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vom 17.11.2016, aktuelle Version,

Josef von Manowarda

Josef von Manowarda (* 3. Juli 1890 in Krakau; † 24. Dezember 1942 in Berlin) war ein österreichischer Opernsänger (Bass und Heldenbariton).

Leben

Josef von Manowarda wurde in Krakau als Sohn des österreichischen Generals Eberhard Manowarda von Jana geboren. Er bereitete sich zunächst in Wien auf die Diplomatenlaufbahn vor, studierte dann aber in Graz Philosophie. Schon früh erhielt er Violinunterricht, in Graz auch Sprech- und Gesangsunterricht.

1911-15 war er in Graz engagiert, 1915-18 an der Wiener Volksoper, und von 1919 bis 1934 an der Wiener Staatsoper. Ab 1922 trat er bei den Salzburger Festspielen auf, 1932-35 war er Professor an der Wiener Musikakademie.

Manowarda war gemeinsam mit seiner Frau vor 1933 der NSDAP beigetreten und blieb auch nach dem Parteiverbot 1933 politisch aktiv, indem er Propagandamaterial an das Personal der Wiener Staatsoper verteilte und sich trotz Androhung schwerer Strafen weigerte, das Abzeichen der Vaterländischen Front zu tragen. Nach eigenen Angaben soll dies ihm politische Schwierigkeiten eingebracht haben, weshalb er 1935 an die Berliner Staatsoper unter Clemens Krauss wechselte.[1]

Bereits 1931 ersang er sich bei den Bayreuther Festspielen als Landgraf im „Tannhäuser“ unter Arturo Toscanini einen großen Erfolg. Nach seinem Wechsel nach Berlin war Manowarda besonders bei Adolf Hitler und Joseph Goebbels beliebt und nutzte diese Aufmerksamkeit, um 1936 Heinz Tietjen unter anderem die Vereinigung der Staatstheater von Berlin und Kassel mit dem Burgtheater und der Wiener Staatsoper vorzuschlagen. Das Projekt wurde jedoch aufgrund interner Machtverteilungskämpfe der nationalsozialistischen Führungselite nie realisiert, weitere Denkschriften an Hitler blieben ebenfalls erfolglos. Weitere Auftritte in Bayreuth folgten bis 1942.[1]

Manowarda war mit der Opernsängerin Cornelia „Nelly“ Pirchhoff-Manowarda verheiratet.

Seine letzte Ruhe fand er auf dem landeseigenen Friedhof in den Kisseln im Berliner Bezirk Spandau.

Ehrungen

Manowarda wurde 1929 der Ehrentitel des Kammersängers verliehen.

Nach dem Tod Manowardas wurde im Jänner 1943 in der Berliner Staatsoper eine Trauerfeier veranstaltet, an der Goebbels und Hermann Göring teilnahmen. In Görings Rede wurde Manowarda als „treuer kompromißloser und sieggläubiger Gefolgsmann des Führers“ bezeichnet.[1]

1960 wurde im 23. Wiener Gemeindebezirk eine Straße nach ihm benannt.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ (PDF; 4,4 MB), S. 51f, Forschungsprojektendbericht, Wien, Juli 2013