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vom 20.10.2016, aktuelle Version,

Burg Hauenstein (Steiermark)

Burg Hauenstein (Steiermark)
Alternativname(n): Hanstein
Entstehungszeit: im 13. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Landesfürsten
Bauweise: lagerhaftes Bruchsteinmauerwerk
Ort: Gallmannsegg
Geographische Lage 47° 11′ 27″ N, 15° 4′ 32″ O
Höhe: 952 m ü. A.
Burg Hauenstein (Steiermark) (Steiermark)
Burg Hauenstein (Steiermark)

Die Burgruine Hauenstein liegt im Ort Gallmannsegg in der Gemeinde Kainach bei Voitsberg im oberen Kainachtal im Bezirk Voitsberg und beherrschte von ihrer erhöhten Lage eine im Mittelalter wichtige Verkehrsstraße, die Graz beziehungsweise Voitsberg mit Judenburg und dem oberen Murtal verband. Ihre Geschichte geht bis auf das 13. Jahrhundert zurück.

Standort

Die Ruine der Höhenburg steht bei 952 m ü. A. auf einer nach Westen, Osten und Süden hin steil abfallenden, felsigen Rückfallkuppe, welche sich aus einem südlich des Brendlstalls von der Gleinalpe abzweigenden Rücken erweitert. Nach Norden hin gibt es eine schmale Verbindung zum Hinterland, welche durch einen künstlich angelegten Halsgraben geschützt wurde. Nach dem Graben verläuft der Zugang zur Burg westlich an dieser vorbei. An drei Seiten wird die Rückfallkuppe von der Kainach und dem Siebenbrunnenbach umflossen.[1]

Geschichte

Die Landesfürsten erbauten vermutlich noch im 13. Jahrhundert die Burg Hauenstein, um die Straße über den Gleinalmsattel ins obere Murtal zu sichern. Von den Landesfürsten wurde die Burg an die Hanauer verliehen. Der erste urkundlich genannte Hanauer auf der Burg war Wulfing von Hanau im Jahr 1222. Die Hanauer dürften niedere Rittergeschlechter als Verwalter auf dem Anwesen eingesetzt haben. Den Hanauern folgten die Laun und Andreas von Greißenegg im Besitz nach. 1483 erwarb das Stift St. Lambrecht Hauenstein. Dem Stift folgten die Stadt Judenburg sowie zuletzt die Herrschaft Piber im Besitz nach. Im Jahr 1515 wurde die Burg als baufällig bezeichnet. Aufgegeben wurde sie vermutlich zu Beginn des 17. Jahrhunderts nach einem Feuer, worauf archäologische Funde hinweisen.[2][3]

Seit 1982 fanden Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen an der Bausubstanz statt. Zwischen 1999 und 2008 wurden vor allem im Burginneren archäologische Grabungen durchgeführt, welche vom Bundesdenkmalamt begleitet wurden.[2]

Beschreibung

Bei der Ruine handelt es sich um Reste einer Turmburg. Nördlich der Burg verläuft ein in den Felsen geschlagener Halsgraben, der den Zugang zum Burgareal schützte. Nach dem Halsgraben verläuft der Zugang westlich an der Burg vorbei, sodass er von der Ringmauer aus überwacht werden konnte. Der Zugang zur Burg erfolgt über einen Zwinger, der durch ein flachbogiges Tor mit Muschelkalkgewände betreten wird. Auf die ehemalige südliche Zwingermauer weist heute nur mehr eine Geländestufe hin. Das eigentliche Burggelände wird von einer Ringmauer aus lagerhaften Bruchsteinmauerwerk umgeben, welche an das Gelände angepasst ist und vermutlich auf das 13. Jahrhundert datiert werden kann. Vom Zwinger aus gelangt man durch ein mit Werksteinen gefasstes Tor in der Ringmauer in den unteren Burghof. Im unteren Burghof findet man die Reste des Fundaments eines späteren Einbaues. Der untere Burghof ist im Norden durch eine zweistufige Futtermauer vom höher gelegenen, oberen Burghof getrennt. Zum oberen Burghof gelangt man durch ein Tor in der Futtermauer und eine anschließende, in den Felsen gehauene Stiege. Links nach dem Tor in der Futtermauer befindet sich die in den Felsen geschlagene Zisterne der Burg.[1]

