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vom 16.01.2017, aktuelle Version,

Dietmar Feichtinger

Dietmar Feichtinger (* 18. November 1961 in Bruck an der Mur) ist ein in Paris arbeitender, österreichischer Architekt.

Biographie

Nach seinem Abschluss im Jahr 1988 an der Technischen Universität Graz mit Auszeichnung zog er nach Paris, wo er 1994 das Büro Dietmar Feichtinger Architectes gründet. Die Firma beschäftigt heute 35 Mitarbeiter. Die realisierten Projekte umfassen ein reiches Spektrum an Bauaufgaben wie Schulen, Schwimmbäder, Büro- und Wohngebäude.

Ein bewusst struktureller Zugang mit innovativen technischen Lösungen und nachhaltigen und energieoptimierten Konzepten prägen die Entwürfe des Büros. Die Architektur bezieht sich sensibel auf ihre Umgebung. Neben 6 Nominierungen zum Mies-van-der-Rohe Preis, dem europäischen Preis für zeitgenössische Architektur, wurde die Qualität der Bauten von Dietmar Feichtinger Architectes mit zahlreichen Preisen und Anerkennungen gewürdigt. Im Jahr 2014 wurde Dietmar Feichtinger ständiges Mitglied der Akademie der Künste in Berlin gewählt.

Im Jahr 1998 gewann er den Wettbewerb der Passerelle Simone-de-Beauvoir über die Seine. Die Brücke, mit einer Gesamtlänge von 304 Metern und einer freien Spannweite von 190 m, ist die erste der 37 Pariser Brücken, die den Namen einer weiblichen Persönlichkeit trägt. Sie wurde am 13. Juli 2006 von Bürgermeister Bertrand Delanoë eröffnet und verbindet die französische Nationalbibliothek, Site Mitterand (Paris 13tes Arrondissement) mit dem Parc de Bercy (Paris 12tes Arrondissement).

Im Jahr 2002 gewann Dietmar Feichtinger den Wettbewerb für das neue Zugangsbauwerk zum Mont Saint-Michel. Der Berg und seine Bucht gehören seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der „Steg“, wie Dietmar Feichtinger die Brücke mit einer Gesamtlänge von 1841 m nennt, ist seit Juli 2014 für Fußgänger und seit November 2014 für den Shuttleverkehr geöffnet. Während der großen Gezeiten wird der Klosterberg, dank der Arbeiten zur Wiederherstellung des maritimen Charakters die im Jahr 1995 unter der Aufsicht des Syndicat Mixte Baie du Mont Saint Michel eingeleitet wurden, zur Insel. Auch wenn der österreichische Architekt sich nicht als „Brückenspezialist“ bezeichnet, ist er Autor von 13 in Europa gebauten Brücken, darunter elegante und schlanke Passerellen wie die Dreiländerbrücke über den Rhein (eine der weltweit längsten Bogenbrücken, 238 m) und der Passerelle de la Paix (2014) in Lyon, die das Viertel Caluire-et-Cuire mit der Cité Internationale de Lyon verbindet.

Derzeit arbeitet Feichtinger an der Erweiterung des Bahnhofs von Ostende in Belgien, an dem neuen Headquarters von Veolia Environnement in Paris, Porte d'Aubervilliers und am Forschungszentrum für Neurowissenschaften auf dem Campus CEA Saclay im Rahmen der Operation Paris-Saclay, einem der wichtigsten Projekte des Grand Paris, ein Projekt zur Reform der Struktur des Ballungsraums Paris.

