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vom 29.05.2020, aktuelle Version,

Mauterner Brücke

B33a Mauterner Brücke
B33a Mauterner Brücke
Mauterner Brücke, vom linken, nördlichen Ufer aus gesehen
Nutzung Straßen-, Rad- und Fußgängerbrücke
Überführt Aggsteiner Straße (B33a)
Querung von Donau Straße
Donau
Aggsteiner Straße
Ort Krems und Mautern an der Donau
Gesamtlänge 374 m
Breite 11 m
Baubeginn 1893
Eröffnung 1895
Planer Fabrik Ig. Gridl
Lage
Mauterner Brücke (Niederösterreich)
Mauterner Brücke

Die Mauterner Brücke, früher Stein-Mauterner Brücke genannt, ist eine Brücke über die Donau zwischen Stein, dem erst 1938 eingemeindeten Stadtteil von Krems an der Donau, und Mautern an der Donau in Niederösterreich. Über sie führt die Aggsteiner Straße B33a.

Ihr Vorläufer war die zweite Donaubrücke in Österreich.

Geschichte

Vorgeschichte

Nach Funden zu schließen wurde der Übergang zwischen Mautern und Stein ab 100 nChr. regelmäßig benutzt.[1] Auch in der Lebensbeschreibung des Heiligen Severin wird ein Übergang zu einem Markt nördlich der Donau beschrieben.[2] Während das in Passauer Besitz befindliche Schloss Mautern das Südufer sicherte, befand sich zu diesem Zweck am Nordufer der Förthof, der ursprünglich Urfahr hieß.

Hölzerne Jochbrücke (1463)

Ansicht von Stein, Donaubrücke, Mautern und Göttweig aus dem Jahr 1679

Am 17. Juni 1463 hatten Stein und Krems von Kaiser Friedrich III. ein Brückenprivileg erhalten,[2] das zweite nachdem Wien 1439 die erste Donaubrücke in ganz Österreich bauen durfte.[3] Das Privileg bestimmte, dass die Brücke von Mautern erhalten und die Hälfte der Mauteinnahmen dem Herrscher gegeben werden sollte, der auch das Recht hatte, den Brückenmeister zu ernennen.

Das südliche Ende der hölzernen Jochbrücke lag in Mautern dicht neben der heutigen Brücke, das nördliche Ende lag in Stein beim Linzer Tor, wo eine Mosaiktafel den genauen Ort bezeichnet. Laut der 1679 veröffentlichten Beschreibung von Martin Zeiller hatte sie 33 oder 34 Joche und soll 800 Schritt lang gewesen sein, was leicht übertreiben erscheint, auch wenn sie über die heute bebaute Uferzone bis an das historische Mautern reichte. Da sie durch Hochwasser und Eisgang immer wieder beschädigt wurde, musste die Brückenmeisterei stets Holz für acht Joche und neun Brückenfelder auf Lager halten, das durch Flöße angeliefert wurde. Nach Reparaturen wurde das Abfallholz meistbietend versteigert.[2]

Ab 1876 wurde die Brücke mit 8 Laternen beleuchtet – weniger für die Brückenbenutzer als zur Warnung der Schifffahrt.[2]

Als nach 1881 die Kettenschifffahrt auf der Strecke nach Linz eingeführt und die Kähne größer wurden, gab es bald einen Unfall an der engen Brückendurchfahrt. Die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft ließ daraufhin ca. 1885 ein breiteres eisernes Brückenfeld einsetzen.[4]

Als die neue Brücke 1895 fertiggestellt war, wurde die alte Brücke von der DDSG ersteigert und abgetragen. Das eiserne Brückenfeld wurde auf zwei Lastkähne abgesenkt und weggeschwommen. Zum Schluss wurden auch noch die Pfähle gezogen.

Stählerne Fachwerkbrücke (1895)

1893 begann der Bau der Kaiser-Franz-Joseph-Brücke mit der Erteilung des Zuschlages für die Unterbauten und Rampen an die Fa. E. Gaertner, der gerade entsprechende Arbeiten für einen Teil der Donaubrücke in Cernavodă in Rumänien beendet hatte und seine Baugeräte nach Mautern holte. Die Fundamente der drei Strompfeiler wurden auch hier mit eisernen Senkkästen eingebracht.[4]

Die vier Halbparabelträger des Überbaus wurden von den renommierten Wiener Unternehmen R. Ph. Waagner und Fabrik Ig. Gridl erstellt. Der kürzere Balkenträger über dem nördlichen Uferbereich kam von der Brückenbauanstalt der Ersten Böhmisch-Mährischen Maschinenfabrik. Die Träger waren nicht, wie bis kurz zuvor üblich, aus Schmiedeeisen, sondern aus Siemens-Martin-Stahl hergestellt. Die Fahrbahn aus Beton war mit Holzstöckeln gepflastert,[4] die im Lauf der Zeit durch einen Asphaltbelag ersetzt wurden.

Am 18. Mai 1895 wurde die Brücke feierlich eröffnet.

