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vom 01.12.2017, aktuelle Version,

Frauenmauerhöhle

Frauenmauerhöhle

Frauenmauerhöhle, Engstelle

Frauenmauerhöhle, Engstelle

Lage: Hochschwabmassiv zw. Eisenerz und Tragöß, Steiermark, Österreich
Geographische
Lage:
47° 33′ 53″ N, 14° 58′ 19″ O
Frauenmauerhöhle (Steiermark)
Frauenmauerhöhle

Katasternummer: 1742/1
Typ: Durchgangshöhle, Karsthöhle
Entdeckung: 1820
Beleuchtung: keine
Gesamtlänge: 644 m

Die Frauenmauerhöhle ist eine 644 m lange Höhle unter der 1827 m hohen Frauenmauer, die Teil des Hochschwabmassivs ist. Die Besonderheit der Höhle ist die Möglichkeit der Durchquerung des darüber liegenden Bergmassivs, da sie über zwei Ausgänge verfügt, sie ist eine sogenannte Durchgangshöhle. Sie liegt an der Grenze der Verwaltungsbezirke Bruck-Mürzzuschlag und Leoben im Bundesland Steiermark in Österreich nahe den Ortschaften Eisenerz (Westeingang) und Tragöß (Osteingang). Sie ist Teil des weitverzweigten Frauenmauer-Langstein-Höhlensystems. Das Höhlensystem ist auf einer Länge von 32 Kilometern erforscht und zählt mit einer Höhendifferenz von nahezu 600 Metern zu den tiefsten Höhlen Österreichs.[1]

Entstehung und Geschichte der Erforschung

Die Höhle entstand nach der Eiszeit durch ablaufendes Schmelzwasser, das den Kalkstein auflöste und unterirdische Abflüsse bildete. Durch zunehmende Erosion wurden dann nach und nach beide Eingänge der Höhle freigelegt, sodass dieser natürliche Tunnel entstand. In der Höhle gibt es nur wenige Versinterungen wie Tropfsteine, da die Höhle geologisch als sehr jung einzustufen ist.

Eisenerzer Bergknappen stießen bereits um das Jahr 1820 in der Frauenmauerhöhle bis zur sogenannten Klamm vor (siehe Abbildung rechts oben). Erst hundert Jahre später wurde der Schutt aus der Klamm von Bergknappen ausgeräumt und somit konnte die Höhle zwischen den beiden Ausgängen durchgehend begangen werden. Bekannt ist auch, dass am 14. September 1885 Kaiserin Elisabeth in Begleitung von Erzherzogin Marie Valerie die Höhle besucht hat.

Einige unvorsichtige Begeher verunglückten bereits in diesem Felslabyrinth, da sie sich verirrten. Eine Begehung ohne Führer ist daher nicht ungefährlich. In der Höhle erinnert das Kreuz an dem Felspfeiler des „Umgangs“ an drei um 1890 verunglückte Studenten. Sie fanden nicht mehr aus der Höhle heraus, da ihre einzige Lichtquelle abgebrannt war. Sie beschlossen daher, sich an der vor ihnen liegenden Felswand entlang zu tasten. Ihr Verhängnis war, dass die vor ihnen liegende Felswand, die eigentlich ein Pfeiler mit 50 m Umfang ist, sich endlos umrunden ließ.

Seit den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts wird auch die nahegelegene Langsteinhöhle (beim Westeingang) erforscht.

Erreichbarkeit und Führungen

Man erreicht den Westeingang der Frauenmauerhöhle von der Präbichl-Passhöhe (über die Leobner Hütte, Gehzeit vier Stunden) oder von der Gsollkurve der B 115, Eisenbundesstraße (Gehzeit zwei Stunden). Benützt man an Wochenenden während der Sommermonate den Sessellift auf den Polster, kann man die Gehzeit auf unter zwei Stunden verkürzen. Den Osteingang der Höhle erreicht man in etwa 3 Stunden Gehzeit vom Ende der Fahrstraße von Tragöß Richtung Grüner See (Jassingau). Es ist möglich, zu Fuß von einem Eingang zum anderen oberirdisch über einen Bergsattel zu gehen.

Ortskundige Höhlenführer stehen von Juni bis September an allen Samstagen, Sonntagen und Feiertagen zur Verfügung. Am Osteingang üblicherweise um 12, 14 Uhr und am Westeingang um 11, 13 Uhr. Die Höhle und deren Steiganlagen werden vom Alpenverein, Sektion Voisthaler, betreut. Derzeitige Höhlenführer sind Wolfgang Seebacher und Günter Stanglauer aus Eisenerz. Im Jahr 2013 betrug die Führungsgebühr 5,– .

Galerie

Literatur

  • Robert Bouchal, Josef Wirth: Höhlenführer Österreich – Über 100 Höhlen mit Skizzen, Plänen, Zugangsbeschreibungen und 150 Fotos. Pichler Verlag, Wien 2001, ISBN 3-85431-234-2, S. 211–215.
  • Hans Hofmann-Montanus: Die Welt ohne Licht. Josef Habbel, Regensburg 1952.

Einzelnachweise

  1. Riesen-Höhle im Hochschwab entdeckt ORF.at. Abgerufen am 25. November 2011


Siehe auch Bild und Bericht über die Höhle im Buch "Um den Hochschwab" von F. Bayerl et al.#