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vom 05.08.2018, aktuelle Version,

Dreisprachenspitze

Dreisprachenspitze
Die Dreisprachenspitze vom Parkplatz „Skigebiet Stilfser Joch“ aus

Die Dreisprachenspitze vom Parkplatz „Skigebiet Stilfser Joch“ aus

Höhe 2843 m ü. M.
Lage Lombardei/Südtirol (Italien), Graubünden (Schweiz)
Gebirge Ortler-Alpen, Alpen
Koordinaten, (CH) 46° 31′ 50″ N, 10° 27′ 9″ O (831173 / 157692)
Dreisprachenspitze (Ortler-Alpen)
Dreisprachenspitze

Die Dreisprachenspitze (ital. Cima Garibaldi, rätoromanisch Piz da las Trais Linguas?/i; teilweise auch „Dreiländerspitze“, nicht zu verwechseln mit der Dreiländerspitze im Silvretta-Massiv in Österreich) ist eine 2843 m hohe Erhebung in den italienischen-schweizerischen Alpen. Geographisch ist sie ein unbedeutender Nebengipfel der Rötlspitze, sie hat vor allem eine kulturelle und touristische Bedeutung.

Standort

Bis Südtirol an Italien fiel (1919), war hier das Dreiländereck Italien-Österreich-Schweiz. Hier treffen sich die Verbreitungsgebiete der italienischen Sprache (lombardischer Dialekt), der deutschen Sprache (Tiroler, Südtiroler Dialekt) und der rätoromanischen Sprache (Münstertaler Dialekt Jauer).

Auf dem Gipfel befindet sich die Garibaldi-Hütte. Wenige Meter von der Hütte entfernt befindet sich der Grenzstein Nr. 1, der die Grenze zwischen Italien und der Schweiz markiert und bis zum Ende des Ersten Weltkrieges die Grenze von Italien, Österreich und der Schweiz kennzeichnete. In den 1960er Jahren wurde die Hütte neben den Ruinen eines alten Schweizer Gasthofes erbaut. Dieser wurde im Ersten Weltkrieg unter dem Beschuss der italienischen Werksartillerie des Forte Venini di Oga bei Bormio, das sich in etwa elf Kilometer Luftlinie in südlicher Richtung befindet, zerstört.[1]

Umgebung

Der Berg liegt direkt oberhalb des zweithöchsten Alpenpasses, des Stilfser Jochs (2757 m), und ist daher ohne Probleme zu erreichen. Von der Passhöhe benötigt man nur etwa zehn Minuten bis zum Gipfel. Im Osten sieht man die Stilfser-Joch-Nordost-Rampe, im Südosten die gewaltigen Gletschermassen des Ortlers und des Monte Livrio. Im Südwesten erblickt man den Monte Scorluzzo, westlich davon die Südwestrampe nach Bormio und den Umbrailpass, den höchsten befahrbaren Pass der Schweiz. Die zur italienischen Seite abfallenden Flanken des Bergs sind im Nationalpark Stilfser Joch unter Schutz gestellt.

Geschichte

Im Ersten Weltkrieg befand sich hier eine umkämpfte Hochgebirgsregion: Im Osten befand sich Österreich-Ungarn, im Westen war Italien, und dazwischen war eben an diesem Punkt eine Ausbuchtung des Schweizer Staatsgebiets. So kam es manchmal vor, dass sich die beiden im Krieg liegenden Staaten Österreich-Ungarn und Italien buchstäblich über die Köpfe der Schweizer Grenzsoldaten hinweg bekriegten. Die k.u.k. Armee errichtete 1915 am östlichen Abhang unterhalb des Breitenkammes auf der österreichisch-ungarischen Seite ein großes Truppenlager, das im toten Winkel der italienischen Artillerie lag. Es wurde in der Folgezeit nach dem Kommandanten des Verteidigungsabschnittes der Ortlerfront, Oberst Moritz Erwin von Lempruch, als Lempruchlager bezeichnet. Aufgrund seiner geschützten Lage galt es unter den Frontsoldaten als Erholungsheim und verfügte auf etwa 2700 m Höhe sogar über ein Feldkino. Im September 1917 kam selbst Kaiser Karl I. zum Frontbesuch ins Lager.[2][3]

Bilder

  Commons: Piz da las Trais Linguas  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Helmut Golowitsch (Hrsg.): Ortlerkämpfe 1915-1918. Der König der Deutschen Alpen und seine Helden von Generalmajor Freiherrn von Lempruch ergänzt durch historische Beiträge, Buchdienst Südtirol, Nürnberg 2005, ISBN 978-3-923995-28-8.
  • Alexander Jordan: Krieg um die Alpen: Der Erste Weltkrieg im Alpenraum und der bayerische Grenzschutz. Duncker & Humblot, Berlin 2008, ISBN 978-3-428-12843-3.

Einzelnachweise

  1. rifugiogaribaldi.it: Die Geschichte der Garibaldi-Hütte, abgerufen am 29. Juli 2007
  2. Alexander Jordan: Krieg um die Alpen: Der Erste Weltkrieg im Alpenraum und der bayerische Grenzschutz S. 441
  3. Krieg am Umbrail (PDF; 52 kB), abgerufen am 7. Juni 2018.