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vom 03.06.2017, aktuelle Version,

Gerlitzen

Gerlitzen
Gerlitzen rechts im Hintergrund über dem Ossiacher See

Gerlitzen rechts im Hintergrund über dem Ossiacher See

Höhe 1909 m ü. A.
Lage Kärnten, Österreich
Gebirge Nockberge, Gurktaler Alpen
Dominanz 9,9 km Wöllaner Nock
Schartenhöhe 881 m nördl. Schwarzrock
Koordinaten 46° 41′ 36″ N, 13° 54′ 57″ O
Gerlitzen (Kärnten)
Gerlitzen

Gestein Phyllit, Schiefer

Die Gerlitzen (slowenisch Osojščica) ist ein Berg nördlich des Ortes Annenheim in Kärnten, Österreich, dessen Bergkuppe 1909 Meter[1] hoch liegt. Die Gerlitzen ist einer der südlichsten Nockberge und ein ausgezeichneter Aussichtsberg. Der Name Gerlitzen ist vom altslawischen Gorelice (von goreti = brennen) abgeleitet und deutet auf eine Gegend mit Feuerbränden. Als Einladung zu den hier seit alters her stattfindenden Ringen der jungen Bauernburschen wurden am Vorabend der Ringkämpfe weithin sichtbare Feuer entfacht.

Kärntens älteste Bergbahn, die von Adolf Bleichert & Co. gebaute Kanzelbahn, führt seit Jänner 1928 von Annenheim auf die Kanzelhöhe, einen Vorgipfel mit einem Observatorium der Universität Graz. Die asphaltierte zweistreifige Gerlitzen Alpenstraße (Mautstraße) führt von Bodensdorf (Gemeinde Steindorf am Ossiacher See) bis auf 1.800 m Seehöhe. Sowohl im Tal als auch auf dem Berg befinden sich Hotelbetriebe. Der Berg ist durch ein Schigebiet erschlossen, im Sommer durch ein dichtes Wanderwegenetz. Der Berg ist bei Gleitschirm- und Drachenfliegern beliebt (Landeplatz Annenheim westlich direkt vor dem Ossiacher See). Am 7. August 2004 fand eine Flugshow der Gleitschirm- und Drachenflieger statt.

Blick über Villach in Richtung Gerlitzen

Im Winter 2005 sorgte die Liftgesellschaft (siehe Weblink) für überregionale Aufregung, als sie als erstes österreichisches Schigebiet eine Gebühr für Schitourengeher in der Höhe von 5 € einführte. Begründet wurde diese Gebühr, die auch in der nächsten Saison aufrechterhalten wurde, mit der Benutzung der Parkplätze und der Pisten durch die Schitourengeher. In dieser Gebühr ist auch ein Versicherungsschutz inkludiert. Gegner dieser Gebühr sehen darin einen ersten Schritt für die Einführung von allgemeinen Eintrittsgeldern für Sportler und Erholungssuchende in Österreichs Naturlandschaften. Eine solche Gebühr widerspreche auch dem Recht auf freie Betretbarkeit des Waldes und der Naturlandschaften.[2][3]

Südöstlich des Gipfels entspringt der Finsterbach, der nahe seiner Mündung in den Ossiacher See bei Sattendorf über drei Wasserfälle stürzt.

Lifte und Bahnen

Die Gerlitzen Alpe besitzt 15 Bahnen, eine Gondel, 7 Sesselbahnen, 3 Schlepplifte, 2 Tellerlifte und zwei Übungslifte.

Hauptzubringer

Die einzige Gondelbahn befindet sich von Annenheim aus eine 4er Gondelbahn (BJ 1987) (Kanzelbahn). Den Anschluss an diese Bahn bildet eine 4er Sesselbahn (mit Abdeckhauben) kuppelbar (Gipfelbahn)(BJ 1988). Von Bodensdorf aus führt zuerst ein Schlepplift (Birkenhoflift) und dann eine 6er Sesselbahn (mit Abdeckhauben und Sitzheizung) kuppelbar (6er Family-Jet)(BJ 2015) auf den Gipfel. Von Klösterle (Arriach) führen zwei 4er Sesselbahnen kuppelbar (beide BJ 1990) auf den Gipfel.

Der Neugarten 8er Carving Jet (8er Sesselbahn kuppelbar BJ 2007 ersetzt einen Schlepplift) ist der einzige Hauptzubringer, der von keinem Tal ausfährt oder weiterfährt (Klösterle 2 schließt Klösterle I an und Gipfelbahn schließt sich an die Kanzelbahn an).

Nebenzubringer

Neben der Gipfelbahn verkehren der Mosernlift (2er Sesselbahn, fixgeklemmt BJ 1986) und die Pöllinger Bahn (2er Sesselbahn, fixgeklemmt BJ 1970) an und führt zur Pöllingerhütte. Der Rest der Strecke wird nur mit der Gipfelbahn angefahren. Der Pacheinerlift, Sonnenlift, Lodronlift und der Finsterbach-Seitensprunglift, sowie zwei Übungslifte ergänzen das Angebot der Gerlitzen.

Archäologische Funde

In einem Geröllfeld am Fuße der Tischleinerwand am Westabhang der Gerlitzen wurde 1903 ein spätkeltischer Hort gefunden. Er enthielt 37 Silbermünzen boischer und norischer Prägung. Zwei römische Münzen und zwei dakische Silber-Armreifen sind ebenfalls Teil des Fundes. Der Hort ist vermutlich eine Weihegabe aus der Zeit von 43 bis 15 v. Chr., wie sie im keltischen Siedlungsraum häufig anzutreffen war.[4]

Einzelnachweise

  1. ÖK50
  2. Bericht vom 29. Dezember 2005 auf kaernten.orf.at
  3. Stellungnahme (Memento vom 11. März 2007 im Internet Archive) des ÖAV zu Gebühren für Tourengeher
  4. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 629.
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