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vom 21.01.2020, aktuelle Version,

Einer von uns (2015)

Filmdaten
Originaltitel Einer von uns
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 88 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Stephan Richter
Drehbuch Stephan Richter
Produktion Arash T. Riahi,
Karin C. Berger
Musik Maja Osojnik,
Matija Schellander
Kamera Enzo Brandner
Schnitt Andreas Wodraschke,
Julia Drack
Besetzung

Einer von uns ist ein österreichisches Filmdrama von Stephan Richter, das am 18. September 2015 beim San Sebastián Film Festival seine Premiere feierte und am 20. November 2015 in die österreichischen Kinos kam.[3] Der Film wurde mit der Unterstützung des Österreichischen Filminstituts (ÖFI) und des Filmfonds Wien (FFW) hergestellt und zudem durch das ORF Film-/Fernsehabkommen, Filmstandort Österreich (FISA) und Kultur Niederösterreich gefördert.[4][5] Nachdem der Film im Rahmen des 37. Filmfestivals Max Ophüls Preis mit dem Max Ophüls Preis 2016 ausgezeichnet wurde, war er auch im Rahmen der Berlinale 2016 zu sehen.[6] Am 24. November 2016 kam der Film in die deutschen Kinos.

Handlung

In einem industriell geprägten Vorort in Österreich ist der Einkaufsladen merX der einzige soziale Treffpunkt für die Bewohner des Ortes und trotz langweiliger Lautsprecherdurchsagen, nervtötender Kundenumfragen und brummender Putzmaschinen auch die einzige Möglichkeit für die jungen Leute, zusammenzukommen. Doch der Supermarktchef und einige übereifrige Polizisten vermiesen den Teenagern nur zu gerne das Rumhängen. Der aufgeweckte 14-jährige Julian lernt hier den zwei Jahre älteren Außenseiter Marko kennen, mit dem er sich auf Anhieb gut versteht, weil sie der Hass gegen das Vorstadtleben eint. Die beiden Jugendlichen geraten in Konflikt mit dem angepassten Stillstand, der die Welt der Erwachsenen prägt; sie wollen sich nicht weiter von der Supermarktverwaltung einschüchtern lassen, überschreiten in einer Sommernacht eine Grenze und planen in den Supermarkt einzubrechen – dabei wird einer der Buben getötet.

Hintergrund

Das Spielfilmdebüt von Stephan Richter wurde von tatsächlichen Vorfällen inspiriert, bei denen am 5. August 2009 ein 14-Jähriger bei einem nächtlichen Einbruch in einen Merkur-Markt in Krems an der Donau von einem Polizisten erschossen wurde.[7] In Folge dieses Vorfalls wurde ein Beamter zu acht Monaten Haft wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen verurteilt und die Rechtmäßigkeit des Schusswaffengebrauchs in Österreich heftig diskutiert.[8] Der Kommentar des Kolumnisten Michael Jeannée in der Kronen Zeitung, „Wer alt genug zum Einbrechen ist, ist auch alt genug zum Sterben“, wurde 2009 beim Österreichischen Wort des Jahres in veränderter Form zum Unspruch des Jahres gewählt.[9][10]

Rezeption

Altersfreigabe

In Deutschland ist der Film FSK 12. In der Freigabebegründung heißt es: „Die Geschichte um Leere, Konsum und ohnmächtige Rebellion ist ruhig und atmosphärisch erzählt. Die Inszenierung konzentriert sich auf die Protagonisten und den Schauplatz des Supermarkts. Die düstere Grundstimmung und einzelne Gewaltdarstellungen können Kinder unter 12 Jahren emotional überfordern, doch bereits 12-Jährige sind in der Lage, sie in den Kontext einzuordnen und zu verarbeiten.“[11]

Kritiken

Auch wenn Einer von uns kein klassischer Jugendfilm ist, erzählt er von Jugendlichen und wird aus ihrer Perspektive erzählt. Der Zuschauer kann beobachten, wie diese ihre schicksalhaften Entscheidungen treffen. Richter inszenierte den Film ohne erhobenen Zeigefinger.[4] Die Viennale spricht bei Einer von uns von einem besonderen Film und von einer unaufgeregten, präzisen und dichten Erzählung, die im österreichischen Kino eine kleine Sensation ist.[12] Die Mitarbeiter der Kino macht Schule (vom Filmverleih Filmladen) beschreiben Richters Arbeit als glaubhaft und inspiriert und bieten Begleitmaterialien zum Film.[4]

Einsatz im Schulunterricht

Im November 2016 wurde Einer von uns von kinofenster.de als „Film des Monats“ präsentiert. Zudem bietet das Onlineportal Materialien zum Film für den Unterricht.[13] Dort schreibt Angela Sirch, jeder suche im Film nach einem Weg aus der Tristesse: „Die einen betäuben sich mit Alkohol, die anderen versinken in großem Schweigen und die Jugendlichen wollen eigentlich nur schreien. Doch gerade die Stille des Films lässt diese unterdrückten Schreie umso spürbarer werden. Der Kreislauf aus Konsum und Langeweile dreht sich ewig weiter und scheint nur durch ein tragisches Ereignis zum Stillstand zu kommen.“ Richter gelinge es dabei, die Protagonisten nicht zu bewerten, und er verzichte auf Schuldzuweisungen, denn jede Figur sei ein Produkt ihrer beklemmenden Umgebung, so Sirch weiter.[14]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Einer von uns. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 162895/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Einer von uns. Jugendmedien­kommission.
  3. filminstitut.at: Einer von uns. Abgerufen am 30. November 2016.
  4. 1 2 3 Einer von uns In: kinomachtschule.at. (PDF)
  5. Einer von uns In: zff.com. Abgerufen am 7. November 2015.
  6. Einer von uns In: berlinale.de. Abgerufen am 13. Februar 2016.
  7. Einer von uns In: einervonuns.at
  8. Österreichisches Jugend-Drama in San Sebastian In: kurier.at, 30. Juli 2015.
  9. derStandard.at – Dem Vertrauen in den Rücken geschossen. Artikel vom 13. Oktober 2009, abgerufen am 7. November 2015.
  10. derStandard.at – "Audimaxismus" ist das österreichische Wort des Jahres 2009. Artikel vom 10. Dezember 2009, abgerufen am 7. November 2015.
  11. Freigabebegründung für Einer von uns In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 29. November 2016.
  12. Einer von uns In: viennale.at. Abgerufen am 7. November 2015.
  13. Einer von uns. In: kinofenster.de.
  14. Angela Sirch: Einer von uns. In: kinofenster.de.
  15. Wettbewerb Spielfilm (Memento des Originals vom 31. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.max-ophuels-preis.de In: max-ophuels-preis.de. Abgerufen am 31. Dezember 2015.
  16. Film: Österreichisches Jugenddrama gewinnt Max-Ophüls In: Focus Online, 23. Januar 2016.
  17. Sections and Films. Nominierungen im Wettbewerb 'New Directors': Einer von uns / One of us In: sansebastianfestival.com. Abgerufen am 31. Dezember 2015.
  18. Nominierungen im Wettbewerb In: zff.s3.amazonaws.com. Abgerufen am 31. Dezember 2015. (PDF)
  19. Österreichischer Filmpreis: 'Ich seh Ich seh' großer Gewinner In: derstandard.at, 20. Jänner 2016.
  20. Nominierungen Österreichischer Filmpreis 2016 In: Österreichische Filmakademie. Abgerufen am 31. Dezember 2015. (PDF; 40 KB)