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vom 03.01.2018, aktuelle Version,

Martin Winter (Chemiker)

Martin Winter (* 7. August 1965 in Osnabrück) ist ein deutscher Chemiker (Elektrochemie) und Materialwissenschaftler. Seine Forschung zielt auf die Entwicklung neuer Materialien, Komponenten und Zelldesigns für Superkondensatoren und Batterien, insbesondere Lithium-Ionen-Batterien.

Forschung und Arbeit

Nach seinem 1992 abgeschlossenen Chemiestudium und der Promotion (1995) bei Jürgen O. Besenhard an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster, war Martin Winter als Postdoktorand bei Petr Novak am Paul Scherrer Institut in der Schweiz. Im Rahmen seiner Habilitation (1999) wechselte er an die TU Graz nach Österreich, wo er anschließend bis 2007 als Universitätsprofessor und Institutsvorstand am Institut für Chemische Technologie Anorganischer Stoffe tätig war. 2008 kam er als Professor für „Angewandte Materialwissenschaften zur elektrochemischen Energiespeicherung und Energiewandlung“ an das Institut für Physikalische Chemie und damit zurück an die WWU Münster. Die Professur ist hervorgegangen aus einer Stiftungsprofessur, die von den Unternehmen Volkswagen AG, Evonik Industries AG und Rockwood Lithium GmbH von 2008 bis 2012 gesponsert wurde. Seit 2013 hält er die Professur für „Angewandte Materialwissenschaften zur elektrochemischen Energiespeicherung und Energiewandlung“ und seit 2016 für „Materialwissenschaften, Energie und Elektrochemie“.

Neben seiner Tätigkeit am Institut für Physikalische Chemie der WWU ist Martin Winter Gründer (2009) und wissenschaftlicher Leiter des MEET Batterieforschungszentrums der WWU Münster. MEET steht für „Münster Electrochemical Energy Technology“[1]. Seit Januar 2015 ist er außerdem Gründungsdirektor des Helmholtz-Instituts Münster (HI MS) für Ionenleiter in der Energiespeicherung[2], einem Institutsbereich des Instituts für Energie- und Klimaforschung (IEK) des Forschungszentrums Jülich.[3]

Seine Erfahrung in der Batterieforschung bringt Martin Winter in verschiedenen Funktionen ein. Unter anderem ist er Mitglied der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), die die Bundeskanzlerin und die deutsche Regierung für das Thema Batterietechnologie und Elektromobilität berät. Als Leiter des wissenschaftlichen Beirats für Batterieforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist er auf nationaler und internationaler Ebene als Repräsentant der deutschen Batterieforschung aktiv. Er ist Vize-Präsident des International Meeting on Lithium Batteries (IMLB), Chairman der International Battery Materials Association (IBA), Fellow der International Society of Electrochemistry (ISE) und der Electrochemical Society (ECS), bei der er auch Vorstandsmitglied in deren Batteriedivision ist.

Er veröffentlichte über 350 wissenschaftliche Aufsätze und Buchbeiträge und rund 50 Patente und Patentanmeldungen (2016).

Preise und Auszeichnungen

Martin Winter wird durch das Institute of Scientific Information (ISI, Thomson Reuters), das Shanghai Ranking und durch Elsevier Scopus als „Highly Cited Author“ gewürdigt. Er erhielt mehr als 30 wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter den Carl Wagner Memorial Award der ECS, die „Research“ bzw. „Technology Awards“ der wissenschaftlichen Gesellschaften ECS und „International Battery Materials Association (IBA)“ und den Braunschweiger Forschungspreis. 2017 wurde er in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gewählt.

Publikationen (Auswahl)

  • Winter, M.; Besenhard, J. O.; Spahr, M.; Novák, P.: Insertion electrode materials in rechargeable lithium batteries. Adv. Mater., Band 10, 1998, S. 725–763
  • Jürgen Besenhard M. Winter: Wiederaufladbare Batterien, Chemie in unserer Zeit, Band 33, Dezember 1999, S. 320–332
  • Winter, M.; Besenhard, J. O.: Electrochemical lithiation of tin and tin-based intermetallics and composites. Electrochim. Acta (Special edition "Li insertion into host materials"), Band 45, 1999, S. 31–50
  • Winter, M.; Brodd, R.: What are batteries, supercapacitors and fuel cells? Chem. Rev.,Band 104, 2004, S. 4245–4269
  • Winter, M.: The solid electrolyte interphase - the most important and the least understood solid electrolyte in rechargeable Li batteries. Z. Phys. Chem., Band 223, 009, S. 1395–1406.
  • Peter Bieker, M. Winter: Was braucht man für eine Super-Batterie? : Hochenergieakkumulatoren, Teil 1, Chemie in unserer Zeit, Band 50, Heft 1, Februar 2016, S. 26–33, Teil 2, Lithium-Ionen-Technologie und was danach kommen könnte : Hochenergieakkumulatoren, Chemie in unserer Zeit, Band 50, Heft 3, Juni 2016, S. 172–186
  • Meister, P.; Jia, H.; Li, J.; Kloepsch, R.; Winter, M.; Placke, T.: Best Practice: Performance and Cost Evaluation of Lithium Ion Battery Active Materials with Special Emphasis on Energy Efficiency. Chem. Mater., 2016, 28, 7203–7217

Darüber hinaus hat Winter über 330 wissenschaftliche Aufsätze und Buchbeiträge veröffentlicht.[4]

Einzelnachweise

  1. Website MEET Batterieforschungszentrum, Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Abgerufen am 24. Mai 2017.
  2. Website Helmholtz-Gemeinschaft. Abgerufen am 24. Mai 2017.
  3. Website IEK Forschungszentrum Jülich. Abgerufen am 24. Mai 2017.
  4. Publikationenliste von Martin Winter auf Website des MEET Batterieforschungszentrums, Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Abgerufen am 24. Mai 2017.