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vom 21.04.2018, aktuelle Version,

Franz Horch

Franz Jakob Horch, in den Vereinigten Staaten auch Franz Jacob Horch (* 21. Januar 1901 in Wien, Österreich-Ungarn; † 14. Dezember 1951 in New York City, Vereinigte Staaten), war ein österreichischer Dramaturg und Literaturagent.

Leben

In Österreich und Deutschland

Horch, Sohn eines Generalkonsuls und Generaldirektors, studierte zu Beginn der 1920er Jahre in seiner Heimatstadt Theaterwissenschaft und wurde mit einer Dissertation zur Geschichte des Wiener Burgtheaters zum Doktor der Philosophie promoviert. 1925 erschien im Österreichischen Bundesverlag Horchs Arbeit unter dem Titel Das Burgtheater unter Laube und Wilbrandt. Noch während seines Studiums lernte er das Theaterwesen ganz praktisch an einer Wanderbühne Friedrich Rosenthals kennen.

Mit 23 Jahren wurde Horch Dramaturg und stellvertretender Direktor der Wiener Kammerspiele und blieb es bis 1926. Noch im selben Jahr holte ihn Max Reinhardt als Dramaturg an das Theater in der Josefstadt und 1929 auch an das gleichfalls von ihm geleitete Deutsche Theater Berlin. Dort blieb Horch bis 1932. In diesem Jahr verpflichtete ihn der Wiener Paul Zsolnay Verlag als Leiter der eigenen Bühnenvertriebsabteilung. 1937 veröffentlichte er ein Buch über Paula Wessely unter dem Titel Paula Wessely. Der Weg einer Wienerin.

Im Exil

Nach der Annexion Österreichs im März 1938 floh Horch zunächst in die Schweiz (Zürich). Seit November 1938 lebte er in New York. Dort knüpfte Horch an die Kontakte zu deutschsprachigen Schriftstellern, die er einst in Berlin und Wien kennengelernt hatte, an und wurde deren Agent in den USA. Zu seinen Klienten zählten u. a. Heinrich Mann[1] und Klaus Mann[2]. Weitere von Horch vertretene Literaten waren Franz Werfel, Ferenc Molnár[3] und Upton Sinclair. Mit Alma Mahler-Werfel[4] verband ihn eine Freundschaft. Im Herbst 1945[5][6] heiratete Horch dort die zwölf Jahre ältere Theaterregisseurin Maria Gutmann (1889–1963).

Franz Horch starb überraschend im Alter von nur 50 Jahren in seiner New Yorker Wahlheimat.

Literatur

  • Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon, Biographisches und bibliographisches Handbuch, erster Band, Klagenfurt und Wien 1953, S. 843 f.
  • Deutsches Bühnen-Jahrbuch, 61. Jahrgang 1953, S. 78 (kurzer Nachruf)

Einzelnachweise

  1. Klaus Mann: Lieber und verehrter Onkel Heinrich, Rowohlt 2011, ISBN 9783644014015 Nr. 50 Google-Books
  2. Ursua Rautenberg, Ursula; Ute Schneider: Archiv für Geschichte des Buchwesens, Band 54, Walter De Gruyter 2001, ISBN 9783110942958, S. 34 Google-Books
  3. Horch-Nachruf in der New York Times vom 16. Dezember 1951
  4. Alma Mahler. (Nicht mehr online verfügbar.) • The Pennsylvania State University, 26. Juli 2012, ehemals im Original; abgerufen am 17. September 2014.@1@2Vorlage:Toter Link/www.libraries.psu.edu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)   Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Aufbau-Meldung vom 5. Oktober 1945, S. 8
  6. Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 45.