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vom 10.06.2020, aktuelle Version,

Georg Christian von Lobkowitz (Feldmarschall)

Fürst Johann Georg Christian von Lobkowitz (* 10. August 1686; † 4. Oktober 1755[1] in Wien) war ein österreichischer Feldmarschall.

Leben

Lobkowitz, Sohn des Fürsten Ferdinand August (1655–1715) und Maria Anna Wilhelmine, Markgräfin von Baden-Baden (1655–1701) und ein Enkel des Fürsten Wenzel Eusebius von Lobkowicz, diente als Soldat den Kaisern Joseph I., Karl VI. und Maria Theresia. Er begann seine Laufbahn unter Prinz Eugen von Savoyen im spanischen Erbfolgekriege und 1716 im venezianisch-österreichischen Türkenkrieg. Lobkowitz heiratete am 11. November 1718 in Prag Caroline Henriette von Waldstein (1702–1780) mit der er zehn, nach anderen Quellen acht Kinder hatte. Durch das Erlöschen der älteren Linie Popel von Lobkowitz erbte er 1722 Bílina, Eisenberg und wurde der Stifter der zweiten fürstlichen Linie, welche 1802 ausstarb. 1729 wurde er Generalfeldwachtmeister in Neapel, 1732 Gouverneur von Sizilien, 1733 Feldmarschalllieutenant. 1734 wurde er General der Kavallerie und 1739 kommandierte er in Siebenbürgen und erfolgte die Ernennung zum Ritter des Orden vom Goldenen Vlies. 1742 im österreichischen Erbfolgekrieg wurde er benannt als Feldmarschall in Böhmen. Von 1743 bis 1745 befehligte er in Italien als Gouverneur in der Herzogtum Mailand und in Parma. Er vertrieb die Spanier aus Rimini, kam im Zweiten schlesischen Krieg wieder nach Böhmen. Zuletzt übernahm er das Kommando in Ungarn. Sein Sohn Philipp betrat ebenfalls eine militärische Laufbahn, war mit 28 Jahren bereits Major und starb als solcher im siebenjährigen Krieg am 15. August 1760 in der Schlacht bei Liegnitz.[2]

Der zu der damaligen Zeit sehr bekannte, als Sklave nach Europa gekommene, Schwarzafrikaner Angelo Soliman wurde dem Fürsten um 1734 geschenkt. Er setzte ihn als Kammerdiener, Soldat und Reisebegleiter ein. In einer Schlacht rettete Soliman ihm das Leben, was wesentlich für seine künftige soziale Stellung verantwortlich gewesen sein dürfte. Nach seinem Tod wurde der Körper bis 1806 im Kaiserlichen Hof-Naturalienkabinett ausgestellt.[3]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Nach Quellen wie dem Biographischen Lexikon des Kaiserthums Oesterreich und der Allgemeinen Deutschen Biographie. Laut dem Militair-Conversations-Lexikon, Hrsg. Hanns Eggert Willibald von der Lühe, Verlag von C. Brüggemann und Otto Wigand, Leipzig 1833 (Digitalisat in der Google-Buchsuche) und laut dem Historisch-biographischen Handwörterbuch der denkwürdigen, berühmten und berüchtigten Menschen aller Stände, Zeiten und Nationen. Jelmenau 1825, Band 3, S. 462 (Digitalisat), starb er am 9. Oktober 1753.
  2. Constantin von Wurzbach: Lobkowitz, Philipp Joseph Fürst. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 15. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1866, S. 329 (Digitalisat).
  3. Lexikon der Wiener Straßennamen. 9. Auflage. Pichler Verlag, 2014, ISBN 978-3-85431-687-9