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vom 26.05.2020, aktuelle Version,

Joachim H. Ficker

Joachim Hans Ficker (* 4. Juni 1963 in Nürnberg) ist ein deutscher Arzt und Universitätsprofessor mit Schwerpunkten in der Pneumologie und Schlafmedizin. Er ist apl. Professor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsprofessor an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität am Standort Nürnberg[1] und ärztlicher Leiter der Klinik für Pneumologie am Klinikum Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität.[2] Ficker ist bekannt für seine wissenschaftliche Tätigkeit auf den Gebieten schlafbezogene Atmungsstörungen, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Emphysem und Lungenkarzinom.

Leben

Nach dem Studium der Medizin, Promotion und Habilitation an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wurde Ficker 2003 zum Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin (Medizinische Klinik 3) am Klinikum Nürnberg berufen.[3] 2005 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und 2014 die Ernennung zum Universitätsprofessor der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität am Standort Nürnberg.[1]

Ficker leitet zudem das von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) akkreditierte Lungentumorzentrum Nürnberg[4] und das von der Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) akkreditierte Schlafmedizinische Zentrum Nürnberg.[5][6]

Wissenschaftlicher Beitrag

Fickers wissenschaftliche Tätigkeit konzentrierte sich zunächst auf den Bereich schlafbezogene Atmungsstörungen. Hier erfolgten Studien zur Weiterentwicklung der nasalen Überdrucktherapie mit kontinuierlicher Erfassung der oberen Atemwegs-Resistance durch forcierte Oszilloresistometrie während der CPAP-Therapie und der Entwicklung eines darauf basierenden Auto-CPAP-Systems.[7] Diese Forschungstätigkeit mündete in ein kommerziell verfügbares Auto-CPAP-System.[8]

Darüber hinaus führte Ficker Studien über den Zusammenhang zwischen schlafbezogenen Atmungsstörungen und Diabetes mellitus durch. Es entstanden grundlegende Arbeiten, die u. a. zeigen konnten, dass eine CPAP-Therapie des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms die Insulinsensitivität innerhalb von nur zwei Nächten deutlich verbessern kann.[9]

Seit 2003 erfolgte eine Vielzahl von klinischen Studien zur bronchoskopisch-interventionellen Therapie des Lungenemphysems mit Ventilen, aber auch mit Wasserdampf.[10] Diese Studien trugen dazu bei, dass heute die bronchoskopische Lungenvolumenreduktion mit Ventilen beim heterogenen Emphysem ohne kollaterale Ventilation Einzug in die internationalen Leitlinien genommen hat.

In den vergangenen Jahren erfolgten internationale Studien zur Effektivität der Substitutionstherapie beim Alpha-1-Antitrypsin-Mangel-assoziierten Lungenemphysem, die auf der Basis von computertomographischer Messung der Lungendichte einen klaren Wirksamkeitsbeleg für den Erhalt von Lungenstruktur durch die Alpha-1-Antitrypsin-Substitutionstherapie erbringen konnten.[11]

Neben seiner Forschungstätigkeit leistete Ficker Beiträge zur wissenschaftlichen Forschung als Mitherausgeber und Gutachter für verschiedene medizinische Fachzeitschriften wie Pneumologie,[12] als Organisator von Fachkongressen[13][14] und als Kommissionsmitglied z. B. für die deutsche S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Lungenkarzinoms[15] und die S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen.[16]

Mitgliedschaften (Auswahl)

Ficker ist Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Vereinigungen.[3] Darunter zählen die American Thoracic Society (ATS) und die European Respiratory Society (ERS). 2012 war er Vorstandsmitglied und Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP). 2018 war er Kongresspräsident und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)[17]

Auszeichnungen (Auswahl)

Publikationen

Ficker veröffentlichte mehr als 175 wissenschaftliche Fachartikel (Stand April 2020).[20] Sein Hirsch-Index beträgt 30.[21]

Eine vollständige Liste seiner Publikationen findet sich auf PubMed[22] und auf ResearchGate.[23]

Einzelnachweise

  1. 1 2 Inauguration der Universitätsprofessoren und Ernennung der Unikliniken am PMU-Standort Nürnberg. Paracelsus Medizinische Privatuniversität, 11. Dezember 2014, abgerufen am 5. Januar 2018.
  2. Lungenzentrum Nürnberg. Abgerufen am 1. Januar 2018.
  3. 1 2 Klinik für Innere Medizin 3, Schwerpunkt Pneumologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. Klinikum Nürnberg, abgerufen am 5. Januar 2018.
  4. Lungentumorzentrum Nürnberg. Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), abgerufen am 5. Januar 2018.
  5. DGSM - Liste der akkreditierten Schlaflabore. Deutsche Krebsgesellschaft für Schlafmedizin, abgerufen am 5. Januar 2018.
  6. Zentrum für Schlafmedizin, Klinikum Nürnberg. Abgerufen am 1. Januar 2018.
  7. Ficker, J. H. (2000). Oszilloresistometrie beim Schlafapnoe-Syndrom. Georg Thieme Verlag. ISBN 3-13-105621-5 bei Google Books: https://books.google.de/books?id=0KvBBgOlVlwC&lpg=PR4&ots=NDOfG20-ip&dq=ficker%20thieme%20oszilloresistometrie&hl=de&pg=PP1#v=onepage&q=ficker%20thieme%20oszilloresistometrie&f=false
  8. Ficker, J. H., Fuchs, F. S., Wiest, G. H., Asshoff, G., Schmelzer, A. H., & Hahn, E. G. (2000). An auto-continuous positive airway pressure device controlled exclusively by the forced oscillation technique. The European Respiratory Journal, 16(5), 914–920.
  9. Igor A. Harsch, Simin Pour Schahin u. a.: Continuous Positive Airway Pressure Treatment Rapidly Improves Insulin Sensitivity in Patients with Obstructive Sleep Apnea Syndrome. In: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine. 169, 2004, S. 156, doi:10.1164/rccm.200302-206OC.
  10. Auswahl von Veröffentlichungen zu diesem Thema bei Pubmed. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  11. Noel G. McElvaney, Jonathan Burdon u. a.: Long-term efficacy and safety of α1 proteinase inhibitor treatment for emphysema caused by severe α1 antitrypsin deficiency: an open-label extension trial (RAPID-OLE). In: The Lancet Respiratory Medicine. 5, 2017, S. 51, doi:10.1016/S2213-2600(16)30430-1.
  12. Herausgebergremium Thieme Pneumologie. Thieme, abgerufen am 5. Januar 2018.
  13. InterPneu Nürnberg. Klinikum Nürnberg, abgerufen am 5. Januar 2018.
  14. 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) e. V. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  15. Leitlinie Lungenkarzinom - Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), abgerufen am 5. Januar 2018.
  16. Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen - Schlafbezogene Atmungsstörungen. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF, abgerufen am 5. Januar 2018.
  17. DGSM: Vorprogramm der DGSM-Jahrestagung 2018. Abgerufen am 1. Januar 2019.
  18. Auszeichnungen 1998. Pressestelle Universität Erlangen, abgerufen am 5. Januar 2018.
  19. FOCUS-Ärzteliste
  20. Joachim H. Ficker, ORCiD, Connecting Research and Researchers. Abgerufen am 1. Januar 2018.
  21. Joachim H. Ficker - Google Scholar Citations. Abgerufen am 1. Januar 2019.
  22. Joachim Ficker auf PubMed. Abgerufen am 1. Januar 2018.
  23. Joachim Ficker auf ResearchGate. Abgerufen am 5. Januar 2018.