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vom 02.11.2016, aktuelle Version,

Josef Carl von Klinkosch

Josef Carl Ritter von Klinkosch (* 28. Februar 1822 in Wien; † 8. Juni 1888 ebenda) war ein bekannter Wiener Silberschmied und Hoflieferant.

Biographie

Werbung von J. C. Klinkosch (1891)
Werbung von J. C. Klinkosch (1917)

Josef Carl (auch: Karl) Klinkosch war der Sohn von Carl Klinkosch und Katharina geb. Kempenich. Er erlernte das Silberschmiedehandwerk von seinem Vater, der 1830/31 zusammen mit Stefan Mayerhofer die Manufaktur Mayerhofer & Klinkosch gegründet hatte. 1851 übernahm Josef Carl die Manufaktur.[1][2]

1848 heiratete er Elise. Er war Hauptmann der Bürgergarde während der Unruhen von 1848.

Klinkosch verfeinerte den Stil der in der Manufaktur erzeugten Waren und begann auch mit der Herstellung von Chinasilberwaren. Zahlreiche Künstler, auch aus dem Ausland, wurden mit der Ausarbeitung der Entwürfe betraut. Bei der Herstellung nahm Klinkosch die sogenannte „veraltete“ händische Produktion teilweise wieder auf, die europaweit sehr erfolgreich wurde. Zahlreiche Silber- und Goldmedaillen auf Ausstellungen für die qualitativ hochwertigen Silberproduktion waren die Folge.

Zu den Kunden des Unternehmens zählten nicht nur das gehobene Bürgertum und Adelige, sondern ab 1855 auch der kaiserliche Hof, der ihm auf Grund seiner Verdienste und der hohen Qualität der Produkte der Titel „k.u.k. Hof- und Kammerlieferant“ verlieh.

1861/1862 war Klinkosch Mitglied des Wiener Gemeinderates.

1869 wurde Klinkosch Alleininhaber und die Firma in J. C. Klinkosch umbenannt.[3] Das Unternehmen beteiligte sich an den Weltausstellungen 1873 in Wien und 1878 in Paris.

1879 wurde Josef Carl Klinkosch zum Ritter geadelt. Ab 1884 zog er sich vom Geschäft zurück, und die Firma wurde an seine beiden Söhne Arthur (1884–1899) und Isidor (1884–1914) übergeben. Privat konnte er mit seinem Vermögen eine umfangreiche private Kunstsammlung aufbauen, die 1889 nach seinem Tod versteigert wurde. Josef Carl Klinkosch verstarb im Haus Afrikanergasse 3 im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt. 1918 wurde die Firma von Arthur Krupp erworben und unter dem Namen „J.C. Klinkosch A.G.“ weitergeführt. 1972 wurde die Firma im Handelsregister gelöscht.

In zweiter Ehe heiratete Prinz Aloys von und zu Liechtenstein am 30. Mai 1890 seine Tochter Hanna Klinkosch (* 1848; 31. Jänner 1925).[4]

Die Produkte von Klinkosch erzielen heute auf Auktionen hohe Preise.

Literatur

  • Felix Czeike (Hrsg.): Historisches Lexikon Wien. Band 3, Kremayr & Scheriau, Wien 1994, ISBN 3-218-00545-0, S. 535.
  • Astrid Gmeiner, Gottfried Pirhofer: Der österreichische Werkbund. Alternative zur klassischen Moderne in Architektur, Raum- und Produktgestaltung. Residenz-Verlag, Salzburg u. a. 1985, ISBN 3-7017-0427-9.
  • Gertrud Maria Hahnkamper: Der Wiener Gemeinderat zwischen 1861 und 1864. Wien 1973, S. 436f. (Wien, phil. Diss. 19. Dezember 1973).
  • Ingrid Haslinger: Kunde – Kaiser. Die Geschichte der ehemaligen k. u. k. Hoflieferanten. Schroll, Wien 1996, ISBN 3-85202-129-4.
  • Klinkosch Josef Carl von. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1965, S. 412.

Einzelnachweise

  1. Auktionshaus im Kinsky, abgerufen am 24. September 2014
  2. http://www.karaffensammler.at/gallery/main.php?g2_itemId=8411
  3. http://www.imkinsky.com/de/app/kataloge/antiquitaeten_98-4/lot0298_josef-carl-klinkosch.html
  4. Prinzessin Hanna Liechtenstein †.. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, 1. Februar 1925, S. 12, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp