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vom 10.03.2017, aktuelle Version,

Leopold Arzt

Leopold Arzt (* 16. März 1883 in Wien; † 20. Mai 1955 ebenda) war ein österreichischer Mediziner.

Leben

Leopold Arzt studierte Medizin an der Universität Wien und wurde 1908 promoviert. Ab 1902 war er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KaV Norica Wien.[1] Er habilitierte sich für Dermatologie und Syphilidologie. Arzt war als Assistent am Pathologischen Institut der Allgemeinen Poliklinik, als Operationszögling an der Klinik Hochenegg und als Assistent an der Klinik für Dermatologie tätig.

1926 wurde er zum Professor an der Universität Wien ernannt. Er war Vorstand der Universitätsklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten, mehrmals Dekan der Medizinischen Fakultät und 1936/37 Rektor der Universität. Nach dem Anschluss Österreichs wurde er auch wegen seiner Unterstützung des Regimes Dollfuß und Schuschnigg entlassen und inhaftiert. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte er in seine Ämter zurück. Leopold Arzt spielte eine wichtige Rolle bei der Wiedergründung der Gesellschaft der Ärzte in Wien nach dem Zweiten Weltkrieg. 1954 trat er in den Ruhestand.

Schriften (Auswahl)

  • Die Haut- und Geschlechtskrankheiten. Urban & Schwarzenberg, Wien 1934.
  • Allgemeine Dermatologie. Urban & Schwarzenberg, Wien 1934.

Literatur

  • Judith Merinsky: Die Auswirkungen der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich auf die Medizinische Fakultät der Universität Wien im Jahre 1938: Biographien entlassener Professoren und Dozenten. Wien 1980, S. 7 f. (Dissertation, Universität Wien, 1980; Digitalisat).
  • Stifter, Christian H. (2014). Zwischen geistiger Erneuerung und Restauration. US-amerikanische Planungen zur Entnazifizierung und demokratischen Reorientierung und die Nachkriegsrealität österreichischer Wissenschaft 1941–1955. Wien – Köln – Weimar: Böhlau, S. 298.

Einzelnachweise

  1. Die Ehrenmitglieder, Alten Herren und Studierenden des C.V. Wien 1925, S. 643.