unbekannter Gast
vom 15.03.2018, aktuelle Version,

Klein Modellbahn

Klein Modellbahn GesmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1984
Auflösung 2010
Sitz Wien
Leitung Oskar Klein jun
Branche Spielwarenindustrie

Das Unternehmen Klein Modellbahn GesmbH war ein österreichischer Hersteller von Modelleisenbahnen. Das Unternehmen wurde im Jahr 1984 von Oskar Klein junior infolge einer Teilung der Firma Kleinbahn gegründet. Der Firmensitz und die Fabrikation befand sich in Wien, Atzgersdorf. Das Unternehmen wurde im Jahre 2010 aufgelöst.

Produktpalette

Die Produktpalette umfasste Lokomotiven und rollendes Material in Nenngröße H0 (Spurweite 16,5 mm) für das Zweileiter-Gleichstromsystem sowie Modelleisenbahn-Zubehör. Bestimmten anfangs noch Artikel aus der Produktpalette der ursprünglichen Firma Kleinbahn das Programm, die eher auf den robusten Spielbetrieb ausgelegt waren, so wurde bald mit der Herstellung von feiner detaillierten Modellen für den „ernsthaften“ Modelleisenbahner begonnen. Da auch die neue Firma primär auf den österreichischen Markt orientiert ist, wurden vorzugsweise Modelle nach Vorbild österreichischer Bahnen realisiert. Wie bei Kleinbahn erfolgte der Vertrieb nur über eigene Geschäfte und den Postversand (Direktvertrieb). Als Alternative zum selbst hergestellten Schienen- und Oberleitungsmaterial verkaufte man aber auch Produkte anderer Hersteller.

Modelle

Neben in den Anfangsjahren angebotenen typischen Elektrolokomotiven und Diesellokomotiven im Einsatz der BBÖ und ÖBB, erweiterte man das Programm in Folge um Modelle von Dampflokomotiven nach Vorbild österreichischer Konstruktionen. In Ergänzung zu diesen Dampflokomotiven wurden Personen- und Güterwaggons nach passenden historischen Vorbildern gefertigt, u. a. die ab 1948 aufgebauten zwei- und vierachsigen ÖBB-Spantenwagen und die Nahverkehrs-Doppelstockwagen der ÖBB mit Wendezug-Steuerung, ab 1995 gefertigt. Auch die ÖBB-Reihe 4020, elektrische Triebwagen für den Nahverkehrs- und den S-Bahnbetrieb, wurde im Modell angeboten; eine weitere Besonderheit war eine ÖBB-Dampfschneeschleuder mit funktionsfähigem Schleuderrad.

Elektrolokomotiven Diesellokomotiven Dampflokomotiven Triebwagen

Mangelhaft zugelieferte Zinkal-Legierungen führten in den 1990er-Jahren immer wieder zu Reklamationen wegen verbogener Fahrzeugrahmen, die die Modelle unbrauchbar machten. Diese Legierungen wurden später nach Auskunft des Unternehmens nicht mehr verwendet. Neben der Fertigung für die eigene Produktlinie war Klein Modellbahn auch für einige Jahre als Sublieferant für andere Modelleisenbahnhersteller tätig.

Niedergang

Der Hersteller geriet, ähnlich wie der ebenfalls österreichische Hersteller Roco 2006 in finanzielle Nöte. Durch Umzug in eine neue Produktionsstätte und Straffung der Modellpalette schien jedoch der Fortbestand bis auf weiteres gesichert. Ende Mai 2008 gab das Unternehmen jedoch unerwartet bekannt, im Juli 2008 die Produktion endgültig einzustellen und die Geschäftslokale ab Oktober 2008 bis spätestens Ende 2008 zu schließen.[1] Teile des Programms werden von Roco weitergeführt. Das letzte verbliebene Geschäft in Wien wurde als Fachgeschäft ausgebaut und bot weitere Fremdprodukte an. Am 11. Dezember 2010 erklärte die Firma auf ihrer Homepage, dass „aufgrund rechtlicher Probleme mit der Fa. (Roco) Modelleisenbahn Ges.m.b.H. die Klein Modellbahn Ges.m.b.H. in den nächsten Tagen ihren Betrieb für immer einstellen wird“.[2]

Nachfolge

Mag. Oskar Klein gründete 2010 das KkMB-Magazin als Einzelunternehmung, welches nun das Geschäft aus Brunn am Gebirge weiterführt. Der Schwerpunkt der Handelswaren liegt auf Modellen der Epoche I (Fahrzeuge nach Vorbild der k.k. Staatsbahnen). Neben dem Vertrieb von Produkten der Firmen Heris Modelleisenbahn und Mobenzo werden auch noch Ersatzteile, Reparaturen und Umbauten für Klein-Modelle angeboten. Das neue Unternehmen verfügt über kein Ladengeschäft und ist nur über Versand bzw. auf Modellbahnbörsen aktiv.[3]

Einzelnachweise

  1. Klein Modellbahn sperrt Ende Juli zu., ORF.at am 29. Juni 2008
  2. Kundeninformation auf der Homepage
  3. KkMB-Magazin - über uns, abgerufen am 20. November 2014