unbekannter Gast
vom 29.03.2016, aktuelle Version,

Grüne Andersrum

Die Grünen Andersrum sind eine Gruppe schwuler, lesbischer, bisexueller und Transgender-Mitglieder der österreichischen Partei Die Grünen – Die Grüne Alternative, die in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich organisiert ist.

Gründung

Die Grünen Andersrum wurden am 31. März 1996 auf Antrag der neu gewählten Bundesgeschäftsführerin Ulrike Lunacek und Gernot Wartners, Delegierter aus Oberösterreich, durch den Bundeskongress der Grünen in Linz als Bundesarbeitskreis der Bundespartei eingerichtet. Nachdem sich der Zulauf an Aktivisten aber auch die Arbeit der Gruppe stark auf Wien beschränkte und als Reaktion auf das enttäuschende Ergebnis der Nationalratswahl 1999 gründete sich in Oberösterreich eine eigene Landesgruppe, die im Juni 2000 von der Landesversammlung in Linz als Teilorganisation der oberösterreichischen Landespartei anerkannt wurde. In der Folge entstanden Landesgruppen in der Steiermark, in Tirol, Salzburg, Kärnten und 2006 in Niederösterreich, mittlerweile auch in Vorarlberg. Noch keine Landesgruppe gibt es im Burgenland.

Struktur

In einzelnen Ländern wie Oberösterreich und Wien sind die Grünen Andersrum eine offizielle Teilorganisation (teilweise sogar als eigenständiger Verein mit eigener Rechtspersönlichkeit) der jeweiligen Landespartei mit Sitz und Stimme in den Parteigremien. In anderen Ländern wiederum sind es nur lose Zusammenschlüsse ohne Struktur und statutarische Verankerung in der jeweiligen Landespartei (z. B. in Niederösterreich). Auf Bundesebene gibt es Grüne Andersrum nach wie vor nur als Bundesarbeitskreis. Dennoch treffen sich die Aktivisten aus allen Bundesländern zwei Mal im Jahr zu einer Bundesklausur, bei der strategische Vorhaben koordiniert und Aktivitäten besprochen werden. Ulrike Lunacek war als erste offen lesbische Nationalratsabgeordnete inoffizielle Bundessprecherin.

Im Frühjahr 2013 wurden erstmals zwei Sprecher auf Bundesebene gewählt. Als Bundessprecher fungiert seitdem der Bundesrat Marco Schreuder und als Bundessprecherin die Grazer Stadträtin Lisa Rücker.[1] Als Nachfolge für Schreuder wurden in der Wiener Teilorganisation Jennifer Kickert und Peter Kraus als Sprecherin bzw. als Sprecher gewählt[2], auf Bundesebene die Bundesrätin Ewa Dziedic und Thomas Lechleitner, Landessprecher aus Tirol.

Politische Anliegen

Die Grünen Andersrum treten auf Basis des Grundsatzprogramms der Grünen und der Grünen Grundwerte für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen in Österreich ein. Das von den Grünen Andersrum ausgearbeitete Modell eines Zivilpaktes (Zip) wurde von den Grünen 2005 im Nationalrat eingebracht, ebenso ein Antrag auf Öffnung der Ehe. Daneben ist es Aufgabe der Grünen Andersrum, die Anliegen der Lesben, Schwulen und Transgender-Personen in alle Ebenen der politischen Willensbildung zu tragen und dort sichtbar zu machen. Nicht zuletzt wird dies durch das Besetzen von politischen Mandaten auf allen Ebenen sichtbar.

Bekannte Politiker und Politikerinnen der Grünen Andersrum

  • Ulrike Lunacek, Nationalratsabgeordnete (1999–2009) und Abgeordnete zum Europäischen Parlament (seit 2009)
  • Lisa Rücker, Vizebürgermeisterin in Graz (seit 2008, 2004 bis 2008 Gemeinderätin)
  • Marco Schreuder, Landtagsabgeordneter in Wien (2005–2010), Bundesrat (2011-2015)
  • Jennifer Kickert, Landtagsabgeordnete in Wien (seit 2011)
  • Peter Kraus, Landtagsabgeordneter in Wien (seit 2015)
  • Barbara Lesjak, Landtagsabgeordnete in Kärnten (seit 2005)
  • Gebi Mair, Landtagsabgeordneter in Tirol (seit 2008, davor seit 2006 Gemeinderat in Innsbruck)
  • Ewa Dziedic, Bundesrätin (seit 2015)

Quellen

  • Bundesparteiprogramm der Grünen Österreich
  • Interne Dokumente Grüne Andersrum (Flyer, Folder, Broschüren)
  • Homepage der Grünen Anderum Wien
  • Homepage der Grünen Andersrum OÖ

Einzelnachweise

  1. http://kurier.at/politik/inland/gruene-andersrum-fordern-ehe-fuer-alle/15.063.022
  2. http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/89202/