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vom 28.06.2020, aktuelle Version,

Immergrün

Immergrün

Großes Immergrün (Vinca major)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Rauvolfioideae
Tribus: Vinceae
Gattung: Immergrün
Wissenschaftlicher Name
Vinca
L.

Immergrün (Vinca) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).

Der botanische Gattungsname ist abgeleitet von lateinisch vinca pervinca, von pervincire für umwinden, Kränze binden; in Bezug auf die langen biegsamen Stängel[1].

Merkmale

Blätter von Vinca major (unten) und Vinca minor (oben).

Die Vinca-Arten sind mehrjährige krautige Pflanzen bis Halbsträucher. Entgegen dem Gattungsnamen sind nicht alle Vinca-Arten immergrün: Das Krautige Immergrün verliert im Winter seine Laubblätter und ist daher sommergrün. Sie besitzen Stolonen und einen wässerigen, klaren Milchsaft. Die gegenständig angeordneten, kurzgestielten Laubblätter sind einfach und ganzrandig.

Die Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln, oder selten zu zweit in zymösen Blütenständen. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig. Der Kelch ist klein. Die fünf blauen, violetten oder weißen Kronblätter sind röhrig verwachsen. Die Innenfläche der Kronröhre ist behaart oder es sind Schüppchen vorhanden. Die Kronlappen sind kürzer als die Kronröhre und überlappen sich. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden; sie sind mit der Kronröhre verwachsen, aber untereinander frei. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Griffel sind fadenförmig. Aus jeder befruchteten Blüte entwickeln sich zwei Balgfrüchte; sie sind 35 bis 40 mm lang und enthalten vier bis acht Samen. Die Samen sind glänzend.

Mittleres Immergrün ( Vinca difformis)
Krautiges Immergrün ( Vinca herbacea)
Kleines Immergrün ( Vinca minor)

Verbreitung

Die Gattung ist von Europa bis Westasien verbreitet. Sie ist eine der beiden mitteleuropäischen Gattungen der vor allem in den Tropen verbreiteten Hundsgiftgewächse.

Verwendung

Zwei Arten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten genutzt und verwildern leicht.

Bekannt ist vor allem das Kleine Immergrün (Vinca minor), welches eine alte Volksarznei-Pflanze ist und noch heute in der Homöopathie verwendet wird. Vincaalkaloide aus Catharanthus roseus werden als Zytostatika verwendet.

Arten (Auswahl)

Es gibt fünf bis sieben (bis zwölf) Arten in der Gattung Immergrün (Vinca). Hier eine Auswahl:[2]

  • Mittleres Immergrün (Vinca difformis Pourr.), mit den Unterarten:
    • Vinca difformis subsp. difformis
    • Vinca difformis subsp. sardoa Stearn
  • Aufrechtes Immergrün (Vinca erecta Regel & Schmalh.): Es kommt von Zentralasien bis ins nordöstliche Afghanistan vor.[2]
  • Krautiges Immergrün (Vinca herbacea Waldst. & Kit.)
  • Kleines Immergrün (Vinca minor L.)
  • Großes Immergrün (Vinca major L.), mit den Unterarten:
    • Vinca major subsp. balcanica (Pénzes) Kozuharov & A.V.Petrova
    • Vinca major subsp. hirsuta (Boiss.) Stearn
    • Vinca major subsp. major
  • Vinca soneri Koyuncu: Die 2012 erstbeschriebene Art kommt in der Türkei vor.[2]

Einige ehemalige bei Vinca eingeordnete Arten gehören heute zu Catharanthus, darunter auch das arzneilich bedeutsame Madagaskar-Immergrün. Verschiedene Sorten von Catharanthus werden als Beet- und Balkonpflanzen mit unterschiedlichen Blütenfarben kultiviert.

Geschichte

Quellen zur medizinischen Nutzung

Historische Abbildungen

Quellen

Commons: Immergrün (Vinca)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Immergrün  – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser, Basel/Stuttgart 1976, ISBN 3-7643-0755-2, S. 383.
  2. 1 2 3 Rafaël Govaerts (Hrsg.): Vinca - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 12. November 2017.
  3. Pedanios Dioskurides. 1. Jh. De Medicinali Materia libri quinque. Übersetzung. Julius Berendes. Des Pedanius Dioskurides Arzneimittellehre in 5 Büchern. Enke, Stuttgart 1902, S. 369 (Buch IV, Kapitel 7): Klematis (Digitalisat)
  4. Plinius der Ältere, 1. Jh. Naturalis historia Buch XXI, Kapitel XXXIX (§ 68): Vicapervica (Digitalisat); Übersetzung Külb 1855 (Digitalisat). - Kapitel XCIX, (§172): Vicapervica (Digitalisat); Übersetzung Külb 1855 (Digitalisat)
  5. Galen, 2. Jh. De simplicium medicamentorum temperamentis ac facultatibus , Buch VII, Kapitel X/31 (nach der Ausgabe Kühn 1826, Band XII, S. 31): Clematis (Digitalisat)
  6. Erstdruck: Rom 1481, Kapitel 60: Herba victoriola (Digitalisat)
  7. Konrad von Megenberg, 14. Jh. Buch der Natur. Ausgabe. Franz Pfeiffer. Aue, Stuttgart 1861, S. 422 (V/78): Singrüen (Digitalisat)
  8. Gart der Gesundheit. Mainz 1485, Kapitel 79: Berwinca syngrun (Digitalisat)
  9. Hieronymus Brunschwig. Kleines Destillierbuch, Straßburg 1500, Blatt 63v–64r: Ingrüen (Digitalisat)
  10. Otto Brunfels. Contrafayt Kreüterbůch. Johann Schott, Straßburg 1532, S. 101: Yngryen (Digitalisat)
  11. Hieronymus Bock. New Kreütter Bůch. Wendel Rihel, Straßburg 1539, Teil I, Kapitel 130: Yngrün (Digitalisat)
  12. Leonhart Fuchs. New Kreütterbuch … Michael Isingrin, Basel 1543, Kapitel 135: Syngrüen (Digitalisat)
  13. Pietro Andrea Mattioli. Commentarii, in libros sex Pedacii Dioscoridis Anazarbei, de medica materia. Übersetzung durch Georg Handsch, bearbeitet durch Joachim Camerarius den Jüngeren, Johan Feyerabend, Franckfurt am Mayn 1586, Blatt 325v–326r: Singrün (Digitalisat)
  14. Nicolas Lémery. Dictionnaire universel des drogues simples.,Paris 1699, S. 584–585: Pervinca (Digitalisat); Übersetzung. Vollständiges Materialien-Lexicon. Zu erst in Frantzösischer Sprache entworffen, nunmehro aber nach der dritten, um ein grosses vermehreten Edition [...] ins Hochteutsche übersetzt / Von Christoph Friedrich Richtern, [...]. Leipzig: Johann Friedrich Braun, 1721, Sp. 859–860: Pervinca (Digitalisat)
  15. Albrecht von Haller (Herausgeber). Onomatologia medica completa oder Medicinisches Lexicon das alle Benennungen und Kunstwörter welche der Arzneywissenschaft und Apoteckerkunst eigen sind deutlich und vollständig erkläret [...]. Gaumische Handlung, Ulm/ Frankfurt am Main/ Leipzig 1755, Sp. 1323: Vinca pervinca (Digitalisat)


-- Pachl W, Donnerstag, 4. Februar 2016, 17:31