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vom 02.04.2018, aktuelle Version,

Brigitte Aulenbacher

Brigitte Aulenbacher (* 1959 in Quierschied/Saar, Deutschland) ist eine deutsche Soziologin. Sie wirkt seit 2008 als Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziologische Theorie und Sozialanalyse (unter besonderer Berücksichtigung der Gender-Dimension) an der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz. Sie leitet die Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen am Institut für Soziologie der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Leben

Nach Beginn einer Ausbildung als Werbekauffrau studierte Brigitte Aulenbacher Soziologie an der Universität des Saarlandes und der Universität Bielefeld. 1990 promovierte sie an der Universität Bielefeld, 2004 habilitierte sie sich für das Fach Soziologie an der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Hannover. Zwischen 1990 und 2004 war sie u. a. als wissenschaftliche Assistentin, als Lehrbeauftragte und als Vertretungsprofessorin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main tätig. 2005 lehrte sie als Vertretungsprofessorin an der Ruhr-Universität Bochum. Von 2004 bis 2008 lehrte sie u. a. als Privatdozentin an der Leibniz Universität Hannover und als Lehrbeauftragte an der Universität Bielefeld. Als Gastprofessorin war sie 2008 an der Georg-August-Universität Göttingen.

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

In ihren gesellschaftstheoretischen Arbeiten steht Brigitte Aulenbacher in der Tradition kritischer Soziologie. Sie bezieht sich auf Marx, Weber, die Kritische Theorie und andere mehr. In ihrem theorienpluralistischen Vorgehen verbindet sie Klassikerrekurse mit zeitgenössischen Gesellschaftsanalysen, verschiedenen Ansätzen der Arbeits-, Organisations- und Sozialstaatsforschung wie der Geschlechter- und Intersektionalitätsforschung. Ein zentrales Thema sind die Krisen und Transformationen der Gegenwartskapitalismen. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei dem Zusammenspiel von Ökonomisierungstendenzen mit weiteren gesellschaftlichen Entwicklungen. Auf diese Weise geraten ihr Fragen sozialer Ungleichheit, Phänomene wie Prekarität, die sozialstaatlichen Veränderungen, der Wandel von Arbeit, Erwerbsarbeit wie weiterer Arbeitsformen in den Blick. Sie arbeitet im Sinne einer öffentlichen Soziologie oder Public Sociology mit zivilgesellschaftlichen Initiativen und Organisationen zusammen, wobei beständige Kooperationen im gewerkschaftlichen und gewerkschaftsnahen Bereich sowie im Feld von Sorge- und Carearbeit bestehen. Innerhalb der Johannes Kepler Universität Linz wirkt sie im Senat mit.

Aulenbacher beteiligte und beteiligt sich an professionspolitisch bedeutenden, auch internationalen Tagungen, Konferenzen, Workshops als Veranstalterin und Mitveranstalterin.

Schriften (Auswahl)

  • Sorge: Arbeit, Verhältnisse, Regime - Care: Work, Relations, Regimes, Soziale Welt, Sonderband 20 (hrsg. mit Birgit Riegraf und Hildegard Theobald), Nomos: Baden-Baden 2014, ISBN 978-3-8487-1514-5.
  • Für sich und andere sorgen. Krise und Zukunft von Care in der modernen Gesellschaft. Reihe Arbeitsgesellschaft im Wandel. BeltzJuventa: Weinheim und Basel 2014 (hrsg. mit Maria Dammayr), ISBN 978-3-7799-3042-6.
  • Rationalisierung und Geschlecht in soziologischen Gegenwartsanalysen. VS, Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14531-2.
  • Soziologische Geschlechterforschung. Eine Einführung (mit Michael Meuser und Birgit Riegraf). VS, Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-15584-5.
  • Feministische Kapitalismuskritik. Einstiege in bedeutende Forschungsfelder (mit Birgit Riegraf und Susanne Völker). Westfälisches Dampfboot, Münster 2015, ISBN 978-3-89691-679-2.
  • Brigitte Aulenbacher et al. (Hg.): Leistung und Gerechtigkeit. Das umstrittene Versprechen des Kapitalismus, Beltz Juventa, Weinheim 2017, ISBN 978-3-7799-3051-8.
  • Brigitte Aulenbacher et al. (Hg.): Öffentliche Soziologie, Wissenschaft im Dialog mit der Gesellschaft, Campus, Frankfurt/M., New York 2017, ISBN 978-3-593-50635-7