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vom 29.06.2017, aktuelle Version,

Ilse Tielsch

Ilse Tielsch, geb. Felzmann (* 20. März 1929 in Auspitz) ist eine österreichische Schriftstellerin.

Biografie

Ilse Tielsch ist die Tochter von Fritz Felzmann (1895–1980), einem Arzt, Schriftsteller und Musikwissenschaftler. Sie wuchs in Auspitz auf und besuchte das Gymnasium in Nikolsburg. Im April 1945 flüchtete sie vor der nahenden Front und fand Aufnahme in einem oberösterreichischen Bauernhof in Schlierbach. In Linz setzte sie ab September 1945 den Besuch eines Gymnasiums fort und legte 1948 in Wien die Matura ab.

1949 erwarb sie die österreichische Staatsbürgerschaft und heiratete 1950 den Arzt Rudolf Tielsch, mit dem sie vier Kinder hatte. Zwei ihrer Kinder verlor sie früh.

Nach einem Studium der Zeitungswissenschaften und der Germanistik an der Universität Wien promovierte sie 1953 über die Wochenzeitung Die Zeit als Spiegel literarischen und kulturellen Lebens in Wien um die Jahrhundertwende. Sie war bei mehreren Tages- und Wochenzeitungen tätig und unterrichtete von 1955 bis 1964 an einer Wiener kaufmännischen Berufsschule. Seitdem lebt sie als freie Schriftstellerin in Wien.

Die ersten Bücher wurden unter dem Doppelnamen Tielsch-Felzmann veröffentlicht; auf Anraten von Hans Weigel änderte sie 1979 den Nachnamen auf Tielsch.

Sie verfasst Lyrik, Romane und Prosa. Tielsch ist Mitglied des Österreichischen Schriftstellerverbandes, der Österreichischen Gesellschaft für Literatur sowie des Österreichischen P.E.N.-Clubs.

Unter dem Eindruck des Hasses und der Intoleranz zwischen den Völkern schrieb Ilse Tielsch eine Romantrilogie. Darin befasst sie sich mit der Thematik des Heimatverlustes sowie der Geschichte des deutschsprachigen Mährens.

Texte, Gedichte und Bücher der Autorin wurden in bisher 20 Sprachen übersetzt und in 22 Ländern publiziert.

Werke

Lyrik

  • 1964 In meinem Orangengarten.
  • 1967 Herbst mein Segel. mit Farbholzschnitten von Oskar Matulla, Tusch-Druck, Wien 1967.
  • 1970 Anrufung des Mondes.
  • 1975 Regenzeit.
  • 1981 Nicht beweisbar.
  • 1986 Zwischenbericht.
  • 1998 Lob der Fremdheit.
  • 2004 Ausgewählte Gedichte.
  • 2010 Dorn im Fleisch. Ausgewählte Gedichte – Cierń w ciele. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Krzysztof Huszcza, mit einem Essay über Ilse Tielsch's Poesie von Barbara Neuwirth
  • 2011 Manchmal ein Traum, der nach Salz schmeckt. Gesammelte Gedichte. Herausgegeben von Helmuth A. Niederle. edition pen Bd. 1 im Löcker Verlag, Wien. ISBN 978-3-85409-630-6.

Erzählende Prosa

  • 1969 Südmährische Sagen
  • 1974 Begegnungen in einer steirischen Jausenstation, Erzählungen
  • 1977 Ein Elefant in unserer Straße, Erzählungen
  • 1979 Erinnerung mit Bäumen, Erzählung
  • 1980 Die Ahnenpyramide (Romantrilogie I)
  • 1982 Heimatsuchen (Romantrilogie II)
  • 1984 Fremder Strand, Erzählung
  • 1987 Der Solitär, Erzählung
  • 1988 Die Früchte der Tränen (Romantrilogie III)
  • 1991 Die Zerstörung der Bilder
  • 1999 Eine Winterreise, Prosa
  • 2000 Der August gibt dem Bauern Lust, Geschichten
  • 2006 Das letzte Jahr, Roman
  • 2009 Unterwegs. Reisenotizen und andere Aufschreibungen

Essays und Aufsätze

  • 1991 Aus meinem Ägyptischen Tagebuch
  • 1993 SchriftstellerIn? Um Gottes Willen! Vom Schreiben und vom Vorlesen

Hörspiele

  • 1970 Der Zug hält nicht in Bevignon, Hörspiel
  • 1971 Ein Licht im Nebel
  • 1971 Begräbnis eines alten Mannes
  • 1996 Gespräch mit dem Lehrer Leopold H.

Preise und Auszeichnungen