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vom 04.11.2016, aktuelle Version,

Himmelhof

Blick von der Himmelhofwiese auf den Nordwesten von Wien. Im Vordergrund die Westbahn mit dem Bahnhof Wien Hütteldorf; ganz links das 2014/15 abgetragene Hanappistadion.

Der Himmelhof ist eine Aussichtswiese am Rande des Lainzer Tiergartens im 13. Wiener Gemeindebezirk.

Lage

Der Himmelhof befindet sich im Bezirksteil Ober Sankt Veit südlich von Hacking am Hang des Hagenbergs und beherbergte von 1949 bis 1980 eine Skisprung-Schanze. ORS betreibt einen Rundfunksender am Himmelhof, der österreichische TV- und Radioprogramme in analoger und digitaler Form ausstrahlt. Im Hause der ehemaligen Gaststätte 'Am Himmel' befand sich von 1897 bis 1899 die Künstlerkommune des Malers und Kulturreformers Karl Wilhelm Diefenbach (1851–1913). An klaren Tagen überblickt man vom Himmelhof nicht nur ganz Wien sondern auch Bratislava und die Hainburger Pforte.

Namensherkunft

Vermutlich stammt der Name von einer Meierei und Gaststätte namens Am Himmel im 19. Jahrhundert. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem Flurnamen Am Himmel am Pfaffenberg in Döbling. Der Name könnte ein alter Himmel-Flurname (‚gewölbte Flur, Kuppe‘) sein.

Internat

1962 wurde am Himmelhof ein Internat errichtet, das Mitte der 1990er Jahre generalsaniert wurde. Kurioserweise führt das im 15. Bezirk befindliche Bundesrealgymnasium Diefenbachgasse den Unterricht des Internats. Während Karl Wilhelm Diefenbach um 1900 eine Künstlerkommune am Himmelhof um sich scharte, geht der Name auf den Sechshauser Gemeinderat Heinrich Diefenbach zurück und hat nichts mit dem Künstler zu tun.

Literatur

  • Josef Holzapfel: Alltagsleben in Ober St. Veit. Sutton, Erfurt 2010, ISBN 978-3-86680-602-3.
  • Josef Holzapfel: Historisches Ober St. Veit. Interessengemeinschaft Kaufleute Ober St. Veit, Wien 2009, ISBN 978-3-200-01737-5.
  • Hermann Müller (Hrsg.): Himmelhof. Urzelle der Alternativbewegung, Wien 1897-1899. Eine Geschichte der Lebensgemeinschaft Humanitas um Karl Wilhelm Diefenbach im Wien der Jahre 1897-99 in Tagebüchern und Briefen. Umbruch, Recklinghausen 2011, ISBN 978-3-93772608-3.
  • Hermann Müller (Hrsg.): Meister Diefenbachs Alpenwanderung. Ein Künstler und Kulturrebell im Karwendel, 1895/1896. Umbruch, Recklinghausen 2009 und 2010. ISBN 978-3-937726-00-7.
  • Claudia Wagner, Hermann Müller, Noemi Smolik, Marina Schuster; Museum Villa Stuck (Hrsg.): Karl Wilhelm Diefenbach (1851-1913). Lieber sterben, als meine Ideale verleugnen! Edition Minerva, München 2009 und 2011, ISBN 978-3-938832-58-5 / ISBN 978-3-938832-76-9.