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vom 23.12.2016, aktuelle Version,

Heiligenkraut

Heiligenkraut

Grünes Heiligenkraut (Santolina virens)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Heiligenkraut
Wissenschaftlicher Name
Santolina
L.
Graues Heiligenkraut ( Santolina chamaecyparissus).

Heiligenkraut (Santolina) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der botanische Gattungsname ist aus dem lateinischen Wort sanctus für heilig und linum für Flachs abgeleitet, auf Grund eines antiken Namens für eine der Arten dieser Gattung.

Beschreibung

Santolina-Arten wachsen als verzweigte, meist aufrechte, manchmal überhängende bis liegende Halbsträucher, die Wuchshöhen von (selten 5 bis) meist 10 bis 60 cm erreichen. Dabei handelt es sich meist um aromatisch riechende und meist behaarte Pflanzen, die manchmal Rhizome ausbilden. Die wechselständig und meist am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind gestielt oder ungestielt und meist gefiedert.

Die lang gestielten körbchenförmigen Blütenstände stehen einzeln und endständig. Die scheibenförmigen Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von meist 6 bis 10 (3 bis mehr als 12) mm auf. Die 18 bis mehr als 45 ungleichen Hüllblätter stehen in meist drei (selten bis über fünf) Reihen. Die Blütenstandsböden sind konvex bis halbkugelig. Es sind Spreublätter vorhanden. Die Blütenkörbe enthalten keine Zungenblüten, sondern nur 60 bis über 250 Röhrenblüten. Die zwittrigen, fertilen Röhrenblüten besitzen meist zusammengedrückte und geflügelte Kronröhren. Die Farben der Kronblätter reichen von weißlich strohfarben über hell bis leuchtend gelb.

Die meist drei- bis fünfrippigen und unbehaarten Achänen besitzen an ihrer Spitze einen einseitigen Anhang der aus der Kronröhre gebildet wird. Es ist kein Pappus vorhanden.

Verbreitung

Die Gattung Santolina ist im westlichen[1] Mittelmeerraum verbreitet: in Südeuropa und Nordafrika.

In England wurde Heiligenkraut erstmals in dem Kräuterbuch von William Turner beschrieben. John Parkinson bezeichnete es aber noch 1629 in seinem „Paradisi in sole paradisus terrestris, or, a choise garden of all sorts of rarest flowers, with their nature, place of birth, time of flowring, names, and vertues to each plant, useful in physick, or admired for beauty“ von 1629 als „rar und neuartig“[2]

Verwendung

Zwei bis drei Arten werden weltweit als Zierpflanzen kultiviert. Im England der frühen Neuzeit war es als Beeteinfassung beliebt[3].

Systematik

Die Erstveröffentlichung der Gattung Santolina erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum.[4]

Es werden 24 Santolina-Arten anerkannt, von denen die meisten in zwei Sammelarten zusammengefasst werden:[1]

  • Santolina adscensionis Maire: Sie kommt in Marokko vor.[1]
  • Santolina africana Jord. & Fourr.: Sie kommt in Marokko, in Algerien und in Tunesien vor.[1]
  • Santolina elegans DC.: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina oblongifolia Boiss.: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina viscosa Lag.: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina benthamiana Jord. & Fourr.: Sie kommt in Spanien und in Frankreich vor.[1]
  • Graues Heiligenkraut, Silberblättriges Heiligenkraut, Zypressen-Heiligenkraut oder Zypressenkraut (Santolina chamaecyparissus L.)
  • Santolina corsica Jord. & Fourr.: Sie kommt in Sardinien und in Korsika vor.[1]
  • Santolina decumbens Mill.: Sie kommt in Spanien und in Frankreich vor.[1]
  • Santolina etrusca (Lacaita) Marchi & D'Amato: Sie kommt in Italien vor.[1]
  • Santolina insularis (Fiori) Arrigoni: Sie kommt in Sardinien vor.[1]
  • Santolina ligustica Arrigoni: Sie kommt in Italien vor.[1]
  • Santolina magonica (O.Bolòs & al.) Romo: Sie kommt auf Ibiza, auf Mallorca und auf Menorca vor.[1]
  • Santolina neapolitana Jord. & Fourr.: Sie kommt in Italien vor.[1]
  • Santolina pinnata Viv.: Sie kommt in Italien vor.[1]
  • Santolina villosa Mill.: Sie kommt in Spanien und in Frankreich vor.[1]
  • Santolina virens Mill. [5][1]; auch Santolina viridis, Olivenkraut, Grünes Heiligenkraut [6]: Sie kommt in Spanien und in Frankreich vor.
  • Sammelart Santolina rosmarinifolia agg.:
  • Santolina ageratifolia Asso: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina canescens Lag.: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina impressa Hoffmanns. & Link: Sie kommt in Portugal vor.[1]
  • Santolina melidensis (Rodr.Oubiña & S.Ortiz) Rodr.Oubiña & S.Ortiz: Sie kommt in Spanien vor.[1]
  • Santolina pectinata Lag.: Sie kommt in Marokko, in Algerien und in Spanien vor.[1]
  • Rosmarinblättriges Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia L.): Sie kommt in Portugal und in Spanien vor.[1]
  • Santolina semidentata Hoffmanns. & Link: Sie kommt in Portugal und in Spanien vor.[1]

Nicht mehr zur Gattung gehören (Auswahl):[7]

  • Santolina annua L.Lonas inodora (L.) Gaertn.
  • Santolina suaveolens PurshStrahlenlose Kamille (Matricaria discoidea DC.)
  • Santolina trifurcata L.Athanasia trifurcata (L.) L.

Weitere Bilder

Rosmarinblättriges Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia):

Quellen

  • Linda E. Watson: Santolina. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-530563-9, S. 497 (englisch)., online. (engl.)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). Santolina. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009.
  2. Mary Keen 1989, The Glory of the English Garden. Boston, Litte, Brown and Co., 17
  3. Mary Keen 1989, The Glory of the English Garden. Boston, Litte, Brown and Co., 17
  4. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 842, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D842%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  5. Nieves Marcos, Ana Rosa Burgaz: Santolina virens Miller (= S. viridis Willd.): a plant belonging to the Spanish flora. In: Anales del Jardín Botánico de Madrid. Band 47, Nr. 2, 1989, S. 513–516, PDF-Datei.
  6. Pflanz- und Pflegeanleitung Olivenkraut bei Gärtner Pötschke (PDF) abgerufen am 18. März 2016
  7. Santolina im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
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