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vom 25.02.2018, aktuelle Version,

Edition Atelier

Edition Atelier
Rechtsform GmbH
Sitz Wien, Österreich
Leitung Sarah Legler und Jorghi Poll
Branche Buchverlag
Website www.editionatelier.at

Die Edition Atelier ist ein Mitte der 1980er-Jahre in Wien durch den Autor, Journalisten und Politiker Jörg Mauthe ins Leben gerufener Buchverlag, der seit 2011 von Sarah Legler und Jorghi Poll geleitet wird, die einen Schwerpunkt auf zeitgenössische Literatur setzen.

Geschichte

Jörg Mauthe gründete im Jahr 1980 die kulturpolitische Zeitschrift Wiener Journal, der die Edition Atelier daraufhin angeschlossen wurde. Den programmatischen Schwerpunkt bildeten zunächst österreichische Literatur, Kultur- und Politikgeschichte, es erschienen etwa vier bis fünf Bücher pro Jahr. Der Kulturredakteur David Axmann gehörte zu den ersten Mitarbeitern des Verlags. Nach dem Tod Mauthes im Jahr 1986 übernahm Axmann verstärkt Lektorats- und Herausgebertätigkeiten.

Die Zeitschrift Wiener Journal wurde im Jahr 2002 als selbständige Publikation eingestellt. Ebenso wie die Edition Atelier wurde sie von der Wiener Zeitung übernommen. Seit 2011 ist die Edition Atelier wieder unabhängig von der Wiener Zeitung. Die Leitung des Verlags übernahm Jorghi Poll, seit 2013 gemeinsam mit der Literaturwissenschaftlerin Sarah Legler.

Programm

Den Schwerpunkt der Edition Atelier bildet seit der Übernahme durch Jorghi Poll und Sarah Legler (österreichische) Gegenwartsliteratur. Neben Romanen und Erzählungen von Autoren wie Thomas Ballhausen, Hanno Millesi und Wolfgang Popp wurden bisher auch zahlreiche Debütromane veröffentlicht, etwa von Mascha Dabić. Darüber hinaus erscheinen auch Übersetzungen zeitgenössischer Werke, etwa der Roman Magda der in London lebenden Verlegerin und Autorin Meike Ziervogel, eine fiktionalisierte Biografie von Magda Goebbels (übersetzt von Martin Thomas Pesl), und der Vampirroman Die letzte Nacht (Org.: L'ultima notte) des italienischen Germanisten Furio Jesi (übersetzt von Barbara Kleiner).

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf österreichischer Literatur aus dem 20. Jahrhundert. Unter anderem unter der Herausgeberschaft von Alexander Kluy konnten so Werke von Else Feldmann, Dorothea Zeemann, Hans Weigel und Joseph Roth wiederaufgelegt werden. Der Kulturpublizist Adolf Opel gibt im Rahmen des Verlagsprogramms Bücher von Lina Loos und den lange verschollenen Roman von Bohuslav Kokoschka, dem Bruder des Wiener Malers Oskar Kokoschka, neu heraus. Der Kärntner Germanist Primus-Heinz Kucher hat den Amerikaroman Marylin des Journalisten und Theatermannes Arthur Rundt herausgegeben. Die Reihe Textlicht publiziert junge Literatur im Taschenbuchformat. Seit 2012 gehört auch die Wiener Literaturzeitschrift Keine Delikatessen zum Verlagsprogramm. Im Herbst 2015 startete der Verlag zudem die neue Buchreihe Bibliothek der Nacht, in deren Rahmen der Autor und Literaturwissenschaftler Thomas Ballhausen fantastische Literatur herausgibt, darunter unter anderem der Roman Severins Gang in die Finsternis des Prager Schriftstellers und Zeitgenossen von Gustav Meyrink Paul Leppin.[1]

Weiters werden auch Sachbücher und Essays im Bereich Kultur publiziert. Etwa Signaturen der Erinnerung. Über die Arbeit am Archiv von Thomas Ballhausen, Der Geruch der Welt von Paul Divjak und Das Buch der Schurken. Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur sowie dessen Nachfolger Das Buch der Tiere. 100 animalische Streifzüge durch die Weltliteratur von Martin Thomas Pesl.

Seit Herbst 2013 veranstaltete die Edition Atelier einmal im Monat die Lesereihe TEXTLICHT. Der Literaturmontag im Wiener Club Fluc. Autoren lasen aus ihren aktuellen Büchern, danach wurde das interessierte Publikum zu einer moderierten Open Stage eingeladen. Neben den Lesungen fanden bei freiem Eintritt DJ-Musik oder Konzerte statt. Seit Herbst 2014 findet die Lesereihe in Kooperation mit dem Österreichischen Kulturforum Berlin auch in Berlin statt. Unter dem Namen LiteraturMagnet gestalten Autoren der Edition Atelier und des Verbrecher Verlages alle zwei Monate in der Z-Bar einen gemeinsamen Abend.

Seit 2014 ist ein Großteil der Bücher auch als E-Books erhältlich.

Autoren (Auswahl)

  • Thomas Antonic und Janne Ratia: Der Bär im Kaninchenfell, 2013; JOE 9/11, 2014.
  • Thomas Ballhausen: Lob der Brandstifterin, 2013; In dunklen Gegenden, 2014.
  • Walter Buchebner: ich die eule von wien, hg. v. Daniela Strigl, 2012.
  • Mascha Dabić: Reibungsverluste, 2017.
  • Paul Divjak: Der Geruch der Welt, 2016.
  • Andrea Drumbl: Die Vogelfreiheit unter einer zweiten Sonne, weil die erste scheint zu schön, 2013; Narziss und Narzisse, 2014; Die Einverleibten, 2016.
  • Furio Jesi: Die letzte Nacht, 2015 (in der Reihe Bibliothek der Nacht).
  • Izy Kusche: Und dann lynch' ich deinen Hummer!: Das Affenalbum, 2012; Kassiber, 2013.
  • Paul Leppin: Severins Gang in die Finsternis, 2015 (in der Reihe Bibliothek der Nacht).
  • Lina Loos: Das Buch ohne Titel, hg. v. Adolf Opel, 2013; Du silberne Dame Du. Briefe von und an Lina Loos, hg. v. Adolf Opel, 2016.
  • Jörg Mauthe: Die Vielgeliebte, 2011; Die große Hitze, 2011.
  • Elena Messner: Das lange Echo, 2014; In die Transitzone, 2016.
  • Hanno Millesi: Venusatmosphäre, 2015; Der Schmetterlingstrieb, 2016.
  • Margit Mössmer: Die Sprachlosigkeit der Fische, 2015.
  • Wolfgang Popp: Die Verschwundenen, 2015; Wüste Welt, 2016.
  • Sophie Reyer: Schläferin, 2016.
  • Joseph Roth: Nacht und Hoffnungslichter, hg. v. Alexander Kluy, 2014.
  • Ulrike Schmitzer: Die Falsche Witwe, 2012; Die Flut, 2013; Es ist die Schwerkraft, die uns umbringt, 2014; Die gestohlene Erinnerung, 2015.
  • Eva Schörkhuber: Die Blickfängerin, 2013; Quecksilbertage, 2014.
  • Jana Volkmann: Fremde Worte, 2014; Das Zeichen für Regen, 2015.
  • Philipp Weiss: Tartaglia, 2013.

Einzelnachweise

  1. Trailer zum Reihenstart