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vom 17.05.2017, aktuelle Version,

Dornbirner Messe

Messe Dornbirn GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1949
Sitz Dornbirn, Österreich
Leitung Sabine Tichy-Treimel
Branche Dienstleistung
Website www.messedornbirn.at

Luftfoto von Norden auf das Messegelände.
Alter Haupteingang des Dornbirner Messegeländes.
Das neu errichtete Haus der Messe bei Nacht.

Die Messe Dornbirn GmbH betreibt das Messegelände in Dornbirn und ist der größte Messeveranstalter in Vorarlberg.

Geschichte

Auf Initiative des Verkehrsvereins Dornbirn unter der Leitung des Sparkassendirektors Eugen Lecher wurde vom 26. Juli 1949 bis zum 6. August 1949 die „1. Export- und Musterschau Dornbirn“ veranstaltet. Ziel war, die Ausfuhr von Vorarlberger Produkten, insbesondere von Produkten der damals großen Textilindustrie, voranzutreiben. Als Ausstellungsleiter fungierte Hermann Rhomberg.

Die Ausstellung fand damals in den Räumlichkeiten der verschiedenen Schulen im Zentrum von Dornbirn sowie in aufgestellten Zelthallen statt. Da die erste Ausstellung mit 541 Ausstellern (davon 509 aus Österreich) und 150.000 Besuchern ein voller Erfolg war, wurde beschlossen, die Ausstellung in den folgenden Jahren zu wiederholen und eine eigene Gesellschaft, die „Export- und Mustermesse Ges.m.b.H. Dornbirn“, zu gründen.

Obgleich die Neugründung der Dornbirner Messe nach dem Zweiten Weltkrieg für Stadt und Land einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich brachte, wird in der heutigen Zeit immer mehr Kritik an den Personalstrukturen dieser Zeit laut. Den Vorwürfen nach sollen die Gründer der neuen Dornbirner Messe ausschließlich wohlhabende Fabrikbesitzer gewesen sein. Diese hätten mit den Nationalsozialisten kooperiert und wären durch ihre Beteiligung an der Dornbirner Messe nach Kriegsende der Entnazifizierung entronnen. Obwohl zahlreiche Dornbirner Fabrikbesitzer Nationalsozialisten waren, lässt sich die Richtigkeit dieser Aussage heute nicht mehr vollständig nachvollziehen. In der Dornbirner Messe waren nach dem Krieg auch der ehemalige NS-Landeshauptmann Anton Plankensteiner sowie als Pressechef der Hohenemser NS-Propagandist und antisemitische Publizist Bruno Amann (1913–1963) beschäftigt.

1953 wurde beim Schulzentrum die Messehalle, die heutige Stadthalle, errichtet, die neben dem Zweck als Ausstellungshalle auch als Veranstaltungssaal während des Jahres genutzt werden konnte. Im Jahr 1957 wurde mit dem „Messehochhaus“ in der Realschulstraße ein Symbol des wirtschaftlichen Aufschwungs errichtet.

1966 wurde der Textilbereich aus der Sommermesse ausgegliedert und in eine eigene Fachmesse im Herbst verlagert. Dies zeigte jedoch keinen Erfolg, und diese Fachmesse wurde zwei Jahre später wieder eingestellt. Die Sommermesse (heute Herbstmesse) blieb als nicht-fachspezifische Publikumsmesse bestehen.

Die Ausstellungsräumlichkeiten in den Schulen entsprachen bald nicht mehr den Anforderungen. So entstand am Stadtrand bei der Autobahnabfahrt Dornbirn-Süd das heutige Messegelände. 1975 wurde die erste Messe im neuen Gelände abgehalten.

1976 wurde der Name der Messe auf „Dornbirner Messe“ abgeändert. Das neue Gelände ermöglichte es nun, Messen auch während des Schuljahres abzuhalten, und so wurde im Frühjahr die „Hobby- und Freizeitmesse“ (heute Frühjahrsmesse) neu installiert.

Weil der traditionelle Messetermin Ende Juli / Anfang August in der beliebtesten Urlaubszeit lag und zum Teil sehr heiße Messewochen zu einem Besucherrückgang führten, wurde im Jahr 1995 beschlossen, die Hauptmesse in der ersten Septemberwoche abzuhalten. Die Messe wird seit diesem Termin als „Herbstmesse“ geführt.

Um die Jahrtausendwende wurden in Dornbirn neben der Frühjahrs- und Herbstmesse weitere Fachmessen neu ins Programm genommen. So gehören heute die Kirchenmesse „Gloria“, die während der Festspielzeit stattfindende Kunstmesse „art bodensee“, die Arbeitsschutzmesse „Preventa“ und auch die bisher abwechselnd in St. Gallen und Dornbirn stattfindende Technologiemesse „intertech“ zur Dornbirner Messefamilie. Seit 2010 findet die „intertech“ nur mehr in Dornbirn statt.

2005 wurde die Herbstmesse erstmals von traditionell neun auf fünf Tage (Mittwoch bis Sonntag) verkürzt. 2006 wurden das neue „Haus der Messe“ (auch „Wirtschaftszelt“ genannt) und das neue Verwaltungsbüro am Messeplatz bezogen. Der Produktname wurde in „Messe Dornbirn“ geändert. Der Unternehmensname bleibt aber weiterhin „Dornbirner Messe GmbH“.

2013 wurde im Oktober erstmals als „Die Gustav“ veranstaltet. Als internationaler Salon für Konsumkultur präsentieren sich hier Aussteller aus den Bereichen Design und Genuss.[1][2]

Messe Dornbirn GmbH

Personen

  • Geschäftsführung: Sabine Tichy-Treimel
  • Leitung Finanzen & Personal: Anton Schwendinger
  • Leitung Infrastruktur / Neubau: Herbert Rella
  • Leitung Technik: Stefan Rippl

Messen

  • Herbstmesse
  • com:bau
  • Schau!
  • Gloria (in Kooperation mit der Messe Augsburg ebenda)
  • Intertech
  • art bodensee
  • Hochzeit & Event
  • Baby & Kind
  • Die Gustav

Standort

Das Messegelände Dornbirn liegt direkt an der Autobahnausfahrt 18 der Rheintal/Walgau Autobahn (A14). Die Verwaltung befindet sich im neuen Haus der Messe am Messeplatz.

Messestadion

Das Messestadion ist eine Eis-Mehrzweck-Halle im Gelände der Messe Dornbirn. Während der großen Messen wird es als Messehalle (Halle 6) genutzt – ansonsten dient es hauptsächlich den Dornbirner Eissportvereinen, insbesondere dem Dornbirner EC, als Heimstätte. Das Stadion kann auch für Konzerte und andere Großveranstaltungen genutzt werden. So war beispielsweise zweimal Thomas Gottschalk mit seiner Sendung Wetten, dass..? zu Gast im Dornbirner Messegelände.

Am 21. und 22. April 2007 war das Messestadion Austragungsort für das Fed-Cup-Duell Österreich gegen Australien.

Einzelnachweise

  1. Gustav – Zeit und Raum für guten Geschmack (Memento vom 21. August 2014 im Internet Archive)
  2. Die Gustav – Veranstalterseite
  Commons: Dornbirner Messe  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien