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vom 17.08.2017, aktuelle Version,

Matthias Steinl

Laxenburger Kirche
Der Hoch- und die zwei Seitenaltäre der Pfarrkirche Maria Hietzing nach Entwürfen von Steinl

Matthias Steinl oder Steindl (* um 1644; † 18. April 1727) war ein österreichischer Architekt und Bildhauer. Er war einer der ersten, der den Stil des Hochbarock in Österreich etablierte.

Vermutlich aus dem Salzburgischen stammend, ist er seit 1682 in Breslau nachgewiesen, wahrscheinlich wurde er vom dortigen Fürstbischof nach Wien empfohlen. 1688 wurde er Kaiserlicher Kammerbeinstecher.

Sein (urkundlich nicht gesicherter) erster architektonischer Auftrag bei Wien war die Pfarrkirche von Laxenburg (von Carlo Antonio Carlone übernommen), mit der er ab 1703 den ersten hochbarocken Bau nördlich der Alpen mit geschwungenen Fassadenelementen verwirklichte.

Seine architektonischen Entwürfe wurden hauptsächlich von Joseph Munggenast verwirklicht, mit dem er, so wie mit dessen Onkel Jakob Prandtauer, oft zusammenarbeitete. Zu diesen Werken zählt der Turm von Stift Dürnstein (1718) sowie von Stift Zwettl (1722).

Von seinem bildhauerischen Werk sind vor allem seine Reiterstatuetten von Leopold I. und Joseph I. berühmt, die die beiden Kaiser als Kämpfer gegen die Türken zeigen: die Komposition ist dynamisch und spannungsgeladen.

Daneben sind noch seine Entwürfe für Altarräume und Chorgestühle (etwa für die Pfarrkirche Maria Hietzing, die Peterskirche in Wien und die Stiftskirche Klosterneuburg) zu erwähnen, die ein am Theater geschultes stark räumliches Aufbaukonzept verraten. Im Jahre 2010 wurde eine Elfenbeingruppe Pluto entführt Proserpina aus der Zeit um 1700 in München im Kunsthandel versteigert.[1]

Realisierungen

Literatur

  • Der Kunstbrief. Reihe: Die kleine Feldbücherei: Drei Reiterstauetten aus Elfenbei von Matthias Steinl, Verlag Gebrüder Mann, Berlin, im Zweiten Weltkrieg, ohne Jahr.
  Commons: Matthias Steinl  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. FAZ vom 23. Oktober 2010: Kauft Liebesgötter!