächsbereit in Galerien rund um den Globus. Er verließ während dieser Zeit kein einziges Mal seinen Arbeitsplatz, waren schließlich die zwölf Taten des Herakles das Vorbild dieses Projekts. In Anlehnung an die Leistung des antiken Helden schuf Fasching stets zwölf Gemälde, deren Themen von den Gesprächen mit den Besuchern der Aktionen inspiriert wurden. Die jahrtausendealte Information des Mythos wurde so mit der 24-Stunden-Information des jeweiligen Tages in Beziehung gebracht. Für jede der sieben Stationen [Wien (1987), Amsterdam (1990), Köln (1991), Zürich (1992), Jerusalem (1994), New York (1997) und abschließend wieder Wien (2006)] wurde ein eigener Klang komponiert, der 288 Stunden lang in der jeweiligen Galerie zu hören war.

Auch die begehbare Skulptur Der Hammer des Thors im Eingangsbereich des Museums für Angewandte Kunst (MAK) in Wien entstand 1990 unter den Augen der Museumsbesucher, die jeden Fortschritt des Schaffens beobachten konnten. Eine weitere begehbare Skulptur gestaltete Fasching 1996–1997 in der Dominikanischen Republik. Terra Nova nimmt die Landung von Christoph Columbus auf der Insel zum Anlass, um über die bewegte, oftmals furchtbare Geschichte der amerikanischen Kontinente zu reflektieren.

Ausgehend von diesen Arbeiten gestaltete Fasching die Reihe Tools, in der er die für die Bildhauerei notwendigen Werkzeuge selbst als Skulpturen verewigte.

Eine Bronze in der Form eines Spatens aus dieser Serie überarbeitete Fasching zum Diva Award, einem österreichischen Preis für Aufsehen erregende Immobilienprojekte, der von 2002 bis 2012 jährlich vergeben wurde und dessen Jury Fasching selbst angehörte.

Werke bzw. Versuchsanordnungen im Feld der Kunst (chronologisch geordnet)

Bernd Fasching hat seit 1986 laufend neue Kunstprojekte geschaffen, die nachfolgend chronologisch in umgekehrter Reihenfolge aufgelistet sind.

Nähere Informationen zu den einzelnen Werken sind auf seiner Webseite zu finden (siehe Weblinks).

  • NEOSOPHIE – eine Ausstellung im SOFITEL VIENNA STEPHANSDOM in Kombination mit dem markanten Bau von Jean Nouvel und den Lichtfresken von Pipilotti Rist (Apr. 2017)
  • Ausstrahlung des Films "Kunst rettet Österreich" im Rahmen des Kulturmontages auf ORF2 und 3SAT (Nov. 2016)
  • Die Bank - eine Bank, die stellvertretend für Österreich da steht "Kunst rettet Österreich" (März 2016)
  • Kunst rettet Österreich - Wir sind Hypo (Dez. 2015)
  • Die Argonauten auf der Suche nach dem goldenen Vlies - Urkonzept von Bernd Fasching (Nov. 2015)
  • Schiller versinkt im Kantblock - Galerie Artziwna in der Herrengasse 17, 1010 Wien (Jun. 2014)
  • Bildnis Papst Johannes Paul II. – Stephansdom (Feb. 2013)
  • Im Labyrinth der Farben und Töne – Mozart und Goethe Vibrations Sonderausstellung Mozart-Haus Vienna (Jan 2013–2014)
  • Brain Architecture – eine Verschmelzung aus Malerei und Bildhauerei (Sep. 2012)
  • Heads (Dez. 2011)
  • Herz Hirten (Sep. 2010)
  • Vienna Sky Vibrations (Dez. 2008)
  • A More Complex Reality - Skulpturen Formation in Istrien (Sep. 2008–heute)
  • 12 Tage 12 Nächte – Wien (März 2006)
  • Gaza Power Station – Gaza City (Aug. 2003 - Realisierung wegen der 2. Intifada auf unbestimmte Zeit verschoben)
  • Vienna Mirror – das starke und verwundbare Herz der Demokratie – Umgestaltung des Lueger-Denkmals an der Wiener Ringstraße – Phase 1 (Aug. 2003)
  • Westwerk – Formation im Wiener Stephansdom (Dez. 2000)
  • Tools (Sep. 1999)
  • The Vienna Pillows (Apr. 1999)
  • 12 Tage 12 Nächte – New York (Nov. 1997)
  • Terra Nova - Una Formacion Americana – Casa de Campo, Dominikanische Republik (Aug. 1997)
  • Band Eins/Volume One. Versuchsanordnungen im Felde der Kunst. 9 Beispiele (Taschenbuch, Edition Mailoi, Wien 1996)
  • 12 Tage 12 Nächte – Jerusalem (Sep. 1994)
  • Die Energie-Frage-Stuttgart (1994), siehe KUNSTFORUM international 127 und 128
  • Kopf-Bahnhöfe – Wien (1993) siehe KUNSTFORUM international 123 und art 8/1993
  • 12 Tage 12 Nächte – Zürich (1992)
  • 12 Tage 12 Nächte – Köln (1991)
  • 12 Tage 12 Nächte – Amsterdam (1990)
  • Der Hammer des Thors – MAK, Wien (Sep. 1990)
  • 12 Tage 12 Nächte – Wien (1987)