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vom 14.06.2017, aktuelle Version,

Krakau (Steiermark)

Krakau
Wappen Österreichkarte
Wappen von Krakau
Krakau (Steiermark) (Österreich)
Krakau (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murau
Kfz-Kennzeichen: MU
Hauptort: Krakaudorf
Fläche: 123,6 km²
Koordinaten: 47° 11′ N, 13° 59′ O
Höhe: 1173 m ü. A.
Einwohner: 1.444 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 8854
Vorwahl: 03535
Gemeindekennziffer: 6 14 37
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Krakaudorf 120
8854 Krakaudorf
Website: www.krakau.gv.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Stolz (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
8
5
2
8  5  2 
Von 15 Sitzen entfallen auf:

Lage der Gemeinde Krakau im Bezirk Murau
Krakau Mühlen Murau Neumarkt in der Steiermark Niederwölz Oberwölz Ranten Sankt Georgen am Kreischberg Sankt Lambrecht St. Peter am Kammersberg Scheifling Schöder Stadl-Predlitz Teufenbach-Katsch Steiermark Lage der Gemeinde Krakau (Steiermark) im Bezirk Murau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Krakau ist seit Jahresbeginn 2015 eine Gemeinde im Bezirk Murau des österreichischen Bundeslands Steiermark. Sie entstand im Rahmen der Steiermärkischen Gemeindestrukturreform[1] aus den Ende 2014 aufgelösten Gemeinden Krakaudorf, Krakauhintermühlen und Krakauschatten.[2] Die Steirische Krakau ist Teil der Bergsteigerdörfer-Initiative des ÖAV.

Geografie

Krakaudorf ist der Hauptort des Krakautals, eines Hochplateaus, das sich im südlichen Teil der Schladminger Tauern in ost-westlicher Richtung erstreckt und etwa 1450 Einwohner hat. Auf der Südseite des Plateaus liegt nordwestlich von Krakaudorf die Katastralgemeinde Krakauhintermühlen, westlich an der Salzburger Landesgrenze die Katastralgemeinde Krakauschatten.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften und gleichnamigen Katastralgemeinden (Einwohner Stand 1. Jänner 2016,[3] Fläche Stand 2015[4]):

Geschichte

Ab dem 6. Jahrhundert rodeten slawische Siedler das Gebiet. Ab dem 9. Jahrhundert kamen auch bairische Siedler in das Krakautal. Krakaudorf gilt als eine der ältesten Siedlungen des Rantentales, hieß aber vom Mittelalter bis ins 16. Jahrhundert hinein „Lessach“.

Ab dem 13. Jahrhundert war das Gebiet der Gerichtsbarkeit der Liechtensteiner unterstellt. Im Mittelalter gab es verschiedenste Grundherren. Ab dem 17. Jahrhundert war das Gebiet überwiegend im Besitz der Fürsten Schwarzenberg. 1791 wurde das Vikariat St. Ulrich in Krakauebene errichtet und 1829 zur Pfarre erhoben.

Die Aufhebung der Grundherrschaften erfolgte 1848. Die Ortsgemeinden als autonome Körperschaft entstand 1850. Nach der Annexion Österreichs 1938 kamen die Gemeinden zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 waren sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Samson von Krakaudorf

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Berglandschaft, kleine Kapellen (u. a. mit dem „steirischen Herrgott“), Seen und der Günster Wasserfall, der mit einer Fallhöhe von 65 Metern der höchste Wasserfall in der Steiermark ist.

Brauchtum und Tradition spielen eine große Rolle im Jahresablauf. Jedes zweite Jahr im Februar kehren am „Damisch Mountog“ (Rosenmontag) die Faschingrenner wieder; ein lauter Umzug von Haus zu Haus von etwa 50 Personen mit Spitzhüten, gefolgt von einer Handelsmeute mit Pferd, Rossknecht, Schinder, Schmied usw. Der Ursprung dieses Brauches geht auf die Knappen zurück, die vor rund 200 Jahren im Bischofsloch des Prebers (2740 m) Silber abbauten. Den kreisförmigen Tanz, das Radl oder Kranzl führten diese Bergleute zum ersten Mal auf.

Zu Ostern brennen an vielen Stellen im Tal zum Teil bis zu zwölf Meter hohe gezimmerte Osterfeuer.

Am ersten Sonntag im August wird der Oswaldisonntag gefeiert. Das Kirchweihfest zu Ehren des Heiligen Oswalds beginnt mit einem Prozessionszug durch Krakaudorf, dabei tragen die Mädchen geschmückte Marienstatuen, die Buben den Heiligen Oswald durch das Dorf. Am Nachmittag hat der Samson samt Schützengarde seinen Auftritt.

Naturdenkmäler

  • Günster Wasserfall, mit einer Fallhöhe von 65 Metern der höchste Wasserfall der Steiermark

Politik

Wappen

Alle drei Vorgängergemeinden hatten ein Gemeindewappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Die Neuverleihung des Gemeindewappens für die Fusionsgemeinde erfolgte mit Wirkung vom 15. Juli 2016.[5]
Blasonierung (Wappenbeschreibung):

„In blauem Schild über grünem, mit drei silbernen achtblättrigen und golden besamten Blüten belegtem Schildfuß ein silberner dreispitziger Berg mit erhöhter Mittelspitze, belegt mit einer schwarzen Krähe.“

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Krakaudorf
  • 1982 Franz Wegart (1918–2009), Landeshauptmann-Stellvertreter
  • 1989 Franz Essl (1919–1993), Distriktsarzt
Krakauhintermühlen
Krakauschatten
  • 1984 Josef Krainer junior (1930–2016), Landeshauptmann
  • 2010 Otto Esterl (* 1945), Altbürgermeister

Literatur

  • Walter Brunner: Die Krakau in den vergangenen Jahrhunderten. Ein historischer Rückblick. In: Ortsführer von Krakauebene, Krakaudorf 1971, 3–10
  • Regina Stampfl/Roland Kals/Peter Haßlacher: Die steirische Krakau, Österreichischer Alpenverein, Innsbruck 2014, (online)

Medien

  • Ludwig Ott: Das Steirer Faschingsrennen. Ein Winterbrauch in der Krakau. Bayerisches Fernsehen. Unter unserm Himmel, 26. Februar 2006 (weblink) (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive)
  Commons: Krakau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. Oktober 2013 über die Vereinigung der Gemeinden Krakaudorf, Krakauhintermühlen und Krakauschatten, alle politischer Bezirk Murau. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 15. November 2013. Nr. 114, 32. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 629.
  3. Einwohner nach Ortschaften (Excel-Datei, 835 KB); abgerufen am 29. August 2016
  4. Katastralgemeinden Stmk. 2015 (Excel-Datei, 128 KB); abgerufen am 29. Juli 2015
  5. 93. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 7. Juli 2016 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Gemeinde Krakau (politischer Bezirk Murau), abgerufen am 21. Oktober 2016