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vom 23.05.2015, aktuelle Version,

Burgstall Waldeck (Diersbach)

Burgstall Waldeck
Kegelstumpf des Kernwerks der ehemaligen Burg Waldeck

Kegelstumpf des Kernwerks der ehemaligen Burg Waldeck

Alternativname(n): G’schloß in der Schnölzen
Entstehungszeit: 1120 (erste urk. Erwähnung)
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Burgstall
Ort: Ortsteil Großwaging der Gemeinde Diersbach
Geographische Lage 48° 24′ 48,3″ N, 13° 34′ 18,5″ O
Höhe: 337 m ü. A.
Burgstall Waldeck (Diersbach) (Oberösterreich)
Burgstall Waldeck (Diersbach)

Der Burgstall Waldeck ist eine abgegangene Höhenburg auf 337 m ü. A. in der Gemeinde Diersbach im Bezirk Schärding von Oberösterreich. Die Erdsubstruktion der ehemaligen Burg Waldeck liegt oberhalb des Schnelzenbachs, nächst dem Bauernhof Wallecker, im Ortsteil Großwaging von Diersbach.

Planskizze der ehemaligen Burg Waldeck von Johann Ev. Lamprecht (1880)

Geschichte

Der Stammvater der Waldecker Walchun wird urkundlich zuerst 1120 erwähnt, er stammt vermutlich aus Waldeck bei Schliersee. 1133 wird ein Walchun de Waldekke genannt. Die Gebrüder Waldeck schlossen am 18. August 1272 aufgrund eines Schiedsspruches von Pilgrim von Tannberg Frieden. 1280 wird ein Ortlof von Waldeck erwähnt, der einen Hof übergeben hat. 1321 und 1323 wird ein Hadmar von Waldeck († 1337) erwähnt, da er dem Kloster Engelszell vier Höfe stiftete. Ein Meingot dictus de Waldecke starb 1324 und wurde im Dom zu Passau begraben. Mit Hadmars Sohn Ortlof V. starben die Waldecker aus.

Burg Waldeck heute

Die aus dem natürlichen Gelände herausgeschnittene Hausberganlage, lokal als „G’schloß in der Schnölzen“ bezeichnet, war der Sitz der Herren von Waldeck. Das kegelstumpfförmige Kernwerk besitzt ein im Grundriss ovales Plateau und ist an der Nordseite durch Wälle und Gräben vom Hinterland abgeriegelt. Daneben liegt ein mit dem Befestigungssystem des Hausberges verbundener, doppelt befestigter Wirtschaftshof von rechteckigem Grundriss, in dessen Zentrum sich der Standort eines rechteckigen Baues abzeichnet.

Rezente Beeinträchtigungen durch Bringungswege sind festzustellen. Dabei wurden Kulturschichten mit mittelalterlicher Keramik weggeführt und somit zerstört.

Literatur

  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3.
  • Christian K. Steingruber: Eine kritische Betrachtung des Historisch-Topographischen Handbuches der Wehranlagen und Herrensitze Oberösterreichs. Ober-Österreichisches Landesarchiv, Linz 2013.