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vom 13.05.2019, aktuelle Version,

Kapistran Pieller

Pater Johannes Kapistran Pieller OFM (* als Johannes Wilhelm Pieller 30. September 1891 in Wien; † 15. April 1945 in Stein an der Donau) war ein römisch-katholischer Priester und Mitglied des Franziskanerordens. Er wurde während der Nazi-Herrschaft als Widerständler hingerichtet.

Leben

Pieller, Sohn eines Portiers der Anglo-Österreichischen Bank, trat 1909 in das Grazer Franziskanerkloster ein. Nach seiner Priesterweihe 1918 studierte er an der Universität Graz Rechtswissenschaften. Er wurde jeweils in Staatswissenschaften (Dr. rer. pol 1927), Rechtswissenschaften (Dr. iur. 1929) und Theologie (Dr. theol., 1937 in Wien) promoviert. Er war als Seelsorger und Katechet in Graz tätig, unter anderem Studenten-Seelsorger der katholischen Hochschulverbindung K. Ö. H. V. Carolina Graz im Österreichischen Cartellverband, wo er seit 1924 Mitglied wurde. Von 1931 bis 1935 war er als Pfarrer in St. Pölten tätig. Nach verschiedenen Ämtern in seinem Orden war er ab 1940 Guardian des Franziskaner-Klosters und Rektor der Klosterschule in Eisenstadt.

Während des Zweiten Weltkrieges schloss er sich der Widerstandsgruppe „Antifaschistische Freiheitsbewegung Österreichs“ an und stellte regimefeindliche Flugblätter her. Im August 1943 erfolgte seine Verhaftung, im August 1944 die Verurteilung zum Tod und nach einem Todesmarsch von Wien nach Stein an der Donau am 15. April 1945 in der dortigen Haftanstalt mit 43 weiteren Verurteilten die Erschießung.

Der Kapistran-Pieller-Platz zwischen Franziskanerkirche und Mur in Graz wurde 1988 nach ihm benannt.[1]

Die Franziskanerpatres Johannes Kapistran Pieller und Angelus Steinwender sind – daneben "weitere 43 erschossene Verurteilte" – auf einer Gedenktafel im Vorraum der Antoniuskapelle in der Franziskanerkirche, Wien, Franziskanerplatz 4 erwähnt.[2]

Am Sonntag, den 19. April 2015 gedachten die Grazer Franziskaner nach dem Gottesdienst in einer abendlichen Lichterprozession zum Kapistran-Pieller-Platz seines 70. Todestags.[3]

Einzelnachweise

  1. Kubinzky, Karl A. und Wentner Astrid M.: Grazer Straßennamen. Herkunft und Bedeutung, 1., Auflage. Graz 1996. S. 210.
  2. http://www.nachkriegsjustiz.at/service/archiv/Rb8.pdf Gedenken und Mahnen in Wien (Gedenkstätten zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung) im Internet. Hg.: Verein zur Erforschung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen und ihrer Aufarbeitung et al., Justiz und Erinnerung. Nr. 8, S. 38, Oktober 2003, abgerufen 22. Juni 2016.
  3. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 22. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.franziskaner-graz.at Gedenkfeier zum 70. Todestag von Kapistran Pieller, Website der Franziskaner Graz > Aktuelles > Archiv 2015. Abgerufen 22. Juni 2016.



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Gedenktafel in der Grazer Franziskanerkirche - Foto: Dietfried Olbrich

-- Diem Peter, Donnerstag, 9. Oktober 2014, 10:44