unbekannter Gast
vom 06.04.2018, aktuelle Version,

Landesschulrat

Der Landesschulrat (LSR) ist in Österreich eine Schulbehörde des Bundes, die für ein Bundesland zuständig ist. Dieselbe Form gibt es in Südtirol auf der Ebene der Autonomen Provinz, dort aber als rein beratendes Gremium.

Die Landesschulräte bestehen in Österreich-Ungarn für die Kronländer seit 1868. Die Organisation für Wien heißt seit 1922 Stadtschulrat für Wien (SSR).

Österreich

Osterreich   Landesschulrat
Österreichische Behörde
Staatliche Ebene Bund/Länder
Stellung der Behörde Untergeordnete Behörde
Aufsicht Unterrichtsministerium (dzt.: BMB)
Gründung 1868 (Stadtschulrat für Wien: 1922)
Behörden­leitung Landeshauptmann (Präsident)

Die Landesschulräte sind gemäß Art. 81a Bundes-Verfassungsgesetz Bundesorgane unter dem Weisungsrecht des jeweils für das Unterrichtswesen zuständigen Bundesministers,[1] stehen aber auf Grund ihrer Konstruktion, auch weil sie auch für von den Ländern selbst betriebene Schulen zuständig sind, unter starkem Einfluss der Bundesländer.

Präsident des Landesschulrats ist der Landeshauptmann, der in allen Bundesländern durch einen amtsführenden Präsidenten – den Schullandesrat – unterstützt wird.

Dem so genannten Kollegium des österreichischen Landesschulrats gehören neben dem Präsidenten stimmberechtigte Mitglieder an, die von den im Landtag vertretenen Parteien im Verhältnis ihrer Stimmenstärke vorgeschlagen werden. Darunter müssen sich gemäß Bundes-Schulaufsichtsgesetz[2] Eltern von schulbesuchenden Kindern sowie Lehrer befinden.

Als Mitglieder mit beratender Stimme gehören dem Kollegium des Landesschulrats Kirchenvertreter, der Landesschularzt und Vertreter der Kammern an. Zusammensetzung, Aufgaben und Stellung des Landesschulrates sind in den Art. 81a und Art. 81b B-VG sowie im Bundes-Schulaufsichtsgesetz festgelegt. Obwohl der Landesschulrat eine Bundesbehörde ist, wirkt er auch an der Verwaltung der Pflichtschulen, die Einrichtungen des Landes oder der Gemeinde sind, mit. Unter anderem obliegt den Landesschulräten die Auswahl der Lehrer sowie die Ausübung der Schulaufsicht. Zur Verwaltung der Pflichtschulen bestehen auf der Ebene der Verwaltungsbezirke weiters Bezirksschulräte.

Im November 2015 wurde bekannt, dass in allen österreichischen Bundesländern Bildungsdirektionen eingerichtet werden sollen, welche die bisherigen Landesschulräte und Schulabteilungen der Landesregierung ablösen sollen.[3] Im Februar 2018 wurde Johann Heuras von Bundesminister Heinz Fassmann zum Bildungsdirektor von Niederösterreich und damit zum ersten Bildungsdirektor Österreichs ernannt.[4]

Südtirol

Sudtirol Landesschulratp1
Staatliche Ebene Provinz: Bozen
Stellung Beratungsorgan
Aufsichts­organ(e) Südtiroler Landesregierung – Schulamt
Hauptsitz Bozen, Amba-Alagi-Straße 10
Vorsitzende Philipp Achammer (dt.), Christian Tommasini (it.), Florian Mussner (lad.)
Website auf provinz.bz.it/schulamt

Auch in Südtirol (Republik Italien) gibt es einen Landesschulrat. Dieser Landesschulrat ist keine Behörde, sondern ein Beratungsorgan der Schulämter und der Südtiroler Landesregierung zu Fragen im Bereich der Kindergärten sowie der Grund- und Sekundarschulen. Für gesamtitalienische Fragen ist der Oberste Schulrat in Rom das wichtigste beratende Organ des Unterrichtsministeriums.

Der Südtiroler Landesschulrat hat drei Abteilungen (deutsch, italienisch und ladinisch) und drei Vorsitzende, derzeit Werner Sporer, Maria Rita Chiaramonte und Edith Ploner.[5]

  Wiktionary: Landesschulrat  – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Art. 81a B-VG (i.d.g.F. online, ris.bka).
  2. § 8 Bundes-Schulaufsichtsgesetz, Rechtsinformationssystem des Bundes, abgerufen am 19. Jänner 2011.
  3. Neun Bildungsdirektionen für Österreich. In: Wiener Zeitung online, 17. November 2015, abgerufen am 17. November 2015.
  4. orf.at: Neuer Bildungsdirektor fordert Sensibilität. Artikel vom 15. Februar 2018, abgerufen am 14. März 2018.
  5. Mitglieder des Landesschulrates für die Vierjahresperiode 2016/2017 - 2019/2020. provinz.bz.it (abgerufen 6. Februar 2017).