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vom 01.05.2017, aktuelle Version,

Michael Gehler

Michael Gehler (2008)

Michael Gehler (* 15. Jänner 1962 in Innsbruck) ist ein österreichischer Historiker.

Michael Gehler legte in Neustadt bei Coburg das Abitur ab und studierte an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Geschichte und Germanistik. Von 1992 bis 1996 war er Research Fellow des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) Wien. Gehler erhielt 1988 den Ludwig-Jedlicka-Gedächtnispreis, 1994 den Dr.-Wilfried-Haslauer-Forschungspreis in Salzburg und 1994 den Theodor-Körner-Stiftungspreis zur Förderung von Wissenschaft und Kunst in Wien. 1999 habilitierte sich Gehler an der Universität Innsbruck und war dort bis 2006 als außerordentlicher Professor am Institut für Zeitgeschichte tätig. 2001/02 war er Alexander von Humboldt-Stipendiat. Zwischen 2004 und 2005 war Gehler auch Gastprofessor an den Universitäten Rostock (2004), Salzburg (2004/05) und Löwen (2005).

Seit 2006 lehrt er als Professor und Leiter des Instituts für Geschichte an der Universität Hildesheim. Seit 2008 ist er Korrespondierendes Mitglied der Philosophisch-Historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Durch die EU-Kommission wurde ihm ein „Jean-Monnet Chair“ für Europäische Geschichte verliehen, dem 2011 die erneute Verleihung eines Jean Monnet ad-personam-Chairs folgte. Einen Ruf an die Universität Innsbruck auf eine Professur für Zeitgeschichte lehnte er 2012 ab. Gehler hat 2013 einen Ruf zur Leitung des Instituts für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung (INZ) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien unter Beibehaltung seiner Professur an der Universität Hildesheim angenommen. Im Februar 2014 übernahm er eine Gastprofessur an der Fakultät für Europäische Studien der Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca (Klausenburg) im Rahmen des Studienprogramms „Cultural Diplomacy and International Relations“ und im März eine solche an der Ege Üniversitesi in Izmir im Rahmen des Erasmus-Dozentenaustausches und der Partnerschaft mit der Universität Hildesheim.

Gehler forscht über die österreichische, deutsche und europäische Zeitgeschichte. Forschungsschwerpunkte sind die Studentengeschichte, die Regionalgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Südtirolfrage sowie internationale Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Integration.

Schriften (Auswahl)

  • Studenten und Politik. Der Kampf um die Vorherrschaft an der Universität Innsbruck 1918–1938 (= Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte. Bd. 6). Haymon-Verlag, Innsbruck 1990, ISBN 3-85218-079-1 (Zugleich: Innsbruck, Universität, Dissertation, 1988).
  • Zeitgeschichte im dynamischen Mehrebenensystem. Zwischen Regionalisierung, Nationalstaat, Europäisierung, internationaler Arena und Globalisierung (= Herausforderungen. Bd. 12). Winkler, Bochum 2001, ISBN 3-930083-85-X.
  • Finis Neutralität? Historische und politische Aspekte im europäischen Vergleich: Irland, Finnland, Schweden, Schweiz und Österreich (= Zentrum für Europäische Integrationsforschung. Discussion Paper. C 92). Zentrum für Europäische Integrationsforschung, Bonn 2001, ISBN 3-933307-92-9.
  • Europa. Von der Utopie zum EURO: Karlskult, frühe Visionen, Friedensutopien ... (= Fischer. Bd. 15360). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-596-15360-3.
  • Der lange Weg nach Europa. 2 Bände (Bd. 1: Österreich von Paneuropa bis zum EU-Beitritt. Dokumente. Bd. 2: Österreich vom Ende der Monarchie bis zur EU. Darstellung). Studien-Verlag, Innsbruck u. a. 2002, ISBN 3-7065-1559-8.
  • Europa. Ideen, Institutionen, Vereinigung. Olzog, München 2005, ISBN 3-7892-8129-8 (2. Auflage ebd. 2010, ISBN 978-3-7892-8195-2).
  • Österreichs Außenpolitik der Zweiten Republik. Von der alliierten Besatzung bis zum Europa des 21. Jahrhunderts. 2 Bände. Studien-Verlag, Innsbruck u.a. 2005, ISBN 3-7065-1414-1.
  • Vom Marshall-Plan zur EU. Österreich und die europäische Integration von 1945 bis zur Gegenwart. StudienVerlag, Innsbruck u. a. 2006, ISBN 3-7065-1913-5.
  • Eduard Reut-Nicolussi und die Südtirolfrage 1918–1958. Streiter für die Freiheit und die Einheit Tirols (= Schlern-Schriften. Bd. 333, Teil 1–2). 2 Bände (Bd. 1: Biographie und Darstellung. Bd. 2 [als Herausgeber]: Dokumentenedition, vorwiegend aus dem Nachlass). Wagner, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7030-0413-1.
  • Tirol im 20. Jahrhundert. Vom Kronland zur Europaregion. Tyrolia-Athesia, Innsbruck-Bozen 2008, ISBN 978-3-7022-2881-1.
  • Österreichs Weg in die Europäische Union. Studien-Verlag, Innsbruck u. a. 2009, ISBN 978-3-7065-4706-2.
  • Deutschland. Von der Teilung bis zur Einigung. 1945 bis heute. Böhlau, Wien u. a. 2010, ISBN 978-3-205-78584-2 (in englischer Sprache: Three Germanies. West Germany, East Germany and the Berlin Republic since 1945. Reaktion, London 2011, ISBN 978-1-86189-778-7; in italienischer Sprache: Le tre Germanie. Germania Est, Germania Ovest e Repubblica di Berlino. Odoya Library 102, Bologna 2013 ISBN 978-8862881692).
  • Gescheiterte Selbstbestimmung. Die Südtirolfrage, das Gruber-De Gasperi-Abkommen und seine Aufnahme in den italienischen Friedensvertrag 1945–1947 (= Akten zur Südtirol-Politik 1945–1958. Bd. 1). Studien-Verlag, Innsbruck u.a. 2011, ISBN 978-3-7065-4367-5.
  • Europa. Von der Utopie zur Realität (= Haymon Taschenbuch. Bd. 138). Haymon, Innsbruck u.a. 2014 (= stark erweiterte und aktualisierte Neuauflage von Europa. Von der Utopie zum EURO).
  • Modellfall für Deutschland? Die Österreichlösung mit Staatsvertrag und Neutralität 1945–1955. Studien-Verlag, Innsbruck 2015, ISBN 3-7065-4062-2.