Die große Bedeutung dieser Brücke zeigte sich darin, dass während des Ersten Weltkrieges rund 34.000 Soldaten den Brückenkopf Krems verteidigen sollten und im Umkreis von 5 Kilometern Bunkeranlagen errichtet wurden. Durch die gewaltige Ausweitung des Krieges standen aber weder genügend Menschen noch Material zur Verfügung. Daher verfügte die k.u.k. Armeeführung ab Sommer 1915 eine Verringerung der Ausbauarbeiten und mit 1. Mai 1916 die Auflösung des Brückenkopfkommandos.[5]

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Brücke von der Wehrmacht am 8. Mai 1945 zum Teil gesprengt, um nicht in sowjetische Gefangenschaft zu geraten. Nach Kriegsende wurden die beiden südlichen Brückenfelder von deutschen Kriegsgefangenen unter sowjetischer Aufsicht mit Roth-Waagner-Brückengerät, das in Krems eingelagert war, innerhalb 60 Tagen neu errichtet und am 30. September 1945 durch den Sowjetmarschall Iwan Stepanowitsch Konew und Staatskanzler Karl Renner wiedereröffnet.[6]

Beschreibung

Die Brücke besteht nach wie vor aus ihren beiden historischen Teilen: den 1895 fertiggestellten beiden Halbparabelträger mit dem Balkenträger über dem nördlichen Uferbereich und den 1945 mit Roth-Waagner-Brückengerät überbrückten zwei südlichen Brückenfeldern. Die Roth-Waagner-Träger sind durch ihr parallelgurtiges Fachwerk und die vielen Verschraubungen deutlich erkennbar.

Die Brücke ist 374 m lang und einschließlich der außen montierten Geh- und Radwege 11 m breit.[7] Die Halbparabelträger und die Roth-Waagner-Träger sind je 82,5 m, der Balkenträger ist 42 m lang; sie sind nicht unmittelbar mit einander verbunden.[8]

Die Brücke steht wie das nordöstlich gelegene Brückenwärterhaus unter Denkmalschutz.[9]

Im Jahr 2013 wurde der Straßenaufbau renoviert. Im Zuge der Hitzewelle desselben Jahres musste die Brücke neuerlich auf Grund der Hitzeschäden gesperrt werden. Ein Brückenträger war von seinem Lager gerutscht.[10]

Im Juli 2014 wurde laut über einen Abriss der Brücke nachgedacht[11], obwohl sie unter Denkmalschutz steht. Aktuell wird eine Anhebung der Brücke und eine Verstärkung der Pfeilung erwogen und berechnet.[12] Im August 2018 wurde mitgeteilt, dass genauere Untersuchungen wohl eine weiteres Reduzierung des Gewichtslimits von 16 t auf 9 t erfordern werden.[13]

Literatur

  • Karl Reder: Der Wiederaufbau der Donaubrücke Stein-Mautern, in: Karl Reder (Hrsg.), Manfred Schovanec: Beiträge zur Stadtgeschichte von Mautern an der Donau 1918–1955, (Mautern) 2015, S. 369–386, ISBN 978-3-200-04023-6
Commons: Mauterner Donaubrücke  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rupert Schweiger: Zauber der Architektur - Doppelstadt Krems-Stein und Mautern., Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 1993 ISBN 3 85326 956 7, S. 269
  2. 1 2 3 4 Josef Hadrbolec: Die Geschichte der Mauterner Donaubrücke Brückenvortag vom 17. Juni 2013 im Museumsverein Krems (PDF; 6,2 MB)
  3. Roman Sandgruber: Ringen um Donaubrücken Artikel vom 20. November 2010 in OÖNachrichten
  4. 1 2 3 Josef Hadrbolec: Was verbindet die Stein-Mauterner Straßenbrücke mit dem Schönbrunner Palmenhaus? In: Initiative Denkmalschutz, Nr. 18, 2014, S. 16 (PDF; 5,4 MB)
  5. Niederösterreich Nachrichten: Brückenkopf: Kriegsschauplatz, auf dem nie gekämpft wurde; abgerufen am 21. Aug. 2014
  6. Mauterner Donaubrücke – halb kaiserlich, halb sowjetisch! Blog von Monika Hauleitner vom 23. April 2016 auf kremskultur.at
  7. Die häufig genannte Länge von 435 m schließt die durch einen kurzen Damm getrennte moderne Brücke über die Aggsteiner Straße vor dem Kreisverkehr in Mautern ein.
  8. Maße aus Google Earth
  9. Niederösterreich – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. (Memento vom 1. Juni 2016 im Internet Archive). Bundesdenkmalamt, Stand: 6. Juni 2012 (PDF).
  10. Hitze: Mauterner Donaubrücke senkt sich auf ORF vom 7. August 2013, abgerufen am 8. August 2013.
  11. ORF Niederösterreich abgerufen am 31. Juli 2014
  12. Krems, Mautern – Fix: Donaubrücke wird angehoben
  13. Bald 9-Tonnen-Limit auf Mauterner Brücke. Artikel vom 21. August 2018 in NÖN.at