Auszeichnungen

Verkaufs-und Finanzzentrale Voestalpine
  • 2015 Mies-van-der-Rohe Award, Nominiert mit der Passerelle Mont Saint-Michel
  • 2015 Equerre d'Argent, Französischer Architekturpreis, Auszeichnung für die Passerelle Mont Saint-Michel
  • 2015 Französischer Holzbaupreis, Passerelle Mont Saint-Michel
  • 2014 Berufung in die Akademie der Künste Berlin
  • 2012 Equerre d‘Argent, Französischer Architekturpreis, Anerkennung, Schulgruppe Lucie Aubrac, Nanterre, Frankreich
  • 2011 Mies-van-der-Rohe Award 2011, Nominiert mit 2 Projekten des Büros : Verkaufs- und Finanzzentrale voestalpine und Landeskrankenhaus Klagenfurt
  • 2011 Österreichischer Bauherrenpreis, Landeskrankenhaus Klagenfurt
  • 2011 Ernst Plischke Preis, Auszeichnung, Bilger-Breustedt Schulzentrum, Taufkirchen
  • 2011 EU Green Building Certification, Landeskrankenhaus Klagenfurt
  • 2011 Footbridge Award, Kategorie Technik, Passerelle Valmy
  • 2010 DETAIL Preis, Nominiert, Coperate Identity, Verkaufs- und Finanzzentrale voestalpine, Linz
  • 2010 Plus Beaux Ouvrages de construction Métallique, Fussgängerbrücken Braque, Miro und Chagall in Strassburg
  • 2010 Best Office Award, Kategorie International, Verkaufs- und Finanzzentrale voestalpine, Linz
  • 2009 DETAIL Preis, Innovation Stahl, Passerelle Simone-de-Beauvoir
  • 2009 Österreichischer Bauherrenpreis, Bilger-Breustedt Schulzentrum, Taufkirchen
  • 2009 Oberösterreichischer Holzbaupreis, Mischkonstruktion, Bilger-Breustedt Schulzentrum, Taufkirchen
  • 2008 Deutscher Brückenbaupreis und Ingenieurbaupreis, Dreiländerbrücke Weil am Rhein
  • 2008 Footbridge Award, Kategorie Technik, Dreiländerbrücke
  • 2008 Footbridge Award, Kategorie Ästhetik, Passerelle Simone de Beauvoir
  • 2008 Hayden Medal 2008, USA, Dreiländerbrücke
  • 2008 ECCS Award for Steelbridges und Preis des Deutschen Stahlbauq, Dreiländerbrücke
  • 2007 Mies van der Rohe Preis, Nominiert mit 3 Projekten des Büros. Der Preis für zeitgenössische Architektur wird alle zwei Jahre von der EU und der Mies van der Rohe Stiftung für herausragende Leistungen der Architektur vergeben. Jedes europäische Land nominiert 5 Projekte. DFA wurde mit den Projekten Passerelle Simone-de-Beauvoir, Kunsthaus Weiz und Universitât Krems von Frankreich, Österreich und Slowenien nominiert.
  • 2007 Österreichischer Bauherrenpreis, Donauuniversität Krems
  • 2007 Europäischer Stahlbaupreis, Passerelle Simone de Beauvoir
  • 2007 Architekturpreis des Landes Steiermark, Kunsthaus Weiz
  • 2007 Preis des Landes Steiermark und Geramb-Rose Preis, Kunsthaus Weiz
  • 2007 Renault Future Traffic Award, Dreiländerbrücke
  • 2006 Equerre d‘Argent, Französischer Architekturpreis, Passerelle Simone de Beauvoir
  • 2006 Kultur- und Wissenschaftspreis Land Niederösterreich, Donauuniversität Krems
  • 2006 Österreichischer BauPreis, Preisträger, Donauuniversität Krems
  • 2006 Contractworld.award, Shortlisted Sparte Schulbau (10 Projekte europaweit)
  • 2006 Bauwerk des Jahres, Shanghaibrücke, Architekten und Ingenieurverein Hamburg
  • 2005 Equerre d’Argent, Nominierung, Gebäude A1, Gennevilliers, Frankreich
  • 1998 Kunstpreis Berlin, Förderpreis für Baukunst der Akademie der Künste

Wichtigste Arbeiten

Dreiländerbrücke in Weil am Rhein

Feichtingers weitere Arbeiten sind unter anderem:

  • Bâtiment A1 Bürogebäude im Containerhafen Gennevilliers bei Paris, 2005
  • Donau-Universität Krems, Krems, 2005
  • Kunsthaus, Weiz, 2005
  • Shanghaibrücke, Brooktorhafen, Hamburg, 2006
  • Dreiländerbrücke über den Rhein, zwischen Weil am Rhein und dem franz. Huningue, weltweit längste freitragende Bogenkonstruktion einer Fußgängerbrücke, 2006
  • Passerelle Valmy, Fußgängerbrücke in La Défense, Paris, Fertigstellung 2007, Eröffnung 2008
  • Museumsbrücke im Magdeburger Hafen zum Kaispeicher B in der Hamburger Hafencity, Fertigstellung 2007
  • Bilger-Breustedt Schulzentrum, Taufkirchen an der Pram (Fertigstellung 2009)
  • Finanz- und Verkaufszentrale der voestalpine GmbH, Linz (Fertigstellung 2009)
  • Klinikum Klagenfurt, Klagenfurt (Fertigstellung 2010)
  • Schulzentrum Lucie Aubrac, Nanterre (Fertigstellung 2012)
  • Passerelle Oude Dokken, Gent, Belgien (Fertigstellung 2012)
  • Wohnbau und Kindergarten Lehen, Salzburg (Fertigstellung 2012)
  • Wohnbau Eurogate 0 Energie, Wien (Fertigstellung 2012)
  • Zentrum Montreuil, Multiplex, Geschäfte und Hort, Montreuil-sous-Bois, Frankreich (Fertigstellung 2012)
  • Sportzentrum Hector Berlioz, Vincennes, Frankreich (Fertigstellung 2013)
  • Schulzentrum, Kindergarten und Hort, Coulaines, Frankreich (Fertigstellung 2013)
  • Universität für Geisteswissenschaften, Aix-en-Provence, Frankreich (Fertigstellung 2013)
  • Sportzentrum Jules Ladoumègue, Paris, Frankreich (Fertigstellung 2014)
  • Passerelle des Friedens, Lyon, Frankreich (Fertigstellung 2014)
  • Öffentliches Schwimmbad, Saint-Gervais-les-Bains, Frankreich (Fertigstellung 2014)
  • Umbau und Erweiterung des Schwimmbads Kibitzenau, Strassburg, Frankreich (Fertigstellung 2014)
  • Headquarter Lille Métropole Habitat, Tourcoing, Frankreich (Fertigstellung 2015)

Literatur

  • Armelle Lavalou, François Lamarre, Jean-Paul Robert: Passerelle Simone de Beauvoir, Feichtinger Architectes, Paris. Archives d'Architecture Moderne, AAM Editions, Bruxelles / Ante prima, Paris 2006, ISBN 978-2-87143-175-6 (französisch).
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