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vom 06.06.2017, aktuelle Version,

Burg Mauterndorf

Burg Mauterndorf
Burg Mauterndorf (Südseite)

Burg Mauterndorf (Südseite)

Entstehungszeit: 11. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ort: Mauterndorf
Geographische Lage 47° 8′ 15″ N, 13° 40′ 42″ O
Burg Mauterndorf (Land Salzburg)
Burg Mauterndorf

Burg Mauterndorf auf der Rückseite der 50-Schilling-Banknote (1962)
Burg Mauterndorf

Die Burg Mauterndorf befindet sich in Mauterndorf im Lungau im Land Salzburg.

Geschichte

Schon 326 nach Christus soll an der Stelle, an der sich die heutige Höhenburg befindet, ein Kastell bestanden haben, das die einst vorüberführende Römerstraße schützte. Dieses Kastell, das während der Völkerwanderung zerstört worden sei, soll auch Amtssitz des römischen Provinzverwalters gewesen sein.

Wie sich aus einer Schenkungsurkunde des Kaisers Heinrich II. aus dem Jahre 1002 ergibt, wurde in der Folge an dieser Stelle eine „Anlage zur Mauteinhebung“ errichtet.[1] Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg erst 1253, in dem Jahr, in dem der Bergfried der Burg errichtet wurde. Seither sicherte sie den auf einer alten Römerstraße erneuerten wichtigen Übergang über den Radstädter Tauern. Im 15. Jahrhundert wurde die Burganlage von Erzbischof Leonhard von Keutschach und Dompropst Burkhard von Weißpriach erweitert. Sie diente dem Domkapitel als Administrationszentrum. 1806 ging sie in Staatseigentum über.

Im Jahr 1894 erwarb Hermann von Epenstein, ein Militärarzt aus Berlin, die Burg und rettete sie vor dem Verfall.[2]

Epenstein war jüdischer Abstammung, hatte aber Hermann Göring als Patenkind, weshalb dieser und dessen elterliche Familie oft in Mauterndorf zu Gast waren, Hermanns Bruder Albert Göring wuchs in der Burg praktisch auf. Epensteins Witwe übertrug Hermann Göring die Burg.[3] Die Übertragung führte im 20. Jahrhundert noch zu Rechtsproblemen, da Göring die erforderliche Eintragung im Grundbuch nie vornehmen ließ. Ende April 1945 wollte Hermann Göring noch auf die Burg fliehen, aus Angst vor einem Vordringen der Roten Armee entschied er sich jedoch für Schloss Fischhorn.

In der Burg befindet sich das Lungauer Landschaftsmuseum, das der 1997 tragisch ums Leben gekommene Direktor Wernfried Gappmayer gründete, und ein Gastronomiebetrieb. Zudem wurden etliche Räumlichkeiten zu einer „Erlebnisburg“ umgebaut, in der man unter dem Motto „Lust aufs Mittelalter“ das tägliche Leben dieser Zeit nachahmt. Regelmäßig finden in der Burg Mauterndorf auch wissenschaftliche Tagungen von internationalem Rang statt.

Das Lungauer Landschaftsmuseum wurde im Mai 2007 neu eröffnet: Über mehrere Jahre hinweg war es in mehreren Bauetappen, unter der Leitung der Kustodin Helga Gappmayer und unter Berücksichtigung des Mottos „Tradition im neuen Gewand“, neu gestaltet worden. 2013 wurde eine Sonnenterrasse für den Gastronomie-Betrieb angelegt, da der Gastgarten im Innenhof der Burg häufig so kühl ist, dass er nicht sinnvoll betrieben werden kann.

Drehort

2008 war die Burg Filmkulisse für den Märchenfilm Dornröschen der deutsch-österreichischen Filmreihe Märchenperlen des ZDF.

Sonstiges

Die Burg ziert die Rückseite des österr. 50-Schilling-Geldscheins aus der Serie 1956.

Einzelnachweise

  1. Wernfried Gappmayer: Die Burg Mauterndorf im Lungau. Eigenverlag des Lungauer Landschaftsmuseums, Mauterndorf 1983.
  2. Eintrag über Burg Mauterndorf auf Burgen-Austria
  3. Christian H. Freitag: Ritter, Reichsmarschall & Revoluzzer. Aus der Geschichte eines Berliner Landhauses. Edition Friedenauer Brücke, Berlin 2015, ISBN 978-3-9816130-2-5, S. 25ff.
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