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vom 02.04.2017, aktuelle Version,

Hans Schelkshorn

Hans Schelkshorn (* 3. Juni 1960 in Melk; vollständiger Name: Johann Schelkshorn) ist ein österreichischer Philosoph und römisch-katholischer Theologe.

Leben

Schelkshorn studierte römisch-katholische Theologie, Philosophie und Klassische Philologie an der Universität Wien und an der Eberhard Karls Universität Tübingen.[1] 1989 promovierte er mit der Arbeit Dialogisches Denken und politische Ethik. Untersuchungen zur Relevanz dialogischen Denkens für eine Gesellschaftsethik bei Friedrich Gogarten, Emil Brunner und Enrique Dussel an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien im Fachbereich "Christliche Philosophie". Von 1990 bis 1997 nahm Schelkshorn am Dialogprogramm zwischen der europäischen Diskursethik und der lateinamerikanischen Befreiungsethik teil, das von Raúl Fornet-Betancourt organisiert wurde. Aus diesem Dialog erwuchs die Dissertationsarbeit Diskurs und Befreiung. Studien zur philosophischen Ethik von Karl-Otto Apel und Enrique Dussel, mit der Hans Schelkshorn 1994 am Institut für Philosophie der Grund- und integrativwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien promovierte. 2007 erfolgte die Habilitation im Fach Philosophie mit einer Arbeit über die Genese der Moderne in der Philosophie der Renaissance und Frühen Neuzeit. Seit 1990 als Assistent und seit 2000 als Assistenzprofessor tätig, ist Schelkshorn seit 2007 außerordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Christliche Philosophie der Universität Wien. Die langjährige Beschäftigung mit lateinamerikanischer Philosophie führte ihn zu Vortrags- und Forschungsaufenthalten nach Mexiko, Brasilien, Argentinien und Bolivien. Hans Schelkshorn ist Mitbegründer und langjähriger Redaktionsleiter (2001–2009) von „Polylog – Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren“; seit 2014 ist er Präsident der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie (WIGIP).

Im Jahr 2015 warnte er öffentlich vor einer Allianz osteuropäischer Kirchen mit neorechten Parteien.[2][3]

Werke (Auswahl)

  • Ethik der Befreiung. Einführung in die Philosophie Enrique Dussels. Herder, Freiburg/Basel/Wien 1992.
  • Diskurs und Befreiung. Studien zur philosophischen Ethik von Karl-Otto Apel und Enrique Dussel (= Studien zur Interkulturellen Philosophie. Band 6). Rodopi, Amsterdam/Atlanta 1997.
  • Entgrenzungen. Ein europäischer Beitrag zum Diskurs der Moderne. Velbrück Wissenschaft, Weilerswist 2009.
  • mit Gunter Prüller-Jagenteufel, Franz Helm, Christian Tauchner (Hrsg.): Theologie der Befreiung im Wandel. Revisionen – Ansätze – Zukunftsperspektiven (= Concordia Monographien. Band 51). Verlagsgruppe Mainz, Aachen 2010.
  • mit Jameleddine Ben Abdeljelil (Hrsg.): Die Moderne im interkulturellen Diskurs. Perspektiven aus dem arabischen, lateinamerikanischen und europäischen Denken. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2012.
  • mit Friedrich Wolfram, Rudolf Langthaler (Hrsg.): Religion in der globalen Moderne. Philosophische Erkundungen. Wien: Vienna University Press 2014.

Einzelnachweise

  1. Universität Wien: Johannes Schelkshorn
  2. Ungarn : Neorechte bedroht die Demokratie. Frankfurter Rundschau, 22. Mai 2015
  3. Allianz der Kirchen mit neorechten Parteien? Eine Schicksalsfrage für das Christentum in Europa. feinschwarz.net, 3. März 2016