Der frei im oberen Burghof stehende, viergeschoßige Wohnturm überragt den unteren Burghof um 7 Meter und hat einen nahezu quadratischen Grundriss. Er besteht aus dem gleichen lagerhaften Bruchsteinmauerwerk wie die Ringmauer, welches auf eine Errichtung im 13. Jahrhundert schließen lässt. Der Zugang zum Turm erfolgte von Süden her. An der westlichen Außenmauer befindet sich ein Erker. In späterer Zeit wurde das Turminnere durch eine Mittelmauer in zwei Räume geteilt, wobei der südliche Raum später nochmals unterteilt wurde. Alle eingefügten Zwischenwände stehen mit den Außenwänden des Wohnturmes nicht in Verband. An der Mittelmauer führen zwei Kamine hoch. Die Mittelmauer wird im Erd- und ersten Obergeschoss von spitzbogigen Verbindungspforten durchbrochen. Im Erdgeschoss findet man an der Trennmauer im südlichen Turmabteil noch Reste der aus Werkstein gefertigten Gewände einer Tür. Eine gotische, zweiteilige flache Spitzbogenöffnung mit Mittelsäule in der Mittelmauer wurde später wieder vermauert. Die gotischen Rechteckfenster des Wohnturmes sitzen in Flach- und Spitzbogennischen mit Seitensitzen und sind mit Fassungen aus Werkstein versehen. Sie stammen vermutlich genauso wie die Zwischenwände aus dem 15. Jahrhundert. Südlich des Turmes wurde später ein nicht mit ihm verbundener Anbau errichtet. Vom Anbau sind heute noch eine Flachbogennische mit Seitensitzen sowie ein spätgotisches Rechteckfenster erhalten.[1]

Sagen

Einer Sage nach ließ einmal ein Bauernmädchen seine Schafe vor der Ruine grasen, als plötzlich eine altmodisch gekleidete Frau aus dem Burgtor herauskam und dem Mädchen Nüsse anbot. Das Bauernmädchen versteckte sich vor lauter Angst, voraufhin die Frau zu jammern begann. Sie klagte das sie erlöst worden wäre wenn das Mädchen die Nüsse angenommen hätte und das diese sich in Gold verwandelt hätten. Daraufhin verschwand die Frau weinend in der Ruine.[3]

Laut einer anderen Sage lebt in einem Bach, rund eine Gehstunde von der Ruine entfernt ein silberner Fisch. Dieser hat einen Silberring in seinem Körper. Nur jenen die diesen Ring tragen ist es möglich den Schatz der in der Burgruine liegt zu bergen. Eine weitere Sage besagt, dass es zwischen der Burg Hauenstein und der Burg Klingenstein im Sallatal einen unterirdischen Gang gab, was aber aufgrund der großen Entfernung als nicht möglich erscheint.[3]

Literatur

  • Werner Murgg: Burgruinen der Steiermark. Hrsg.: Bundesdenkmalamt (= B. Band 2). Ferdinand Berger & Söhne, 2009, ISSN 1993-1263, S. 146–147.
  • Hauenstein. www.burgenseite.com, abgerufen am 10. November 2014 (deutsch).

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Werner Murgg: Burgruinen der Steiermark. Hrsg.: Bundesdenkmalamt (= B. Band 2). Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H, 2009, ISSN 1993-1263, S. 146.
  2. 1 2 Werner Murgg: Burgruinen der Steiermark. Hrsg.: Bundesdenkmalamt (= B. Band 2). Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H, 2009, ISSN 1993-1263, S. 147.
  3. 1 2 3 Ruine Hauenstein. www.sagen.at, abgerufen am 10. November 2014 (deutsch).