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vom 03.09.2016, aktuelle Version,

Ferry Ahrlé

Ferry Ahrlé
Ferry Ahrlé mit Gemalte Musik "Die Schottische Sinfonie"
Ferry Ahrlé mit Gemalte Musik "Till Eulenspiegel"

Ferry Ahrlé (* 17. Juni 1924 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Maler, Autor und Entertainer.

Leben

Ferry Ahrlé wuchs in Berlin auf[1]. Sein Vater ist René Ahrlé. Ferry Ahrlé studierte an der Akademie der bildenden Künste u. a. bei Max Kaus. Er nahm neben seinem Studium Schauspielunterricht bei dem späteren Burgschauspieler Albin Skoda. Das von Ahrlé gemalte Porträt Skodas als Torquato Tasso hängt im Burgtheater in Wien. Zwei Spielzeiten zeichnete er die Programmtitel der Berliner Philharmoniker[2], darunter die Porträts von Sergiu Celibidache, Wilhelm Furtwängler, Yehudi Menuhin und Otto Klemperer. Er entwarf Dekorationen für den Film „Berliner Ballade“ und für das literarische Kabarett „Die Stachelschweine“.

Mitte der 1950er Jahre ging Ahrlé nach Frankfurt am Main. Hier entstanden seine Filmplakate u. a. zu Filmen von Federico Fellini, Ingmar Bergman, Luis Buñuel, François Truffaut und Roman Polański[3]. Diese wurden anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Films zusammen mit Schauspielerporträts im Deutschen Filmmuseum gezeigt[4][5].

In den 1960er Jahren arbeitete Ahrlé in Paris. Zurück in Deutschland zeigte er ab den 1970er Jahren seine Bilderzyklen „Signal und Schiene“, „Von Ikarus bis Überschall“, „Das Geld in Oper und Schauspiel“, „Mozartissimo“, „Alles Theater“ und „Gemalte Musik“.

Von 1979 bis 1990 war er im Fernsehen präsent. Für seine verschiedenen Serien schrieb er auch die Drehbücher. In seiner Serie „Die Kleinen der Großen“ erfand er dienstbare Geister historischer Persönlichkeiten. In der „Galerie der Straße“ tritt er in den Rollen großer Plakatkünstler auf.

In der Serie „Sehr ähnlich, wer soll’s denn sein?“ unterhält er sich mit seinen Gesprächspartnern und porträtiert sie gleichzeitig. Persönlichkeiten wie Maria Schell, Marianne Hoppe, Erika Pluhar, Karl John, Paul Dahlke, Martin Held, Johannes Heesters, Yehudi Menuhin, Erich von Däniken und viele andere saßen ihm Modell. Für diese besondere und unterhaltende Art des Porträtierens im doppelten Sinn erhielt er in New York den „Golden Award“ auf dem „Internationalen Film- und Fernsehfestival“.

Neben seiner Malerei schreibt Ahrlé Bücher.

Buchveröffentlichungen

  • Sehen und sehen lassen, Autobiographie
  • Galerie der Straße - Große Meister der Plakatkunst
  • Flötentöne ohne Noten
  • Balkone - Vier Wände und ein bißchen mehr
  • Mögliche Begegnungen - Mosaik eines Erfinderlebens (Henri Nestlé)
  • Mir werden Flügel wachsen, der Mensch wird fliegen
  • Türme der Macht und des Geistes
  • Strassen, Lebenslinien europäischer Städte
  • Von Gönnern und Könnern, Finanzgenies und ihre Baukünstler
  • Jahre wie Tage - Das spannende Leben des Ferry Ahrlé (Bucher-Verlag, 2016)

Auszeichnungen

Seine Bilder hängen in privaten und öffentlichen Sammlungen. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und in Berlin.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ferry Ahrlé, in: Internationales Biographisches Archiv 42/1996 vom 7. Oktober 1996, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 3. Mai 2013 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Der die Musik malt: Ferry Ahrlé – “Ein Tag ohne Malen oder Musik ist kein gelebter Tag”. Artikel vom 5. März 2012 auf Website Musik Heute, Autor Wieland Aschinger. Abgerufen am 3. Mai 2013.
  3. Das alternde Wunderkind. Artikel vom 28. Februar 2013 in der Frankfurter Rundschau, Autor Claus-Jürgen Göpfert. Abgerufen am 3. Mai 2013.
  4. Film Kunst Grafik - Eine Ausstellung zur neuen deutschen Filmgrafik der 60er Jahre. Ausstellung im Deutschen Filmmuseum Frankfurt am Main vom 29. November 2007 bis 10. Februar 2008. Abgerufen am 3. Mai 2013.
  5. Film Kunst Grafik - Ausstellung / Buch / Filmklassiker zur neuen deutschen Filmgrafik der 1960er Jahre. Ausstellungsvideotrailer. Abgerufen am 3. Mai 2013.