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vom 31.12.2016, aktuelle Version,

Neues Österreich

Ausgaben von Neues Österreich auf einem Flohmarkt (2011)

Das Neue Österreich war eine österreichische Tageszeitung, die als "Organ der demokratischen Einigung" von den Gründerparteien der Zweiten Republik (ÖVP, SPÖ und KPÖ) ins Leben gerufen wurde. Das täglich außer Montag erscheinende Blatt war – nach der von der Roten Armee ab dem 15. April 1945 herausgegebenen Heeresgruppenzeitung Österreichische Zeitung – die erste Tageszeitung, die bereits vor dem offiziellen Kriegsende am 23. April 1945 erschien.

Zu ihren prominenten Herausgebern zählte unter anderem Leopold Figl und der beliebte Schauspieler Paul Hörbiger. Der Kommunist Ernst Fischer war ihr erster Chefredakteur, stellvertretende Chefredakteure waren Paul Deutsch (SPÖ) und Leopold Husinsky (ÖVP) 1947 schied Ernst Fischer aus der Zeitung aus, dem von bürgerlicher Seite eine politisch zu linkslastige redaktionelle Leitung vorgeworfen wurde. [1]

Das Blatt wirtschaftete über lange Jahre erfolgreich und erzielte Auflagen bis zu 200.000 Stück. Beliebt war vor allem die Sonntagsausgabe mit ihrem reichhaltigen Feuilletonteil und ihrer umfangreichen Inseratenbeilage. Aus einer Reihe von Gründen, darunter die Trafiksperre am Sonntag und eine Preiserhöhung, bei der die Konkurrenten nicht mitzogen, begann das Blatt Anfang der 1960er-Jahre aber finanziell zu kränkeln. Es wurde 1963 an einen privaten Verlag im Besitz von Fred Ungart verkauft, der allerdings das Schrumpfen der Auflage auch nicht mehr verhindern konnte. Am 28. Jänner 1967 wurde das "Neue Österreich" eingestellt. Sein letzter Chefredakteur war Anton Fellner.

Aus dem Redaktionsstab des Neuen Österreich gingen in späterer Folge eine Vielzahl namhafter Persönlichkeiten hervor. Thomas Chorherr wechselte zur Presse und wurde Chefredakteur der gleichnamigen Tageszeitung, der spätere Chefideologe der KPÖ Ernst Wimmer wechselte zur Volksstimme, Anton Fellner war von 1975 bis 1990 Leiter der Abteilung "Religion" beim ORF, Elfriede Hammerl ist mehrfach ausgezeichnete Journalistin und Autorin.

Mitarbeiter

Einzelnachweise

  1. Franz Grössl: Der Wiederaufbau der ÖVP-Presse. In: Heinz Pürer (Hrsg.). Die österreichische Tagespresse. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft ; eine Dokumentation von Vorträgen des Symposions "200 Jahre Tageszeitung in Österreich". Kuratorium für Journalistenausbildung, Salzburg 1983, S. 92.