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vom 06.09.2019, aktuelle Version,

Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft

Schuldverschreibung über 400 Kronen der k.k. priv. Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbau-Gesellschaft vom September 1902

Die Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft entstand 1856 durch den Zusammenschluss von sieben kleinen Bergbauunternehmen in der Region KöflachVoitsbergMaria Lankowitz in der Weststeiermark. Zweck des Zusammenschlusses war vor allem die Vermarktung der Braunkohle. Für den kostengünstigen Abtransport der Kohle wurde 1859 eine Eisenbahnstrecke von Köflach nach Graz in Betrieb genommen, die Graz-Köflacher Eisenbahn.

Der Kohleabbau erfolgte zunächst vorwiegend unter Tage. Erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts verlagerte er sich mehr und mehr zum Tagebau. 1988 schließlich wurde die letzte Grube geschlossen. Aber auch die obertägigen Vorräte gingen langsam zur Neige.

Im Dritten Reich wurden die GKEB den Reichswerken Hermann Göring einverleibt, wo sie zu der Reichswerke AG Alpine Montanbetriebe Hermann Göring gehörte, die aus der Alpine Montan hervorgegangen war. Der GKEB unterstanden damals die AG Harter Kohlenwerke (Bergbau Hart bei Gloggnitz Wien), die Sulmtalbahn AG (Graz) sowie der Steirische Industrieversicherungsverein a. G. (Graz). Zu jener Zeit bestand eine Anschlussbahn in den Kaiserwald zu einem groß angelegten Bauprojekt der Wehrmacht, das 1942 aufgegeben wurde.[1]

1998, als das baldige Ende absehbar war, wurde der Betrieb der Eisenbahnstrecke ausgegliedert, welche sich mehr dem Personentransport zuwandte (siehe Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH). Der Bergbaubetrieb blieb unter dem Namen „GKB-Bergbau GmbH“ (im Besitz der Österreichische Industrieholding AG, seit 2019 Österreichische Beteiligungs AG) weiter bestehen. Im Jahr 2004 wurde die Belieferung von Industriekunden mit Braunkohle eingestellt. Die letzten Restbestände, die noch abgebaut wurden, wurden bis 2006 zur Erzeugung von elektrischem Strom in den kalorischen Kraftwerken in Voitsberg, z. B. im Dampfkraftwerk Voitsberg eingesetzt.

Neben der Stilllegung der verschiedenen Abbaustätten wurde ein Revitalisierungsprozess eingeleitet. Dadurch sind Projekte wie etwa der Biotoplehrpfad „Igelpfad“, der Bade- und Freizeitteich „Piberstein“ und die Golfanlage Maria Lankowitz entstanden. Die Geschäftstätigkeit heute besteht nach Abschluss der Rekultivierungsmaßnahmen in der Verwertung der Liegenschaften.

Literatur

  • Ernst Lasnik: Glück auf! Glück ab! Die Ära des braunen Goldes. Kohlebergbau in der Weststeiermark. Huemer Mediaverlag, Hart-Purgstall 2004, ISBN 3-9501927-0-0

Einzelnachweise

  1. Bernd Gassler: Die Geschichte Unterpremstättens 1848–1995. In: Walter Brunner (Hrsg.): Unterpremstätten im Wandel der Zeit, S. 566–652.