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vom 19.11.2016, aktuelle Version,

K.u.k. Stabswesen

Das k.u.k. Stabswesen der österreichisch-ungarischen Streitkräfte gliederte sich in drei Organisationen:

Waffenrock eines Hauptmann im Generalstab

Der Generalstab

Aufgabe des Generalstabes war, im Falle eines drohenden Krieges sämtliche Vorbereitungen zu treffen, diese zu leiten und die Ausführungen zu überwachen. Die höheren Kommanden waren durch den Generalstab bei allen strategischen, taktischen und administrativen Anordnungen zu unterstützen.

An der Spitze des Generalstabes stand ein höherer General mit dem Titel „Chef des Generalstabes für die gesamte bewaffnete Macht“. Der Generalstab war zwar formal Teil des k.u.k. Kriegsministeriums, der Generalstabschef hatte aber das Recht, dem Kaiser direkt vorzutragen, und war wie der Kriegsminister selbst verpflichtet, Anordnungen des Obersten Kriegsherrn umzusetzen.

Für den Ersten Weltkrieg wurde zu dessen Beginn, da der 84-jährige Kaiser Franz Joseph I. das Kommando nicht selbst führen wollte, das Armeeoberkommando eingerichtet, dem der Generalstab angehörte. Der Generalstabschef war nun dem Armeeoberkommandanten (in der ersten Kriegshälfte Erzherzog Friedrich, in der zweiten Kriegshälfte meist Kaiser Karl I. selbst) direkt unterstellt. Erzherzog Friedrich ließ dem Generalstabschef, wie mit Franz Joseph I. vereinbart, zumeist freie Hand. Karl I. griff auch direkt in das Geschehen ein und wechselte den Generalstabschef daher bald aus.

Der Generalstab setzte sich zusammen aus:

Das Generalstabskorps wurde von Offizieren gebildet, die die hierfür nötige wissenschaftliche Befähigung unter Beweis gestellt hatten und im praktischen Generalstabsdienst erprobt worden waren. Für diese Erprobung wurde der Offizier zunächst dem Generalstab zugeteilt.

Abhängig von einer solchen „Zuteilung“ war der Nachweis der bisherigen sehr guten Dienstleistung, der charakterlichen und körperlichen Eignung, sowie der Absolvierung der Kriegsschule mit mindestens der Beurteilung „Gut“.

Oberleutnants, welche nach Absolvierung der k.u.k. Kriegsschule dem Generalstab zugeteilt wurden und während einer 1 1/2 - 3 jährigen Zugehörigkeit den Anforderungen entsprochen hatten, wurden auf Antrag des Chefs des Generalstabes, bei gleichzeitiger Versetzung zur Truppe, zu Hauptleuten (Rittmeistern) befördert. Nach mindestens zweijähriger Truppenverwendung wurden in das Generalstabskorps nur diejenigen Hauptleute eingestellt, welche den Truppendienst mit sehr guten Qualifikationen abgeleistet hatten.

Die Offiziere des Generalstabes fanden in Friedenszeiten die folgenden Verwendungen:

  • In den Büros des Generalstabes
    • Das Direktionsbüro für alle Personal- und ökonomische Angelegenheiten
    • Das Büro für operative und besondere Generalstabsarbeiten
    • Das Landbeschreibungsbüro für Evidenzhaltung fremder Heere
    • Das Eisenbahnbüro
    • Das Telegraphenbüro
  • Bei den Militärbehörden und höheren Kommanden
    • Ein Oberleutnant als Generalstabsoffizier bei jedem Brigadekommando
    • Ein Stabsoffizier des Generalstabskorps als Leiter einer Generalstabsabteilung bei jeder Truppendivision und jedem Militärterritorialkommando. Er führte den Titel „Generalstabschef“ (der jeweiligen Formation)
  • Zur Truppe abkommandiert
  • In besonderer Verwendung
    • als Schulkommandanten und/oder Lehrer in Militärschulen
    • als Militärbevollmächtigte und/oder Militärattachés im Ausland
Stulphut eines Hauptmanns des k.u.k. Generalstabskorps

Adjustierung der Generalstabsoffiziere

Der Stulphut mit grünem Federbusch ebenso die Feldkappe entsprachen denen des Generals mit deutscher Uniform. Der dunkelgrüne Waffenrock hatte einen schwarzen Samtkragen und entsprechende Ärmelaufschläge, scharlachrote Passepoils und zwei Reihen glatter, gelber Knöpfe. Die dunkelgrüne Bluse (bis 1908, dann Hechtgrau) und der blaugraue Mantel waren mit schwarzsamtenen, scharlachrot passepoilierten Parolis ausgestattet. Die Pantalons waren aus blaugrauem[2] Tuch mit scharlachroten Passepoils. Die Feldbinde wurde um die Hüfte gebunden. Bewaffnung wie Infanterieoffiziere.

