unbekannter Gast
vom 24.04.2017, aktuelle Version,

Freispiel (Film)

Filmdaten
Originaltitel Freispiel
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 94 Minuten
Stab
Regie Harald Sicheritz
Drehbuch Harald Sicheritz, Alfred Dorfer
Produktion Heinz Scheiderbauer, Scheiderbauer Film
Musik Peter Herrmann, Peter Janda, Lothar Scherpe
Kamera Helmut Pirnat
Schnitt Ingrid Koller
Besetzung

Freispiel ist ein österreichischer Film aus dem Jahr 1995.

Handlung

In Freispiel kann der Zuschauer die Midlife Crisis des Musikprofessors Robert Brenneis miterleben. Dieser unterrichtet an einem Gymnasium in Wien und träumt davon ein Popstar zu sein wie sein ehemaliger Schulfreund Roland Pokorny.

Brenneis ist Oberstudienrat in Musik und seine Schüler sind nicht gerade die besten. Er ist vom Pech verfolgt, sogar beim Pinball-Spiel. Einer seiner Schüler unternimmt wegen einer Mathe-Nachprüfung im Schulgebäude einen Selbstmordversuch, der jedoch misslingt. Brenneis' Frau Doris ist Mitarbeiterin der Künstleragentur Schindler. Der Chef bezirzt sie regelmäßig und als Brenneis beim Gitarrenspiel aus dem Fenster blickt, sieht er Doris mit Schindler im Auto und reagiert eifersüchtig. Sein Sohn Michael ist in die Mitschülerin Tina verliebt, doch diese lässt ihn wegen eines neuen Freundes nun abblitzen. Auf Schindlers Gartenparty ist Brenneis sauer, als der sich nicht für die Kassette mit seinen Liedern interessiert.

Die Direktorin des Gymnasiums lehnt Brenneis' Pragmatisierung ab. Er ist nicht in Urlaubsstimmung, doch als sein Sohn Michael alleine verreisen will, willigt er in Doris' Urlaubspläne ein. Die Reise geht nach Lignano. Dort ist seine Laune wegen der Hitze jedoch schnell wieder getrübt und er reist mit der Bahn vorzeitig heim. In Kärnten entschließt er sich dazu, seinen Billiardfreund Reinhard, der heftige Rückenschmerzen hat, in dem (fiktiven) Kurort Bad Loiperskamm zu besuchen. Sie unternehmen eine Spritztour und landen schließlich auf einem feuchtfröhlichen Fest in einem Bierzelt. Dort flirtet Brenneis zunächst mit der Kellnerin, bevor er auf der Bühne ein schräges Lied spielt, wofür er ausgepfiffen und verprügelt wird. Zurück in Wien verliebt sich Lilly (eine junge Kollegin von Doris) in Brenneis und sie gehen zu einem Pokorny-Konzert, um seinen Freund auftreten zu sehen. Pokorny und Brenneis sehen sich wieder und begeben sich auf eine Sexorgie, bei der sie ein gemeinsam komponiertes Lied aufführen. Am Dach des Hauses eskaliert der Streit und sie rutschen zusammen die Dachschräge hinunter. Die inzwischen heimgekehrte Doris entdeckt die Reste des Dinners von Robert und Lilly. Daraufhin verwüstet sie die Wohnung und zerstört in rasender Eifersucht Roberts Gitarrensammlung. Dem Installateur gelingt der Durchbruch in die Brenneis-Wohnung, indem er die Mauer aufstemmt, worauf der Meister seinen Mitarbeiter einen Trottel schimpft.

Im Abspann des Films sind Tango tanzende Paare zu sehen.

Produktionsnotizen

Gedreht wurde im Sommer 1995 in Wien, Niederösterreich, Kärnten und Oberitalien. Für den Ton zuständig war Johannes Palha, für das Szenenbild zeichnete Ernst Braunias verantwortlich. Produktionsleiter war Gerhard Hannak. Der im 35-mm-Format hergestellte Film wurde vom Filmfonds Wien und vom Österreichischen Filminstitut gefördert. Der ORF beteiligte sich im Rahmen des Film-/Fernseh-Abkommens an der Produktion. Der im Verleih des Filmladen befindliche Film hatte am 6. Oktober 1995 Kinopremiere in Österreich.

Kritiken

  • Reinhard Tramontana schrieb im Nachrichtenmagazin Profil, dass es dem Film an Substanz zu einer Tragikomödie wie Indien fehle, der Film sei aber eine „mitunter sehr wortwitzige Frust-Farce“, die "großteils gut geölten Dialoge" enthielten einige „gescheite“ Beobachtungen.
  • Der Kurier meinte, dass der Anspruch, einen österreichischen Woody-Allen-Film zu drehen, gescheitert sei: „Wo der Stadtneurotiker fünf Pointen pro Situation verpuffen lässt, muß sich Dorfer mit knapp einer halben bescheiden.“
  • Die Salzburger Nachrichten attestieren dem Film, „etwas zu moralisierend geraten“ zu sein. Alfred Dorfer brilliere jedoch als „sarkastischer Desperado“ und Lukas Resetarits sei „ein genialer Bierzeltheuler“.

Auszeichnung

1996 erhielt Freispiel als erfolgreichster österreichischer Kinofilm des Jahres eine Romy.