unbekannter Gast
vom 02.06.2017, aktuelle Version,

Grete Berger

Grete Berger, gebürtig Margarethe Berg, (geboren 11. Februar 1883 in Jägerndorf, Österreichisch-Schlesien; gestorben wohl im April 1944[1]) war eine österreichisch-deutsche Schauspielerin.

Leben

Grete Berger erhielt ihre Ausbildung bei der Schauspiellehrerin Rosa Roth in Wien. Ihr Bühnendebüt gab sie am 1. September 1903 in Berlin am Neuen und Kleinen Theater. 1904 erhielt sie ein Engagement am Deutschen Theater unter Max Reinhardt.

Hier agierte sie in jugendlichen Charakterrollen. 1911 unternahm sie zusammen mit Reinhardts Ensemble zu Aufführungen des Stücks König Ödipus Gastspielreisen nach Prag und St. Petersburg. Zu ihren Rollen in Berlin gehörten Puck in Ein Sommernachtstraum, die Titelrolle von Hugo von Hofmannsthals Elektra, Désirée in Richard Beer-Hofmanns Der Graf von Charolais, Marikke in Hermann Sudermanns Johannisfeuer und Rahel in Die Jüdin von Toledo.

1913 und 1914 stand sie für mehrere Stummfilme vor der Kamera und wurde mit der weiblichen Hauptrolle der Komtess Margit Schwarzenberg in dem Kinoklassiker Der Student von Prag bekannt. Regisseur Stellan Rye besetzte sie auch in anderen seiner Inszenierungen, mehrfach Schauergeschichten, die oftmals der Feder von Hanns Heinz Ewers, Grete Bergers damaligem Lebensgefährten, entstammen. Bei Kriegsausbruch 1914 wandte sie sich wieder ganz der Bühne zu und spielte unter anderem 1928 die Amme in einer Inszenierung von Romeo und Julia. Im Film erhielt sie in den 20er Jahren in einigen bedeutenden Produktionen, darunter mehrfach Inszenierungen Fritz Langs, nur noch sehr kleine Rollen. Nach ihren letzten Stummfilm Das Land ohne Frauen, der bereits einige Tonpassagen aufwies, wurde Berger im Kino nicht mehr beschäftigt.

Der Machtantritt durch die Nationalsozialisten bedeutete für die verehelichte Jüdin Margarete Reich das endgültige Ende ihrer künstlerischen Karriere. Sie floh mit ihrem Mann nach Italien, wo sie von den deutschen Besatzungsbehörden im Zuge der allgemeinen Hatz auf Juden am 7. April 1944 in Rom verhaftet wurde. Ihre Deportation in ein nationalsozialistisches Konzentrationslager war für den 10. April 1944 vorgesehen. Ob und wohin sie deportiert wurde, ist derzeit nicht bekannt, mit großer Wahrscheinlichkeit starb Grete Berger-Reich jedoch noch im selben Monat.

Filmografie (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. siehe CineGraph