Die dem Generalstab zugeteilten Offiziere trugen weiterhin die Uniform ihres Stammtruppenteils. Zu Kenntlichmachung wurde die Feldbinde über die rechte Schulter zur linken Hüfte getragen.

Der Artilleriestab

Der Artilleriestab umfasste die als Hilfsorgane für das Artilleriewesen bei den höheren Kommanden und Behörden des Heeres eingeteilten Generale, Stabs- und Oberoffiziere.

Die Offiziere des Artilleriestabes stammten aus der Artillerietruppe bzw. der Technischen Artillerie.

Im Frieden waren die Artilleriestabsoffiziere, welche dem Reichskriegsministerium und den höheren Kommanden zugeteilt waren, für die Einheitlichkeit bei der Ausbildung der Artillerie zuständig und hatten den Dienst in den Artilleriezeugsanstalten zu überwachen.

Adjustierung der Artilleriestabsoffiziere

Adjustierung und Bewaffnung entsprachen den Artillerieoffizieren. Lediglich die Knöpfe waren glatt und gelb.

Der Geniestab

Der Geniestab war verantwortlich für die Leitung des kriegsbautechnischen Dienstes, er wirkte mit beim Angriff und der Verteidigung von festen Plätzen. An der Spitze des Stabes stand ein General, welcher den Titel „Generalgenieinspektor“ führte. Das Personal bestand aus Offizieren vom Hauptmann aufwärts und weiteren zugeteilten Offizieren.

Paroli Hauptmann im Geniestab

Die Personalergänzung erfolgte durch Offiziere, die den höheren Geniekurs mit mindestens der Beurteilungsnote „Gut“ abgeschlossen haben mussten. Vor einer endgültigen Versetzung zum Geniestab erfolgte zunächst eine Kommandierung zum Zwecke der Probe des Aspiranten.

In der Militärabteilung jedes Militärterritorialkommandos war ein Stabsoffizier oder dienstälterer Hauptmann zur Bearbeitung der Aufgaben seines Fachgebiets eingeteilt.

Weiterhin dienten Geniestabsoffiziere im Technischen Militärkomitee, den Militärbildungsanstalten und bei den Genie- und Festungsbaudirektionen.

Adjustierung der Geniestabsoffiziere

Als Kopfbedeckung diente der Stulphut mit schwarzen Hahnenfedern, ähnlich dem der Militärärzte, sowie eine schwarze Feldkappe. Der Waffenrock bestand aus lichtblauem Tuch mit zwei Reihen gelber, glatter Knöpfe und kirschroter Samtegalisierung. Die Feldbluse war bis 1908 ebenfalls aus hellblauem Tuch gefertigt (danach in hechtgrau) und mit Parolis in kirschrotem Samt ausgestattet. Gleiches galt für den Mantel. Die Pantalons in blaugrau mit kirschroten Samtpassepoils. Bewaffnung und Feldbinde wie Infanterieoffiziere.

Literatur

  • Julius Lohmeyer (Hrsg.): Das Militär Bilderbuch. Die Armeen Europas. 2. verbesserte und bis auf den neuesten Stand ergänzte Auflage. Carl Flemming Verlag, Glogau 1887 (Unveränderter Nachdruck: Weltbild-Verlag, Augsburg 1998, ISBN 3-8289-0300-2).
  • Allmayer-Beck, Lessing: Die K.(u.)K.-Armee. 1848–1918. Bertelsmann, München u. a. 1974, ISBN 3-570-07287-8.
  • Das k.u.k. Heer 1895. Eine Bildserie von Oskar Brüch, kommentiert von Günter Dirrheimer. Leopold Stocker Verlag, Graz u. a. 1997, ISBN 3-7020-0783-0 (Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums 10).
  • Rest, Ortner, Ilmig: Des Kaisers Rock im 1. Weltkrieg. Verlag Militaria, Wien 2002, ISBN 3-9501642-0-0.

Fußnoten

  1. Im Unterschied zum Deutschen Heer (Heer des Kaiserreichs von 1871–1918) war für Generalstabsoffiziere der Zusatz zum Dienstgrad "im Generalstab" (i.G.) nicht üblich.
  2. in Wirklichkeit jedoch antharzitfarbenem
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