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vom 26.06.2017, aktuelle Version,

Josef Weingartner

Josef Weingartner (* 10. Februar 1885 in Dölsach/Osttirol; † 11. Mai 1957 in Meran/Südtirol) war ein römisch-katholischer Geistlicher, Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und Schriftsteller.

Leben

Weingartner beendete 1907 sein Theologiestudium in Brixen und studierte nach seiner dortigen Priesterweihe Kunstgeschichte bei Max Dvořák an der Universität Wien. Von 1911 bis 1915 war er Sekretär des Denkmalamtes in Innsbruck und leitete von 1915 bis 1918 dessen Außenstelle in Bozen. Seit 1921 wirkte er als Propst der Innsbrucker Stadtpfarre St. Jakob und tat sich als volksnaher Seelsorger hervor.

Zeit seines Lebens hat Weingartner kunsthistorische Grundlagenforschung in Tirol, insbesondere in Südtirol, geleistet. Sein Buch „Kunstdenkmäler Südtirols“, in acht Auflagen erschienen, gilt bis heute als Meilenstein und Musterbeispiel einer regionalen Kunsttopographie nach dem Vorbild des von Georg Dehio begründeten „Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler“.

Zahlreiche Straßen in Süd-, Nord- und Osttirol sind nach Josef Weingartner benannt.

Josef Weingartner war der Großonkel des Tiroler Landeshauptmannes und Politikers Wendelin Weingartner.

literarische Werke

  • Der Kardinal. Novelle. Tyrolia, Innsbruck 1946.
  • Die alten Götter. Novellen. Rohrer Verlag, Innsbruck und Wien 1948.
  • Abälard und Bernhard. Roman. Tyrolia, Innsbruck und Wien 1948.
  • Der lateinische Bauer. Erzählungen. Tyrolia, Innsbruck und Wien 1954.

Publikationen (Auswahl)

  • Die Kunstdenkmäler Südtirols. 4 Bände. Augsburg 1923-1930; weitere 7 Auflagen bis 1990, jeweils in 2 Bänden. Bozen/Innsbruck/Wien.
  • Das kirchliche Kunstgewerbe der Neuzeit. Innsbruck 1926.
  • Römische Barockkirchen. München 1930.
  • Gotische Wandmalerei in Südtirol. Wien 1948.
  • mit Robert Zinner: Südtirol. Landschaft. Kunst. Kultur. Geleitwort von Raimund von Klebelsberg zu Thumburg. Verlag Adolf Holzhausens Nfg., Wien 1950.
  • Unterwegs: Lebenserinnerungen. Felizian Rauch Verlag, Innsbruck 1951.
  • mit Robert Zinner: Meran und das Burggrafenamt. Wien 1956.
  • Die Kunstdenkmäler Osttirols. Innsbruck 1958.
  • Bozner Burgen. Innsbruck 1922; 3. Auflage 1962.

Literatur

  • Im Dienste der Musen. Briefwechsel mit Josef Garber. Innsbruck 1978, ISBN 3-7030-0058-9
  • Eva Gadner: Aus der Fülle. Leben und Werk von Propst Josef Weingartner (1885–1957). Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7030-0429-2
  • Martin Kolozs: Zur höheren Ehre – Die Tiroler Priesterdichter Reimmichl, Bruder Willram, Josef Weingartner und Reinhold Stecher: Biographien. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2017