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vom 20.11.2018, aktuelle Version,

Flüchtlingslager Oberhollabrunn

Das Flüchtlingslager Oberhollabrunn war ein Lager für Kriegsflüchtlinge des Ersten Weltkrieges in Hollabrunn, Niederösterreich.

Geschichte

Die Rückschläge Österreichs an der russischen Front – ein Großteil der Aufmarschpläne war Jahre zuvor von Oberst Alfred Redl verraten worden – führten zum Verlust von Ostgalizien und der Bukowina. Für die geflohene Bevölkerung mussten Auffanglager errichtet werden, wobei man zunächst auf verkehrsgünstig gelegene Schüttkästen im Landesinneren zurückgriff. Im Oktober 1914 wurden die Schüttkästen von Weyerburg, Enzersdorf im Thale, Mittergrabern, Raschala und Sitzendorf an der Schmida als Notquartiere adaptiert. Neben Flüchtlingen brachte man auch sogenannte "Internierte" aus dem südlichen Teil der Monarchie in die Lager – es waren dies überwiegend italienische Zivilisten, bei denen man eine Zusammenarbeit mit den regulären italienischen Truppen befürchtete.

Auch in Hollabrunn entstand auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Rudolf Kolisko ein großes Flüchtlingslager für ca. 6000 Personen.[1][2] Im Lager überwogen Flüchtlinge aus Rumänien, es gab aber auch viele sozial höherstehende Ruthenen aus der Bukowina.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Areal noch kurz von der Stadt Wien für die Lehrlingsausbildung genutzt, danach unter Mithilfe von Viktor Zeidler vor der Stadt Hollabrunn erworben und nach und nach an Private für Wohnzwecke verkauft.

Lage

Das Lager befand sich auf dem Gebiet der heutigen Gartenstadt östlich der ehemaligen Znaimer Straße, beginnend etwa bei der Abzweigung nach Raschala.[3] Der Russenfriedhof liegt etwa an der Nordost-Ecke, hängt aber nicht mit dem Lager zusammen.

Einzelnachweise

  1. Werner Lamm: Westliches Weinviertel: Geschichte in Bildern, Verlag Sutton, Erfurt 2001, ISBN 3-89702-296-6
  2. Werner Lamm, Walter Johann Fittner, Ferry Seher: Vom Flüchtlingslager zur Gartenstadt, Hollabrunner Museumsverein, Hollabrunn 1999
  3. Plan des Lagers