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vom 14.04.2017, aktuelle Version,

Bezirk Raudnitz

Der Bezirk Raudnitz (tschechisch: okres Roudnice nad Labem) war ein Politischer Bezirk im Königreich Böhmen. Sitz der Bezirkshauptmannschaft (okresní hejtmanství) war die Stadt Raudnitz (Roudnice nad Labem). Der Bezirk war nach dem Ersten Weltkrieg ein Bezirk der Tschechoslowakei und wurde eine Untergliederung des Ústecký kraj (Region Ústí).

1960 wurde der Bezirk aufgelöst und kam zum Okres Litoměřice (Bezirk Leitmeritz) im Severočeský kraj (Nordböhmische Region). Heute gehört das Gebiet zur 1997 erneut gebildeten Region Ústí in Tschechien.

Geschichte

Die modernen, politischen Bezirke der Habsburgermonarchie wurden 1868 im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung geschaffen.[1] Das Gebiet des Bezirks Raudnitz wurde 1868 aus den Gerichtsbezirken Libochowitz (Libochovice) und Raudnitz (Roudnice).[2]

Im Bezirk Raudnitz lebten 1869 38.725 Personen, wobei der Bezirk ein Gebiet von 8,0 Quadratmeilen und 74 Gemeinden umfasste.[3]

1900 beherbergte der Bezirk 48.766 Menschen, die auf einer Fläche von 459,84 km² bzw. in 83 Gemeinden lebten.[4]

Der Bezirk Raudnitz umfasste 1910 eine Fläche von 459,32 km² und eine Bevölkerung von 53.629 Personen. Von den Einwohnern hatte 1910 165 Deutsch als Umgangssprache angegeben, 53.311 waren tschechischsprachig[5] und 153 anderssprachig oder staatsfremd. Zum Bezirk gehörten zwei Gerichtsbezirke mit insgesamt 70 Gemeinden bzw. 72 Katastralgemeinden.[6]

Einzelnachweise

  1. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1886 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  2. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868, die Durchführung des Gesetzes vom 19. Mai 1868 (Reichs-Gesetz-Blatt Nr. 44) in Böhmen, Dalmatien, Oesterreich unter und ob der Enns, Steiermark, Kärnthen, Bukowina, Mähren, Schlesien, Tirol und Vorarlberg, Istrien, Görz und Gradiska betreffend.
  3. C. kr. místodržetelství (Hrsg.): Seznam míst v kralovství Českém. Užívajíc při tom výsledkův sčítání lidu ode dne 31. prosince 1869, sestavených od c. kr. statistické ústřední komise. Prag 1872, S. 11
  4. C.k. místodržitelství (Hrsg.): Seznam míst v Království českém. K rozkazu c. k. místodržitelství na základě úřadních udání sestaven. Prag 1907, S. 635
  5. In der Volkszählung wurden Personen mit böhmischer, mährischer und slowakischer Umgangssprache zusammengefasst
  6. C.k. místodržitelství (Hrsg.): Seznam míst v království Českém. Sestaven na základě úředních dat k rozkazu c.k. místodržitelství. Prag 1913, S. 735

Literatur

  • k. k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium von Böhmen. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1915
  • Matejka, Bohumil: Der politische Bezirk Raudnitz. Topographie der historischen und Kunst-Denkmale. Prag, 1910, 335 S.