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vom 02.02.2017, aktuelle Version,

Günther Schneider-Siemssen

Günther Schneider-Siemssen bei der Arbeit
Schneider-Siemssen mit Herbert von Karajan bei einer Probe

Günther Schneider-Siemssen (* 7. Juni 1926 in Augsburg; † 2. Juni 2015 in Wien) war ein deutsch-österreichischer Bühnenbildner.

Leben

Günther Schneider-Siemssen wurde als Günther Schneider geboren und trägt den zweiten Namen durch seinen Großvater mütterlicherseits, der Siemssen hieß. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in München und wollte anfangs Dirigent werden. Anlässlich eines Vorstellungsgespräches bei Clemens Krauss riet ihm dieser davon ab und empfahl ihm eine Ausbildung zum Bühnenbildner.[1] Daraufhin studierte er Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste München.[2]

Schneider-Siemssen war 1951 bis 1954 Ausstattungschef des Salzburger Landestheaters, in einer Nebenfunktion betreute er auch das Salzburger Marionettentheater und anschließend war er bis 1960 Ausstattungsleiter in Bremen. Ab 1960 war er unter Herbert von Karajan an der Wiener Staatsoper beschäftigt und von 1962 bis 1986 war er Ausstattungsleiter der Österreichischen Bundestheater (dazu gehören Staatsoper, Volksoper, Burgtheater und Akademietheater), ab 1965 auch für die Salzburger Festspiele. In dieser Funktion entwarf er zahllose Bühnenbilder, die stilprägend wurden. Außer in Wien arbeitete er an vielen weiteren bedeutenden Theatern, etwa an der Metropolitan Opera in New York oder dem Teatro Colón in Buenos Aires.

Ein Grundzug seiner Arbeiten ist die Betonung der Lichtregie, die die praktikable Bühnendekoration an Bedeutung übertrifft. Er entwickelte einen symbolischen Stil, der mittels handgemalter Projektionen und raffinierter Spezialeffekte über Großbildprojektoren des Wiener Herstellers Ludwig Pani realisiert wurde. Bei einer Produktion von Hoffmanns Erzählungen am Salzburger Marionettentheater brachte er im Jahre 1985 erstmals die holographische Technologie auf der Bühne zum Einsatz.[3]

Die Regisseure, mit denen er primär zusammenarbeitete, waren Karajan (28 Bühnenbilder) und Otto Schenk (60 Bühnenbilder).

Für seine ausdrucksstarken Wagner-Interpretationen erhielt er im Jahr 2009 den „Anton-Seidl-Preis“ („Anton-Seidl-Award“) der „Wagner-Society of New York“.

Privatleben

Seit 1973 war Günther Schneider-Siemssen österreichischer Staatsbürger, lebte in Wien und Seeham nahe Salzburg, war verheiratet und hinterlässt vier Kinder.[4] Schneider-Siemssen verstarb kurz vor seinem 89. Geburtstag nach langer Krankheit in Wien [5][6] und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem ehrenhalber gewidmeten Grab (Gruppe 40, Nummer 187) bestattet.

Literatur

  • Kurt Becsi (Hrsg.), Die Bühne als kosmischer Raum. Zum Bühnenbildschaffen von G. Schneider-Siemssen. Wien, 1976, ohne ISBN[7]
  • Josef Mayerhöfer (Hrsg.), G. Schneider-Siemssen. 30 Jahre Bühnenschaffen. 1977 ISBN 3-85376-015-5 und ISBN 3-85376-015-5.
  • Günther Schneider-Siemssen: Die Bühne – Mein Leben. Wien 1998, ISBN 3-90135-311-9.

Auszeichnungen

  Commons: Günther Schneider-Siemssen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. APA-Presseaussendung vom 8. Okt. 2001
  2. Günther Schneider-Siemssen auf Austria-Forum abgerufen am 8. Juni 2014
  3. Website von Schneider-Siemssen abgerufen am 8. Juni 2014
  4. Günther Schneider-Siemssen auf „http://www.club-carriere.com/“ abgerufen am 8. Juni 2014
  5. Bühnenbildner Günther Schneider-Siemssen 88-jährig gestorben
  6. derStandard.at - Bühnenbildner Günther Schneider-Siemssen 88-jährig gestorben. APA-Meldung vom 2. Juni 2015, abgerufen am 2. Juni 2015.
  7. Bestand in der Deutschen Nationalbibliothek abgerufen am 8. Juni 2014