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vom 22.06.2017, aktuelle Version,

Franziskanerkloster Enns

Maria Immaculata Statue
Klosterkirche & Stadtpfarrkirche
Kreuzgang des Klosters

Das Franziskanerkloster Enns wurde im 13. Jahrhundert gegründet und wird nach mehreren Unterbrechungen auch heute wieder von Franziskanern (ordo fratrum minorum, „Minderbrüder“) bewohnt; zwischenzeitlich hatten auch Franziskaner-Konventualen („Minoriten“) dort gelebt, Das Kloster liegt in der Stadt Enns (Oberösterreich).

Geschichte

Die ersten Franziskaner kamen schon vor 1280 nach Enns und gründeten dort ein Kloster. Dieses musste aber 1551 in den Zeiten der Reformation aufgegeben werden. Im Jahre 1644 ließen sich Franziskaner-Konventualen (Minoriten) in Enns nieder und konnten das Kloster wieder beziehen, jedoch ohne die daran angebaute Kirche, die 1553 anstelle der Laurentiuskirche von Lorch zur Pfarrkirche von Enns erhoben worden war. Unter Kaiser Joseph II. wurde das Kloster 1784 erneut aufgehoben und vom Religionsfond beschlagnahmt. 1790 wurden das Gebäude und der Garten an die Stadt Enns verkauft und im Laufe der Zeit als Theater, Militärakademie und Waisenhaus genutzt.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts bemühte sich Bischof Franz Joseph Rudigier und ein Teil der Bürgerschaft, wieder Ordensleute nach Enns zu bringen. 1859 kamen Franziskaner der Tiroler Provinz in das ehemalige Kloster, das sie im Jahre 1883 erwarben. Von 1892 bis 1894 bauten sie einen Teil des Gebäudes zu einer eigenen Klosterkirche um. Die ursprünglichen Altäre für das im neuromanischen Stil errichtete Gotteshaus wurden von dem Künstler und Franziskanerpater Johannes Maria Reiter entworfen. Die Franziskaner waren als Seelsorger an der Klosterkirche und bis 1917 auch als Kooperatoren an der Pfarrkirche tätig. Im 20. Jahrhundert wurden der künstlerisch wertvolle Kreuzgang des alten Klosters mehrmals renoviert und die Ausstattung der Klosterkirche verändert.

Heute lebt ein kleiner Konvent von fünf Franziskanern im Kloster und ist in der Seelsorge tätig.