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vom 21.12.2019, aktuelle Version,

Neue Oper Wien

Die Neue Oper Wien ist eine freie Operngruppe ohne eigene Spielstätte, die 1990 in Wien (Österreich) von dem französischen Regisseur Olivier Tambosi gegründet worden ist. Der musikalische Leiter ist seit 1991 Walter Kobéra, er ist seit 1993 auch Intendant.

Philosophie

Wichtigstes Ziel der Neuen Oper Wien ist es, in ihren Produktionen die Distanz zwischen Bühne und Zuschauern zu verringern oder ganz aufzuheben und dadurch eine größtmögliche Unmittelbarkeit und Nähe zwischen allen Beteiligten zu schaffen. Zeitgenössische Musik kann auf diese Weise als selbstverständlich präsentiert und empfunden werden. Der Erfolg dieser Arbeit hat die Neue Oper Wien für Verlage und Künstler gleichermaßen zu einer der ersten Adressen im Bereich der zeitgenössischen Oper gemacht.

Aufführungsorte

Ohne eigene Spielstätte und ohne fixes Ensemble will die Neue Oper Wien unbelastet und flexibel bleiben, ihr Credo ist nicht nur die Erschließung neuer Klangwelten, sondern auch neuer Räume. Mit dem Konzept, sich die Häuser nach den Opern auszusuchen, werden die Räume zu Mitspielern, die Bühnenbilder werden eng an die räumlichen Vorgaben angepasst, die spezielle Akustik wird erprobt und entwickelt. Auf diese Weise hat die Neue Oper Wien u. a. das Odeon, das Semperdepot, die Bank Austria Halle im Gasometer, die Remise, das Jugendstiltheater oder die Alte Werft in Korneuburg für das Musiktheater erschlossen.

Regelmäßig arbeitet die Neue Oper Wien mit dem Theater an der Wien, den Wiener Festwochen und den Bregenzer Festspielen zusammen. Von 2005 bis 2007 war sie beim Internationalen Kammeropern-Festival in Zwolle/NL zu Gast. Außerdem arbeitet die Neue Oper Wien regelmäßig mit dem MÜPA-Palace of Arts Budapest, Wien Modern und der Stiftung Haydn Bozen zusammen.

Repertoire

Kompromisslos stehen ausschließlich Werke des 20. und 21. Jahrhunderts auf dem Spielplan: Uraufführungen, österreichische Erstaufführungen, Neu- und Wiederentdeckungen. Daneben vergibt die Neue Oper Wien auch regelmäßig Kompositionsaufträge an österreichische und internationale Komponisten.

Mit zahlreichen Ur- und Erstaufführungen hat die Neue Oper Wien das Musikleben in Wien deutlich geprägt. Mit ihrer Aufführung des Billy Budd 1996 war sie einer der Auslöser für die bis heute andauernde Wiener Begeisterung für Benjamin Britten. Die erste szenische Umsetzung von Helmut Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern 2003 in Koproduktion mit den Wiener Festwochen sorgte für internationales Aufsehen.

2009 hat die Neue Oper Wien gemeinsam mit dem Musikverlag Doblinger und der BNP Paribas Stiftung den Gerhard-Schedl-Musiktheater-Wettbewerb ausgeschrieben. Das Gewinnerwerk Bruder Woyzeck – Traumfalle von Markus Lehmann-Horn wurde im April 2012 in Wien uraufgeführt.

2014 führte die Neue Oper Wien Manfred Trojahns Oper Orest auf.

Peter Eötvös widmete Walter Kobéra und der Neuen Oper Wien seine Oper Paradise Reloaded.

Auszeichnungen

2014 gewann die Neue Oper Wien für ihre Produktion Punch und Judy von Sir Harrison Birtwistle beim Armel Opera Wettbewerb und Festival den ARTE Publikumspreis sowie den Preis für die beste Produktion.

2018 war die Neue Oper Wien für den Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert, den sie in der Kategorie „Beste Off-Theaterproduktion“ für die Oper Pallas Athene weint von Ernst Krenek gewann.

Auch 2019 ist die Neue Oper Wien in der Kategorie „Beste Off-Theaterproduktion“ für den Österreichischen Musiktheaterpreis nominiert, diesmal für Leonard Bernsteins A Quiet Place.

Uraufführungen

Österreichische Erstaufführungen

Aufführungen