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vom 15.02.2017, aktuelle Version,

Hubert Eisner

Hubert Eisner (* 7. August 1897 in Köflach) war ein österreichischer Nationalsozialist und Kreisleiter von Voitsberg.

Leben

Eisner besuchte die Volksschule sowie die Haupt- und Fachschule. Später gab er an, in seiner Erziehung national geprägt worden zu sein. Nach der Schulzeit übernahm er die Mühle seines Vaters und führte sie gewinnbringend weiter. Anfang der 1930er Jahre wandte er sich dem Nationalsozialismus zu. Der Parteieintritt in die NSDAP erfolgte am 1. Mai 1934. Eisner selbst sah sich als gemäßigten Nationalsozialisten und gehörte der Gruppierung der ehemaligen Heimatschützer an. Am 19. Februar 1934 wurde er wegen Waffenbesitzes erstmals verhaftet. Am Juli-Putsch der Nationalsozialisten nahm er nicht aktiv teil. Nach dem Scheitern des Putsches versuchte er zusammen mit anderen ehemaligen Heimatschützern, die NSDAP geschlossen in die Vaterländische Front zu führen. Diese Aktion scheiterte allerdings und Eisner wurde parteiintern kaltgestellt. Sein guter Kontakt zu Sepp Helfrich blieb jedoch bestehen.

Auf Anregung Helfrichs arbeitete er ab Jänner 1936 wieder verstärkt in der NSDAP mit. Im Juni 1936 wurde er illegaler Kreisleiter von Voitsberg. Er konnte sich allerdings parteiintern nicht durchsetzen und wurde im Mai 1937 abgelöst. Eisner selbst gab später an, er habe Differenzen mit dem Kurs des NSDAP-Landesleiters Josef Leopold gehabt. Zur Zeit der nationalsozialistischen Machtübernahme war Eisner nicht im aktiven Parteidienst, wurde aber laut Aussagen des burgenländischen Landeshauptmannes Tobias Portschy trotzdem für das Amt des Kreisleiters in Betracht gezogen. Parteiinterner Widerstand verhinderte aber seine Einsetzung. Eisners offizielle Wiederaufnahme in die NSDAP erfolgte rückwirkend mit 1. Mai 1938. Er selbst beantragte diese erst am 4. Juni 1938. Eisner erhielt die (neue) Mitgliedsnummer 6109127.

Erst Kreisleiter Anton Weissensteiner bewog ihn im Juli 1938, wieder verstärkt in der Partei mitzuarbeiten. Eisners erster Posten war das Amt des Vorsitzenden des Arbeitsausschusses des Fremdenverkehrsbezirksverbandes (ab Dezember 1938 als Fremdenverkehrskreisverband bezeichnet) Voitsberg. Über Erfahrung auf diesem Gebiet verfügte er mit Sicherheit, da er bereits im Mai 1933 den Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereines Köflach und Umgebung mitgründete und dessen erster Obmann wurde. Im Februar 1939 wurde Eisner von Anton Weißensteiner persönlich zum Mitarbeiter in der Kreiswirtschaftsberatung ernannt. Wenige Tage zuvor wurde Eisner, ebenfalls von Weißensteiner persönlich ernannt, zum Gemeinderat in Köflach. Ab August 1939 bekleidete er schließlich das Amt des Kreiswirtschaftsberaters. Als Weißensteiner im April 1940 zur Waffen-SS einrückte wurde Eisner erneut Kreisleiter. Ab November 1940 übernahm Eisner auch die Führung der Ortsgruppe Köflach. Im November 1941 wurde er nach Weißensteiners zweiter Einberufung zum Kriegsdienst endgültig Kreisleiter von Voitsberg. Während dieser Zeit führte er auch die eigene Mühle weiter und lebte von seinen Einnahmen als Kaufmann. Die Funktion des Kreisleiters ließ er sich im übrigen nicht bezahlen. Gegen Ende des Krieges wurde Eisner in Köflach verhaftet und nach Wolfsberg überstellt. Im folgenden Prozess vor dem Volksgericht Graz wurde Eisner am 9. Jänner 1948 zu zehn Jahren schwerem Kerker verurteilt. Ein Jahr später reichte seine Mutter ein Gnadengesuch für ihn ein. Dieses wurde unter anderem auch von der SPÖ und der ÖVP des Bezirkes Voitsberg unterstützt. Bundespräsident Karl Renner gab dem Gesuch schließlich statt und begnadigte Eisner, der daraufhin am 22. Juli 1949 aus der Haft entlassen wurde. Danach lebte er wieder in Köflach.

Literatur

Quellen

  • Voitsberg-Köflacher Wochenblatt, 1938–1945.
  • Steiermärkisches Landesarchiv, LGS Graz VR 5089/47.
  • Ämterführer von Graz und Steiermark. 1. Jahrgang, Graz 1939/1940.
  • Walter Brunner (Hg.), Geschichte und Topographie des Bezirkes Voitsberg. Band 2: Bezirkslexikon, Graz 2011
  • Bundesarchiv Berlin, Ortsgruppenkartei und Parteikorrespondenz, Hubert Eissner